Was ist denn mit den Tierärzten los?

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Was ist denn mit den Tierärzten los?

Beitragvon Bettina » Fr 14. Sep 2018, 19:29

Hallo zusammen,

seit wir Carlotta haben, waren wir ja nun schon einige Male beim Tierarzt, um sie allgemein erst einmal dort vorzustellen, wegen der Impfung und einer leichten Ohrenentzündung. Es ist die gleiche Klinik, die wir schon seit Jahren besuchen, das letzte Mal natürlich im November letzten Jahres aus traurigem Anlass.
Die Tierklinik ist noch grösser geworden, es sind viele neue Ärzte dort angestellt. Somit hat Carlotta nun auch schon zwei Tieräztinnen kennengelernt.

Beide fragten, was wir denn füttern und als ich die Antwort gab, daß wir Carlotta roh ernähren und das bisher bei all unseren Hunden getan haben, brach ein wahrer Verbal-Orkan über uns aus. Wie wir das denn tun könnten, dem Hund nur Fleisch zu geben, sie ja nun ständig die Tiere auf dem Tisch hätten, die falsch ernährt würden, die Nierenwerte bei gebarften Hunden ja stets im Keller wären und so weiter und so fort.

Ich kam gar nicht dazu, näher zu erklären, wie ich nun füttere, was ich da alles ins Napf gebe - es war grundsätzlich alles schlecht, was ich als Hundehalter mache. ("aber das müssen Sie ja wissen")

So eine Abneigung gegen die Rohfütterung habe ich bis dato noch überhaupt nicht erlebt, unsere bisherigen Hunde waren dort bekannt, keiner der drei hatte bisher irgendwelche Krankheiten oder Dispositionen, die aufgrund falscher Ernährung hätten bestehen können.

Beim Welpentreffen war die TÄ anwesend, die bisher alle Welpen dieser Zucht begleitet hatte und sie habe ich auch gefragt, was sie von der Rohfütterung hält. Ihre Antwort war für mich überraschend: "wissen Sie, ich bin einfach nur zu faul, mich mit dem Thema BARFEN zu beschäftigen und greife deshalb immer noch in den Futtersack..."

Wie sind denn Eure Erfahrungen als Rohfütterer bei den Tierärzten? Ist das eine momentane Hype?

Mich beschleicht nämlich schon wieder so ein Gefühl, daß sich die Götter in Weiß wieder neu definiert haben, sie uns durch Angstrhetorik mehr an sich binden wollen. ("wer hat denn hier studiert, Sie oder ich?" - da hält man doch dann sehr schnell seinen Mund)

Liebe Grüße
Bettina
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Re: Was ist denn mit den Tierärzten los?

Beitragvon Hundemutti » Sa 15. Sep 2018, 09:34

Hallo Bettina,
hallo Ihr,

hm, man könnte ihnen unterstellen, sie seien am Umsatz von TF/Industriefutter beteiligt!

Als Janka in der TK das 2. Auge entfernt werden musste, kamen wir mit "unserem" TA, der wirklich sehr einfühlsam mit Janka umging und sehr symphatisch als TA für uns ist, über die Fütterung ins Gespräch. Ich erzählte ihm, dass wir roh füttern und u. a. auch Kräuter drunter mischen! Er belächelte es ein wenig und meinte, er füttere ausschließlich TF und das wäre für ein Hund auch völlig ausreichend! Kräuter bräuchte ein Hund nun wirklich nicht! Nun, ich war etwas geschockt bis hin zu enttäuscht, war mir zu dieser Zeit nicht sicher, ob ich überhaupt dort noch hingehen sollte!

Generell genießt die TK einen sehr guten Ruf und man hat immer mehrere TÄ vor Ort, wenn einmal etwas unklar sein sollte! So war es ja auch, als wir mit Janka das erste Augenproblem hatten! Generell fühle ich mich dort sehr gut aufgehoben, obwohl ich diese Aussage von "unserem" TA immer noch nicht nachvollzhiehen kann!

