Kleine Wildkräuterkunde für Hunde

alles zum Thema Gesundheit / Alternative Medizin
Antworten
Freddy

Kleine Wildkräuterkunde für Hunde

Beitrag von Freddy » Do 11. Feb 2010, 11:55

Hallo zusammen,

es wird Frühling, die Natur erwacht und es wachsen jetzt wieder einige Wildpflanzen die man für sich
und seinen Hunde, einfach beim Spaziergang , sammeln kann. Ich denke, nicht nur Rohfütterer, können damit etwas gutes für ihre Hunde (und auch für sich selbst) tun.
Ich beschäftige mich schon seit meiner Jugend mit Botanik bzw. Pflanzenkunde und habe alle Pflanzen, die ich hier aufführe, selbst gegessen und auch an meinen Hund, in kleineren Mengen verfüttert.Ich habe sie nach bestem Wissen und Gewissen ausgewählt kann aber natürlich keine Garantie für eine gesundheitliche Unbedenklichkeit geben. Bei den Familienzugehörigkeiten und Lateinischen Namen kann ich nicht für den neusten Stand der Nomenklatur garantieren da ändert sich schon mal etwas, aber jede Pflanze sollte man eindeutig identifizieren können.
Ergänzungen, Anmerkungen und vielleicht Kräuter die ihr verwendet, könnte ich ja, falls ich sie per PM bekomme, beifügen oder ihr postet sie als Antwort.
Ich selbst werde ,wenn ich Bedarf erkenne, auch selbst von Zeit zu Zeit diesen Artikel noch mit weiteren Kräutern und Informationen ergänzen.
Ausführliche Pflanzenbeschreibungen und eigene Fotos stelle ich hier nicht ein, aber jeweils einen Link auf die entsprechende Pflanze bei Wikipedia. Man kann sich dort die Pflanzen dort ansehen (und die Beschreibung dazu) oder in einem guten Bestimmungsbuch nachsehen. Wer dann noch Fragen hat kann sich aber gerne auch an mich wenden.

Vorab vielleicht noch ein paar allgemeine Grundregeln dazu:

1. Nur Pflanzen sammeln die man zu 100% kennt. Es gibt einige sehr gefährliche bis tödliche Kräuter. Manche kann man durchaus mit essbaren verwechseln.
2. Nur Pflanzen sammeln die man auch selber essen würde. Also keine verschmutzten Pflanzen, von Schimmel oder Fäulnis befallene sammeln.
3. Wenn man neue Kräuter zum ersten Mal verfüttert, den Hund und seine Reaktionen (Kratzen, Durchfall ec.) beobachten. Es gibt individuelle Unverträglichkeiten und Allergien. Falls man so etwas beobachtet, die Kräuter natürlich nicht mehr geben.
4. Die Kräuter möglichst frisch verwenden, gut waschen und zerkleinern. Am besten mit gutem, kaltgepressten Öl und /oder Ei vermengen, pürieren und als Pesto unter das Futter mischen. Alle meine Hunde haben die Kräuter so gerne gegessen.
5. Keine Pflanzen, von mit Pestiziden behandelten Flächen sammeln.

Ich habe mich noch nicht für eine bestimmte Reihenfolge entschieden, und so fange ich mit ein paar Kräutern an die jetzt schon wachsen. Insbesondere lege ich im Frühjahr Wert auf die sogenannten „Bärenkräuter“, das sind Pflanzen die die Bären nach Beendigung ihres Winterschlafes zuerst suchen und fressen. Unsere eigenen Vorfahren aber auch z.B. die Indianer Nordamerikas haben die Bären, die sie für die Ärzte(Medizinmänner) unter den Tieren hielten, genau beobachtet und die entsprechenden Pflanzen dann auch als Nahrung bzw. Medizin verwendet. Das sind u.a. : Bärlauch, Bachbunge, Brennnessel, Brunnenkresse Bärwurz, Löwenzahn, Sauerampfer und Spitzwegerich.

Als erstes fressen die Bären übrigens Nieswurz (Helleborum) um zu Erbrechen, dann als zweites Weidenknospen(-rinde), das befreit sie von Rückenschmerzen und Rheuma (natürliche Salicylsäure). Diese beiden Pflanzen kommen als Futterzusatz für unsere Hunde aber eher nicht in Betracht.



