Sterilisation / Kastration

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ChristaS
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Re: Sterilisation / Kastration

Beitrag von ChristaS » Mo 1. Dez 2014, 07:10

Hallo zusammen,

ich bin auch Kastrationsgegner - ohne medizinische Indikation - und konkrete Zahlen habe ich auch nicht. ABER, eine Aussage meiner (kastrierfreudigen und erfahrenen) Tierärztin ließ mich letztens quasi "schock-gefrieren".
Kurz vorweg: Laima musste aufgrund einer akuten, geschlossenen Pyometra vor gut 8 Wochen in einer Notoperation kastriert werden (1,5 Liter Eiter in der Gebärmutter!). Zum Glück ging alles gut, ich konnte Laima nach knapp 4 Stunden wieder abholen, aber natürlich war Samstag und die Tierärztin beim Abholen schon weg, wir hatten vorher nur kurz telefoniert. Montags fuhren wir dann zur Nachkontrolle. Dabei erzählte mir die TÄ, dass Laima beim Aufwachen aufgehört habe zu atmen, sie war aber zum Glück noch intubiert, sodass schnell reagiert werden konnte. Jetzt die Aussage der TÄ: "Das passiert bei den meisten Hunden. Normalerweise wird das nicht erzählt, weil die Hundehalter zu empfindlich sind..." - Ihr könnt euch vorstellen, dass ich erst mal sprachlos war, und immer noch bin.

Da frage ich mich natürlich, wie vielen Hunden da nicht mehr rechtzeitig geholfen werden kann und sie so zu Kastrationsopfern werden...

@ Christa: Alles, alles Gute für deine Operation. Aber dein Arzt hat ja wohl den Schuss nicht gehört, Frechheit!

Liebe Grüße an alle und passt gut auf eure Schätze auf,
Christa
... mit Butzi und Olympia im Herzen.

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lutz
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Re: Sterilisation / Kastration

Beitrag von lutz » Mo 1. Dez 2014, 12:06

Hallo AT-Freunde,

immer wenn ich lesen muss dass Hündinnen gut gemeint gegen Milchleistendrüsenkrebs (Brustkrebs) vorbeugend kastriert werden möchte ich darauf hinweisen dass der WEIT ÜBERWIEGENDE Teil von Gesäugetumoren gutartig ist und nur ein geringer Teil in einstelliger Prozentzahl wirklich Krebs ist, alle anderen Tumoren sind gutartig und mit gutem Erfolg zu operieren. (Es lässt sich sicher auch wohl nur selten (und dann in der Familie genetisch begründet), eine Frau vorbeugend die Brust abnehmen).

Das Gleiche geht mir so wenn ältere Rüden immer wieder noch wegen "Veränderungen an den Hoden" kastriert werden-
Das sind meist nur völlig harmlose Zysten und ist beileibe nur sehr selten wirklich Hodenkrebs wenn beide Hoden abgestiegen sind, d.h. nicht noch ein Hoden im Bauchraum oder in der Leiste stecken geblieben ist. (Einhoder).

Als gewissenhafter Hundehalter dem es wirklich um das Wohl der Hunde geht sollte man sich hier gewissenhaft und kritisch über Kastrationen und die möglichen Folgen für unserer Tiere selbst informieren, da es dazu heutzutage jede Möglichkeit auch im Internet gibt (ich persönlich bevorzuge Fachbücher), und nicht jedem kastrationsfreudigen Tierarzt glauben schenken dem es eher ums gut laufende Kastrationsgeschäft geht als um die physische und psychische Gesundheit unserer Hunde.
Also aufpassen und dieser Fraktion denen es eher um Monetik als um Genetik geht, wie es so schön heißt, nicht in die Hände spielen.

Viele Grüße von lutz mit Greta
Die Beziehung zwischen einem Mann und seinem Hund ist heilig,
was die Natur vereint hat, soll keine Frau trennen.

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Regine
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Re: Sterilisation / Kastration

Beitrag von Regine » Di 15. Sep 2015, 15:48

Hi ihr ,
hier ein interessanter Beitrag des WDR´s(Quarks &co) zur Kastration.
http://www1.wdr.de/fernsehen/wissen/qua ... w-100.html
Lohnt sich anzuschauen!
LG Regine
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Re: Sterilisation / Kastration

Beitrag von sabem » Di 15. Sep 2015, 16:20

Hallo Regine,
vielen Dank für den Hinweis auf den Beitrag, sehr sehenswert, endlich mal ein Experte, der wirklich objektiv aufklärt.
Jetzt wüsste ich nur noch gern, wie "tumorphil" der Airedaleterrier ist, im Vergleich zu anderen Rassen ...
Sabine mit Emma *3.2.2012
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Regine
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Re: Sterilisation / Kastration

Beitrag von Regine » Mi 13. Apr 2016, 20:11

Hi ihr,

Hier ein interessanter Artikel in der Süddeutschen

http://www.sueddeutsche.de/wissen/kastr ... -1.2303605

LG Regine
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Re: Sterilisation / Kastration

Beitrag von Uschi » Mi 13. Apr 2016, 22:13

Hallo Regine,

vielen Dank dafür.