Mal ehrlich, man muss sich in den Praxen nur umschauen! Man wird regelrecht erschlagen von TF Produkten und der Vielfalt an Sorten vom Welpen bis zum Althund, die nur allein dort vorzufinden sind! Auch die Diät-Sorten, die speziell dort angeboten werden, haben eine große Sortenvielfalt... Es wäre also naheliegend, dass die TÄ mitverdienen, wenn sie zum einen Werbung machen durch tierärztliche Empfehlung und den daraus resultierenden Verkauf! WER würde sich nicht beeinflussen lassen, wenn der Tierarzt seines Vertrauens eine Futterempfehlung gibt in einer Zeit, in der man sich kaum noch selbst Gedanken machen will und es in erster Linie praktisch sein muss!? :silent:
Kann man den TÄ eigentlich einen Vorwuf machen, wenn sie mit der Zeit gehen und es den bequemen Menschen einfacher machen wollen und ganz nebenbei leicht mitverdienen wollen? WER recherchiert denn wirklich, WER macht sich denn echte Gedanken darüber, wie sein Tier ernährt werden sollte?
Provokant gefragt: WER weiß überhaupt, dass ein Hund ein Fleischfresser ist?

Die meisten HH machen sich noch nicht einmal Gedanken über die Rasse, die sie am Strick haben und wundern sich, wenn der süße kleine Welpe, der nun groß ist, auf einmal jagen geht, auch, weil er notorisch unterfordert ist... :shh:
Liebe Grüße
R & R ...Romana & Rudel

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Re: Was ist denn mit den Tierärzten los?

Beitragvon Lena » Sa 15. Sep 2018, 12:22

Bettina hat geschrieben: ("wer hat denn hier studiert, Sie oder ich?"


Hallo Bettina,
ich würde die Frage nach dem "wer denn studiert hätte" nicht so eng bewerten.
Klar haben Tierärzte studiert, aber Tiermedizin und nicht Ernährungswissenschaften. Die meisten Tierärzte beschäftigen sich ausschließlich mit den Krankheiten der Tiere, aber eher selten mit der ausgewogenen Ernährung.

Wenn du über Jahre mit dem Barfen gut zurecht gekommen bist, würde ich mich da nicht verunsichern lassen. Sicher sehen Tierärzte auch manche fehlernährten Hunde. Das liegt aber dann wohl an Fehlern, die bei Neueinsteigern, beim Barfen gemacht werden.

LG Lena
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Re: Was ist denn mit den Tierärzten los?

Beitragvon Nellie » Sa 15. Sep 2018, 16:36

Hallo Bettina, hallo Ihr,
auch ich habe nur Kopfschütteln bzgl. Rohfütterung bei meiner alten Tierarztpraxis geerntet. Ich habe Nellie trotz Alters-Diabetes weiter roh ernährt. Man hätte mir liebend gern ein teures TF verkauft. Den Blutzuckerspiegel von Nellie haben wir immer im Normbereich halten können.
Von wegen „wer denn hier studiert hätte“... Futtermittelkunde im ganzen Veterinärstudium ist nur ein kleiner Bereich und da werden dann alle Tierarten abdeckt. Semesterpläne sind öffentlich einsehbar, da kann man die Anforderungen der Studiengänge gut nachvollziehen. Weisskittel sind für mich schon lange keine Halbgötter mehr, dafür habe ich schon zu viele schlechte Erfahrungen gemacht. Googelt mal wie lange ein Ultraschallkurs z.B. Abdomen oder Herz für einen TA dauert.
Bei schweren Erkrankungen hole ich mir inzwischen immer eine Zweitmeinung ein. Oder frage .... :dog_biggrin
Lola wird 15 und Jette wird 12, beide haben Blutwerte wie junge Hüpfer. Nieren-, Leberwerte alles top. So schlecht kann die Rohfütterung dann nicht sein.
Viele Grüße
Christa
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Re: Was ist denn mit den Tierärzten los?