Die "Bärenkräuter":

Der Bärlauch (Allium ursinum) wächst bei uns, durchaus in größeren Mengen, ab Anfang März in feuchten Laubwäldern. Zum Sommer hin, nach der Blüte und Samenreife, zieht sich die Pflanze in den Boden zurück. Sie gehört zu den Zwiebelgewächsen und sollte den Hunden nur als Begabe in kleinen Mengen gegeben werden.Der Bärlauch gilt als antibakteriell, reich an Vitaminen und Mineralstoffen und hat viele gute Eigenschaften die man auch dem Knoblauch zuspricht. Allerdings kann er, wenn man ihn nicht genau kennt, mit sehr giftigen Pflanzen, wie dem Maiglöckchen oder der Herbstzeitlose verwechselt werden. Eine Geruchsprobe(er riecht durchdringend nach Knoblauch) kann hier Sicherheit bringen, ich verbinde das dann auch gleich mit einer Geschmacksprobe vor Ort. Bärlauch gehört für uns zum Frühjahr dazu,für den der Knoblauch mag schmeckt er herrlich.
http://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%A4rlauch


Die Bachbunge (oder Bachehrenpreis) (Veronica beccabunga) gehört zu den Rachenblütlern, ist an langsamfließenden Bächen und Gräben mit sauberem frischem Wasser oft zusammen mit der Brunnenkresse zu finden. Sie hat fleischige Stiele und Blätter und kleine vierblättrige hellblaue Blüten. Um eine Verwechslung mit giftigen Wolfsmilchgewächsen zu vermeiden schau ich mir die Bruchkanten am Stengel an. Bei der Bachbunge, wie auch der Brunnenkresse tritt hier keine weiße Milch, wenn man den Stengel abbricht, aus. Der Geschmack ist leicht bitter, deshalb nicht zuviel davon geben. Der Bachehrenpreis gilt als blutreinigend.
Man sollte die Bachbunge gut abwaschen und nicht aus Gewässern ernten die weiter oberhalb durch Schafsweiden fließen, wegen der Gefahr von Leberegeln.
http://de.wikipedia.org/wiki/Bachbunge


Die Brennnessel (Urtica dioica) die oft an Wegrainen wächst gehört zu den Nesselgewächsen, und ist sicher jedem bekannt. Ich verfütter sie aber nur selten und gebe sie meistens auch nur gekocht. Sie ist reich an Vitalstoffen (Eisen,Mineralsalze,Vitamin C u.a.) aller Art und wird bei vielen Krankheiten wie z.B. Arthritis, Rheumatismus eingesetzt. Sie gilt als harn- und milchtreibend, als blutreinigend und blutbildend. Ich wäre allerdings bei Hunden die zu Allergien neigen, da sie Histamin enthält, etwas vorsichtig.
Noch eine Ergänzung zur Brennnessel: Zum Thema Allergie und Brennnessel gibt es auch noch die gegenteilige Meinung. Man soll sie aus zwei Gründen gerade bei Allergien geben:
Erstens zur Steigerung der Abwehrkräfte, Anregung und Entgiftung des Stoffwechsels.
Zweitens weil die Histamine der Brennnessel an Histaminrezeptoren im Körper "andocken" und so verhindern so, dass die körpereigenen Histamine das tun. Also gerade bei Allergieprolemen ausprobieren, es gibt allerdings auch "Brennnesselallergien", dann natürlich sofort absetzen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Brennnessel


Die Brunnenkresse (Nasturtium officinale) gehört zu den Kreuzblütlern. Sie besiedelt die gleichen Standorte wie die Bachbunge und ist wie diese, oft auch im Winter noch zu ernten. Sie hat kleine weiße vierblättrige Blüten. Von dem recht ähnlichen Wiesenschaumkraut, das ebenfalls an diesen nassen Stanorten zu finden ist, kann man sie anhand des Blütenstempels, der bei der Brunnenkresse violett und bei dem Wiesenschaumkraut gelbist, unterscheiden. Im Gegensatz zur Brunnenkresse hat das Wiesenschaumkraut einen markigen und nicht einen hohlen Stengel. Ich verwende die Bunnenkresse ebenso wie die Bachbunge eher sparsam (nur so als Zugabe) weil sie etwas scharf (Senfschwefelglykoside) und auch etwas bitter ist, und im Übermaß Blasenreizungen verursachen kann.
Man sollte die Brunnenkresse ebenfalls gut abwaschen und nicht aus Gewässern ernten die weiter oberhalb durch Schafsweiden fließen, wegen der Gefahr von Leberegeln.
http://de.wikipedia.org/wiki/Brunnenkresse