Die Sache mit dem prozentualen Risiko muss aber unter Tierärzten schon länger bekannt sein. Die Züchterin unserer ersten AT-Hündin äußerte sich uns gegenüber schon vor 20 Jahren in dieser Art, als wir sie nach einem "Informations"-Gespräch beim TA um Hilfe bei der Entscheidung baten.

Wir orientierten uns an ihren Aussagen und ihrem Rat und Sina blieb intakt, entgegen der Empfehlung unserer damaligen Tierärztin.


Aber ich bin froh, dass das nun auch endlich in der normalen Presse erscheint und vielen Leuten bekannt wird.



LG
Uschi
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Re: Sterilisation / Kastration

Beitrag von Susa » Do 14. Apr 2016, 15:17

Hallo, ich hätte da auch mal eine Frage zu diesem Thema. Und zwar hatte ich bei Dana (4, 5 Jahre) im November letzten Jahres Knötchen an der Gesäugeleiste auf der linken Seite festgestellt. Die TÄ riet zur Entfernung und gleichzeitigen Kastration. Kastration kam aber für mich nicht in Frage und es wurden nur die Knötchen (linsen- bis kirschkerngroß) entfernt und histologisch untersucht. (Insgesamt 3 Gewebeproben)

Diagnose: In allen drei Proben komplexe Adenome der Mamma, in Probe 3 zusätzlich zwei tubuläre Adenokarzinome.

Die Prognose scheint laut Befund günstig zu sein. Zitat: "die Neoplasien verhalten sich zumeist weniger aggressiv. In Einzelfällen besteht jedoch die Möglichkeit einer Rezidivierung und Metastasierung." Ich habe in der Tierklinik am Sandpfad eine zweite Meinung eingeholt und der dortige TA riet mir trotz Danas Alter zur Kastration. Sie hätten eine interne Studie durchgeführt, nach der das Auftreten von Rezidiven nach einer Kastration (auch im fortgeschrittenen Alter) weniger häufig sei. Ich solle außerdem die Gesäugeleiste regelmäßig abtasten und ggf. die ganze Leiste entfernen lassen.

Ich schiebe die Entscheidung schon seit Wochen vor mir her und komme zu keinem Ergebnis. Dana ist mopsfidel und bis jetzt habe ich keine neuen Knötchen tasten können. Bitte schreibt mir mal Eure Meinung - was würdet Ihr an meiner Stelle tun?

LG von Susa
...mit Indy im Herzen

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Re: Sterilisation / Kastration

Beitrag von Regine » Do 14. Apr 2016, 21:54

Hi Susa,
Geeny hatte auch ein Adenom vor knapp 4 Jahren. Ich habe es entfernen lassen und mehr nicht. Sie hatte danach noch den B-Wurf und es ist alles bestens.
Mir wurde auch empfohlen die Milchleiste zu entfernen und ev. zu kastrieren.....
Denke meine Entscheidung war die richtige für Geeny und mich.
LG Regine
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Re: Sterilisation / Kastration

Beitrag von Uschi » Do 14. Apr 2016, 23:15

Hallo Susa,
Susa hat geschrieben:der dortige TA riet mir trotz Danas Alter zur Kastration. Sie hätten eine interne Studie durchgeführt, nach der das Auftreten von Rezidiven nach einer Kastration (auch im fortgeschrittenen Alter) weniger häufig sei.
Das wären mir zuviele "hätte", "wäre", "könnte", "sei", "Einzelfälle" in der Aussage der Tierärzte, als dass ich deswegen, meine Hündin kastrieren lassen würde oder ihr die Gesäugeleiste entfernen lassen würde.

Wäre ich in der Situation, ich würde es nicht machen lassen.


Liebe Grüße
Uschi
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Re: Sterilisation / Kastration

Beitrag von Bavaria » Fr 15. Apr 2016, 04:20

Hallo Susa,

auch ich würde erstmal nichts tun und abwarten ( natürlich die Gesäugeleiste regelmässig kontrollieren). Falls wirklich Rezidive auftreten, würde ich dann evtl. über die Entfernung der gesamten Gesäugeleiste nachdenken. Ich habe vor 2 Jahren bei Mathi die linke Seite komplett entfernen lassen, kastrieren hab ich sie nicht lassen, weil ich da sehr negative Erfahrung mit Floh gemacht habe, die als Folge der Kastration an Lymphdrüsenkrebs erkrankte und deshalb eingeschläfert werden musste. Mathi dagegen erfreut sich ihrem Alter entsprechend bester Gesundheit .
LG Bine

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