Beitragvon Bettina » Sa 15. Sep 2018, 20:19

Hallo Ihr,

Nellie hat geschrieben:Nieren-, Leberwerte alles top. So schlecht kann die Rohfütterung dann nicht sein.


eben - und so waren die Werte bei allen 3 vorherigen Airedales auch. Und diese Hunde wurden auch in dieser Klinik betreut, die Ärzte sollten also von vornherein wissen, wie und was wir gefüttert haben. DAS finde ich halt so schade, daß man als langjähriger Hundehalter ein bißchen wie Dummchen behandelt wird, sowie man mit einem Welpen zur Tür herein kommt.

Lena hat geschrieben:Klar haben Tierärzte studiert, aber Tiermedizin und nicht Ernährungswissenschaften.


eben - sie könnten es auch einfach zugeben, daß sie sich mit dieser Thematik nicht allzu sehr beschäftigt haben, aber das geht natürlich nicht.

Ich werde mal in Ruhe mit der Chefin der Klinik sprechen, bevor irgendwelche "komischen Stimmungen" aufkommen.

Warum ich das schreibe - Tierärzte neigen eben dazu, Hundehalter eher zu verunsichern, als genügend aufzuklären, sei es bei "vorsorglicher" Kastration oder anderen Entscheidungen.
Geht es aber bspw. um Titerbestimmungen, oder Antibiogramme zur besseren Abklärung von Medikamenten oder Impfungen, wird das von den TÄ gerne vom Tisch gewischt.

Ich finde, man sollte als Hundehalter eine gewisse Skepsis haben und nicht alles ungefragt annehmen, ungeachtet dessen, daß Tierärzte natürlich auch großartiges leisten.....

Liebe Grüße
Bettina
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Re: Was ist denn mit den Tierärzten los?

Beitragvon Anja1402 » Sa 15. Sep 2018, 22:26

Hallo Bettina,

in der Hinsicht hatte ich bisher immer Glück mit Struppis Tierärztinnen - keine hat mich dafür kritisiert o.ä., dass ich ihn barfe. falls sie diesbezüglich eine negative Meinung hatten, haben sie sie für sich behalten :dog_biggrin
Struppis jetzige TÄ ist sogar sehr aufgeschlossen für Neues. letztens war Struppi wieder mit Impfen dran, und wir unterhielten uns über Impfungen im Allgemeinen. ich erzählte ihr von einem Titer-Schnelltest, den es seit Kurzem gibt, und dass er bisher kaum angeboten wird. sie hatte noch nichts davon gehört und schrieb sich den Namen auf (Vaccicheck Immunocomb). vielleicht führt sie diesen Test ja tatsächlich in ihrer Praxis ein, ich würde mich freuen. außerdem wurde vor einer Weile Struppis Urin im Labor untersucht (wegen Verdacht auf Blasenentzündung), da war der Phosphatwert leicht erhöht. am Abend, als die Praxis schon längst zu war, rief mich die TÄ noch zuhause an, um mir zu sagen, dass sie ihre Bücher gewälzt hatte und etwas über das richtige Verhältnis Kalzium:Phosphat im Futter gefunden hatte, mit der Schlussfolgerung, ich müsse mehr Knochen füttern. sie kennt sich nicht mit barfen aus, das gab sie auch zu, hat sich aber die Mühe gemacht, sich in das Thema einzulesen. es gibt also durchaus nicht nur TÄ, die ihre Kundschaft "erhalten" wollen :dog_wink
Nach manchen Gesprächen mit Menschen hat man den Wunsch, einen Hund zu streicheln, einem Affen zuzulächeln und vor einem Elefanten den Hut zu ziehen!
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Re: Was ist denn mit den Tierärzten los?

Beitragvon Benno » Sa 15. Sep 2018, 23:14

Hallo zusammen,

hier bei uns in der Region steigt die Tierarzt-Dichte seit Jahren kontinuierlich an.
Das führt dazu, dass nur noch die Tierärzte mit besonders gutem Ruf, besonderer Spezialisierung oder besonderem Service volle Praxen haben - und eben leider auch die besonders günstigen neuen TA-Ketten im Pflanzencenter mit laufend wechselndem Personal.