Jetzt meine Lieblingspflanze, der auch sicher jedem bekannte Löwenzahn (Taraxacum officinale). Er gehört zu den Korbblütlern und wächst ja nun wirklich fast überall und fast immer, nur so kann man sich erklären das er von den Menschen so gering geschätzt wird. Er ist reich an Vitalstoffen, Mineralsalzen enthält die Vitamine A, B, und C. Er gilt als appetitanregend, blutreinigend, die Gallensekretion fördernd , magenwirksam u.v.a. mehr. Wir essen ihn im Frühjahr gerne, viel und oft, genau so wie unser Hund.
http://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%B6wen ... raxacum%29


Der Sauerampfer (Rumex acetosa) ist hier fast an jedem Wegrain und jeder Wiese zu finden. Er hat einen sauren Geschmack (Oxalsäure) und sollte aus diesem, und anderen Gründen, nur in sehr kleinen Mengen verzehrt werden. Rötlich verfärbte Blattteile enthalten besonders viel Oxalsäure, deshalb lass ich sie stehen. Der Sauerampfer enthält u.a. Eisen und Vitamin C.
http://de.wikipedia.org/wiki/Sauerampfer


Den Spitzwegerich (Plantago lanceolata) gehört zu den Wegerichgewächsen und man findet ihn im Frühjahr, aber auch oft im milden Winter, also eigentlich fast das ganze Jahr über an Wegrainen und auf Wiesen. Er schmeckt mild und ich fütter ihn öfter und auch in etwas größeren Mengen. Er gilt als wirksam gegen Husten.
Im Gegensatz zum Spitzwegerich , der ja lange spitze Blätter hat, erkennt man den Breitwegerich an seinen breiten Blättern. Ich verwende ihn ähnlich wie den Spitzwegerich , zusätzlich soll der Breitwegerich auch noch wirksam gegen Durchfall sein.
http://de.wikipedia.org/wiki/Spitzwegerich


-----------------------------------------------------------------------------------------------------------

Nun möchte ich drei Kräuter anfügen die den meisten als Gartenunkräuter bekannt sind. Statt sich beim Jäten nur darüber zu ärgern, kann man diese Kräuter auch in den Futterplan einfügen. So kann man den „unerwünschten Beikräutern“ vielleicht noch etwas positives abgewinnen.

Das Gänseblümchen oder Maßliebchen (Bellis perennis ) gehört zu den Korbblütlern und ist den Liebhabern vom englischen Rasen sicher oft ein Dorn im Auge. Man kann von ihm die Blätter aber auch die hübschen Blüten (vielleicht sogar als Garnierung auf dem eigenen Salat) verwenden. Da es neben seiner blutreinigenden , harntreibenden , darmreinigenden auch eine abführende Wirkung hat, sollte man es in nicht in allzu großer Menge verfüttern. Von den Blüten die besonders viel ätherische Öle enthalten gebe ich maximal 10 Stk. zum Futter dazu.
In der Volksmedizin wird das Gänseblümchen u.a. bei Gelbsucht bei Asthma und äußerlich zur Wundbehandlung verwendet.
http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%A4nsebl%C3%BCmchen


Der Giersch oder Geißfuß (Aegopodium podagraria) gehört zu den Doldenblütlern und ist den meisten Gartenbesitzern als äuserst hartnäckiges Wurzelunkraut nur allzu gut bekannt.
Er wächst aber auch an Wegrändern an Hecken usw.
Den Wenigsten dürfte bekannt sein das es sich bei dem weißblühenden Giersch um einen erstklassigen Futterzusatz, auch in etwas größeren Mengen, für unsere Hunde handelt. Er wurde in der Volksmedizin bei Gicht (äusserlich) und bei Rheuma verwand.
http://de.wikipedia.org/wiki/Giersch


Die Vogelmiere (Stellaria media) gehört zu den Nelkengewächsen und ist eine sehr vitale Pflanze. Im Garten wächst sie oft als „Unkraut“, aber auch auf nährstoffreichen Böden auf Kulturland oder an Wegrändern kann man sie finden. An medizinischen Eigenschafen, wird oft eine Hemmung der Milchsekretion , harntreibende und entzündungshemmende Wirkungen genannt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Vogelmiere


----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Hier möchte ich die kleine Wildkräuterkunde um fünf typische Wiesenkräuter, die aber auch an Wegrainen oder an Hecken zu finden sind ergänzen. Leider verschwinden die extensiv genutzten Wiesen immer mehr sodass auch diese Kräuter, bis auf den Rotklee, immer mehr zurückgehen.