Will sich ein Tierarzt erstmals niederlassen, fallen hohe Anfangsinvestitionen im Zusammenhang mit der Eröffnung und Einrichtung der Praxis an. Viele Tierärzte müssen dafür Kredite aufnehmen. Ähnlich ist es, wenn sich Praxen vergrößern und dann deshalb neue Mitarbeiter eingestellen müssen, was mit höheren Fixkosten einhergeht.

Gibt es mit der Auslastung der neuen oder vergrößerten Praxis Schwierigkeiten, braucht der Tierarzt schnell zusätzliche Einnahmen.
Kooperationen mit der Pharmaindustrie und mit Futtermittelherstellern sind dann naheliegend - zumal sich deren Vertreter in vielen Praxen sowieso regelmäßig "die Klinke in die Hand geben".
Manchmal sind solche Kooperationen sogar das kleinere Übel - im Vergleich zu unnötigen und für die Tierhalter kostspieligen und das Tier schmerzhaften Behandlungen und Operationen, die ausschließlich dem wirtschaftlichen Interesse des Tierarztes nützen.

Ich fürchte, dass die Empfehlung von bestimmten industriell gefertigten Futtermitteln, die Aufforderungen zu jährlichen 7-fach-Impfungen oder auch Empfehlungen zu Kastrationen leider kein kurzfristiger Hype sind, sondern dass sie vielfach einfach den wirtschaftlichen Interessen der Tierärzte geschuldet sind.
Allerdings wird das kaum ein Tierarzt gegenüber seinen Kunden ehrlich zugeben.

Ich denke, man muss sich heute als verantwortungsbewußter Tierhalter vor jedem Gang zum Tierarzt so gut wie möglich selbst sachkundig machen.
Wir haben z.B. - nach langer Odyssee durch Praxen und Kliniken- jetzt eine recht kompetente Tierärztin.
Sie stellt richtige Diagnosen und greift auch nicht bei jeder Kleinigkeit zu Antibiotika.
Trotzdem kam es zu Beginn vor, dass Impftermine bei ihr für mich grenzwertig waren, weil sie mich von kürzeren Impfintervallen und zusätzlichen Impfungen überzeugen wollte.
Sie hat sich da auch einmal so im Ton vergriffen, dass ich fast nicht mehr hingegangen wäre.

Tierärzte sind heute in erster Linie selbstständige Unternehmer mit Gewinnerzielungsabsicht.
Es gibt leider nur noch sehr wenige, die es sich leisten können und wollen, ausschließlich zum Wohl der Tiergesundheit und im Interesse der Tierhalter zu praktizieren.
Ich denke eine gesunde Portion Skepsis ist bei jedem Tierarztbesuch von Vorteil.

Verwerflich ist natürlich, wenn Tierärzte versuchen dem Tierhalter Angst zu machen oder ihm ein schlechtes Gewissen einreden, nur noch etwas mehr zu verkaufen.
Ich war z.B. vor einigen Jahren mal mit Benno in einer Tierklinik zur Impfsprechstunde. Vor mir war eine Tierhalterin mit 2 Katzen und einem schon älteren Schäferhundmischling dran, die einige Zeit mit mir im Wartezimmer saß. Man sah dieser Frau an, dass sie für sich nur sehr wenig Geld zur Verfügung hatte. Ihre 3 Tiere sahen aber alle TOP gepflegt aus - die waren ihr ein und alles.
Die Tür zum Behandlungsraum der Impfsprechstunde war so dünn, dass man im Warteraum jedes Wort verstand.
Die Tiere der Frau waren alle geimpft - die junge angestellte Tierärztin hatte ihr dafür schon den Preis genannt- 65 EUR.
Dann fragte die Frau, ob sie beim Schäferhund irgendetwas beachten sollte, weil er ja nun doch schon etwas älter ist. Und dann folgte ein Verkaufsgespräch vom Feinsten für alle möglichen Futtermittelzusätze. Der neue Endpreis für die Frau lag dann bei 241,-- EUR.
Das fand ich sehr erschreckend und skrupellos.

Viele Grüße von Anke mit Benno, Jaron und Katze Blue
The next time you think you're perfect, try walking on water.
Benno
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Re: Was ist denn mit den Tierärzten los?

Beitragvon lutz » So 16. Sep 2018, 12:00

Hallo Bettina und AT-Freunde,

immerhin sterben ca. 15% aller Hunde an Nierenversagen. Der Anteil der Katzen liegt noch viel höher. Die Veterinärmedizin sieht darin als Hauptschuldigen die übermäßige Fleischfütterung an.
Mein nur 10jähriger Joker ist ja auch innerhalb einer Woche an Nierenversagen gestorben wobei ihm vorher nie etwas Organisches gefehlt hat. Ich hatte ihn jahrelang immer mit einem großen Beutel mit Beinscheiben vom Bio-Schlachter auf dem Wochenmarkt einschließlich Knochenmark und Knochen jede Woche 7-8 kg roh gefüttert. Sonst hat er eigentlich kein Gemüse gefressen, nur etwas Reis oder mal eine gekochte Kartoffel. Er war einfach nicht an sonstiges Gemüse heranzukriegen und an Rohkost schon gar nicht. Abends hat er dann etwas Trockenfutter bekommen und das war es dann. Wie wir die Nierenwerte von Joker gesehen hatten die jenseits von gut und böse waren so dass praktisch nur noch eine Nierentransplantation geholfen hätte, habe ich den Tierarzt auch darauf angesprochen ob das an zuviel rohem Fleisch gelegen haben könnte. Ausschließen wollte der das nun nicht, er meinte aber es könnte genau so gut ein Tumor oder Folgen einer Vergiftung sein.
Eigentlich wollte ich das nun aber genauer wissen aber der TA meinte ob ich mir das wirklich antun wollte, letztendlich wäre es wohl egal woran es nun lag. Ich habe mich dann übereden lassen und ihn nach dem Einschläfern nicht mehr obduzieren lassen. Der TA meinte bei so einem kräftigen Hund mit so einem Haarkleid sei eine längere Fehlernährung eher unwahrscheinlich. Es wäre sehr schade um den Hund aber so wäre es nun mal.

Bei Greta bin ich aber nun vorsichtiger geworden und sie wird nicht mehr mit soviel rohem Fleisch gefüttert sondern ich bezeichne das als Teilgebarft indem sie 2x in der Woche grünen rohen Pansen bekommt und im Normalfall an den restlichen 5 Tagen eine halbe Dose (200Gramm) hochwertiges Nassfutter mit verschiedenen Geschmacksrichtungen der Firma Grau, die auch ja diverse Ergänzungsnahrungsmittel zum Barfen herstellt, mit ebenfalls ca.200 Gramm Reis. Wenn sonst bei uns am Tisch mal Rindleisch oder Leber übrig bleibt bekommt Greta das auch roh. Abends bekommt Greta eine handvoll Marengo Trockenfutter mit ca. 2 Esslöffel Distelöl und ca. 100 Gramm Hüttenkäse. Als Leckerlies gibt es zwischendurch mal getrocknete Hühnerbrustfleischstreifen oder ebenfalls getrocknete Entenplättchen von Rocco. Zusätzlich gibt es ein bis zwei kleine Kräuterstangen täglich gegen Arthrose und für Haut und Haar. Mit Grünfutter versorgt sich Greta immer selbst indem sie draußen zwei ganz bestimmte Pflanzen frisst (das eine nennt sich Lungenkraut). Sie weiß genau an welchen Stellen diese Dinger wachsen. Manchmal schleppt Greta auch noch eine Karotte oder ein getrocknetes Rinderohr 1-2 Tage mit herum bevor sie diese verspeist.

Also wer sich das zutraut ausschließlich zu barfen und für die notwendigen Mineralien und Vitamine gerade auch schon beim Welpen sorgt, soll das ruhig tun. Mir ist das ehrlich gesagt zu aufwendig und wäre mir da auch nicht sicher immer das Richtige zu tun und verlass mich da auf den Futtermittelhersteller, wobei ich aber feststellen musste das 80% des Dosenfutters minderwertig und sein Geld nicht wert ist.

Also genau wie die meisten Menschen immer noch an Herz-Kreislaufleiden sterben sehe ich das auch beim Hund mit den Nieren.. Es ist seine schwache Seite. Will ich da alles ausschließen was die Nieren irgendwie belastet macht das Hundeleben auch wohl so keinen richtigen Spaß mehr und das Fressen ist für den Hund ein ganz wichtiger Bestandteil seines Lebens. Dass die Tierarztpraxen vollgestopft mit Nierendiätfuttermitteln sind und kräftig daran verdient wird liegt sicher nicht nur am zu hohen Fleischkonsum beim Hund der ja immerhin vom Wolf abstammt und der lebt auch nicht nur von Müsli.

Meine neue Tierärztin habe ich gleich von vornherein richtig eingenordnet. In der Beziehung habe ich nicht die geringsten Hemmungen da ich schon genug mit Ärzten und auch Tierärzten erlebt habe. Respekt genießt bei mir nur noch derjenige der auch Respekt verdient hat, und der kann studiert haben oder meinetwegen auch Analphabet sein.
Beim Impfen bekommt Greta auch nur noch das was wirklich noch (oder schon wieder wegen den kranken Osthunden) notwendig ist. Jeder einzelne Impfstoff wird vorher eingehend mit der TÄ abgeklärt und nur das wird noch in den wirklich notwendigen Abständen geimpft. Besonders vorsichtig bin ich da geworden nachdem meine vorhergehende, jetzt nicht mehr praktizierende, TÄ einen Freiflug nach Kanada zusammen mit ihrem Lebenspartner von einem weltweit bekannten Impfstoffhersteller zu einem Dermatologenkongress bekommen hatte.

Viele Grüße von lutz mit Greta
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Re: Was ist denn mit den Tierärzten los?

Beitragvon Lena » So 16. Sep 2018, 13:01

Hallo Ihr,
ich barfe ja nicht, mir wär das einfach zu kompliziert und ich hätte Probleme, mit rohem Fleisch am frühen Morgen, auf nüchternen Magen, rumzuhantieren. Käthe ist, es glaube ich, egal was sie bekommt. Sie frißt ja alles.
Ich koche wohl sehr viel für sie und zur Nassnahrung bekommt sie als Beilage immer Gemüse, als auch Reis, Kartoffeln oder Nudeln. Trockenfutter gibt es hier morgens.
Von Nierenschäden bei gebarften Hunden hab ich eigentlich noch nichts gehört oder gelesen. Was ich wohl des öfteren lese, ist, daß manche Hunde, die nur gebarft werden, Probleme mit Übersäuerung haben.
Und manche Hunde lehnen rohes Fleisch schlichtweg ab, soll es auch geben.
Man muß einfach schauen, wie der eigene Hund mit welcher Fütterung klarkommt. Und wenn man bisher mit barfen gut hingekommen ist, würde ich das auch beibehalten.

@Lutz, mein erster Airedale war auch so ein Kräuterexperte. Lungenkraut hat er überall gefunden, aber er hat auch nach Beinwell gesucht.

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Re: Was ist denn mit den Tierärzten los?

Beitragvon lutz » So 16. Sep 2018, 15:56

Hallo Lena,

Ja genau das sind die Blätter vom Beinwell die Greta immer futtert. Ich wusste den Namen nicht, habe mir aber eben die Blätter angeguckt. Das ist Gretas Lieblingspflanze.Ich weiß zwar nicht wofür die Planze gut ist, aber verlasse mich mal auf Greta dass sie es weiß. Sie wird ja dabei nicht gleich vom Carnivoren zur Flexitarierin oder gar zur Kuh.

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