Der Frauenmantel (Achemilla vulgaris) , der unscheinbare grünliche Blüten besitzt, gehört zu den Rosengewächsen. Wie der Name schon vermuten lässt, handelt es sich um eine Pflanze die traditionell in der Frauenheilkunde Verwendung fand. Zur Zeit der Renaissance glaubte man sogar das die Pflanze den Zustand der Jungfräulichkeit sowie die durch Alter verlorene Schönheit zurückbringen könnte. Ich weiß nicht ob dieses gerne auf feuchten Wiesen wachsende Kraut diese Wirkungen auch wirklich hat, aber die Nützlichkeit dieser Pflanze durch ihren Gehalt an Gerb- und Bitterstoffen steht für mich außer Frage. Sie wirkt u.a. magenwirksam, entzündungshemmend und sedativ wir in der Medizin u.a. bei Durchfall, Fettleibigkeit, und Blähungen verwendet.

http://de.wikipedia.org/wiki/Frauenmantel


Das Gelbblühende Gänsefingerkraut (Potentilla anserina gehört ebenfalls zu den Rosengewächsen und ist auch oft an Wegesrändern (und Gänseweiden) zu finden. Der Name der Gattung leitet sich vom lateinischen potens = kräftig ab, was auf ihre starke Wirkung hinweisen dürfte. Die Medizinischen Eigenschaften der Pflanze werden mit adstringierend, kräftigend, krampflösend und magenwirksam angegeben. Außerdem hat es eine schmerzstillende und stopfende Wirkung In sehr kleinen Mengen füge ich sie hin und wieder der Hundefuttermischung bei.

http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%A4nsefingerkraut



Die Weißblühende Schafgarbe (Achillea millefolium) gehört zu den Korbblütlern und wurde als Heilkraut früher sehr geschätzt, wächst gerne auf Wiesen und an Wegrändern. Die fein- gefiederten Blätter stehen fast das ganze Jahr über zur Verfügung. Unter anderem werden ihr krampflösende, tonische entzündungslindernde, magenberuhigende Wirkungen nachgesagt. Ich schätze sie auch als Hundefutterzugabe , wie alle medizinisch wirksamen Kräuter in kleinen Mengen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Schafgarbe


Der Rosablühende Schlangenknöterich (Polygonum bistorta) kann zur Blütezeit eine ganze feucht-frische Wiese mit seinen „zahnbürstenähnlichen“ Blüten einfärben. Obwohl sein Name sich gefährlich anhört, ist dieses zu den Knöterichgewächsen gehörende Kraut vollkommen harmlos und nützlich. Da er neben Vitamin C, auch Oxalsäue enthält, sind auch hier nur kleine Futter-Beigaben zu empfehlen. Unter anderem wird er auch gegen Durchfall eingesetzt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Schlangenkn%C3%B6terich


Bei den Wiesenkräutern zum Schluss noch der auf fetten Wiesen allgegenwärtige Rotklee oder Wiesenklee (Trifolium pratense) über dessen medizinischen Eigenschaften ich hier nichts sagen kann. Ich verwende relativ oft, hauptsächlich die Blüten, in wegen der blähenden Wirkung, geringer Menge.
http://de.wikipedia.org/wiki/Rotklee

--------------------------------------------------------------------------------------------------------


Jetzt folgen noch ein paar Pflanzen aus dem Lebensbereich Waldrand, Kahlschlag, Ruderalflächen und Wegesränder:


Der Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense) der auch Zinnkraut genannt wird, gehört zu einer urtümlichen Gruppe ( Gefäßkryptogamen) von Pflanzen, zu denen auch Farne und Bärlappe gehören. Sie tragen normalerweise keine Blüten und niemals Samen sondern vermehren sich durch Sporen. Der Schachtelhalm wächst oft am Wegesrand auf Äckern oder auf unkultivierten Plätzen. Er hat einen hohen Gehalt an Mineralsalzen insbesondere an Kieselsäure. Er gilt als u.a. als harntreibend, mineralsalzzuführend und narbenbildend. Er stärkt das Immunsystem, gilt als "Knochenheiler" und ist wertvoll für Fell, Krallen und Bindegewebe.
Den Ackerschachtelhalm bitte nicht mit dem giftigen Sumpfschachtelhalm verwechseln. Der Sumpfschachtelhalm wächst wie der Name schon sagt eher an feuchten bis sumpfigen Standorten. Schaut Euch mal hier den Vergleich an.
http://de.wikipedia.org/wiki/Ackerschachtelhalm


Der gemeine Augentrost (Euphrasia officinalis) gehört zur Gattung der Sommerwurzgewächse und ist ein Rachenblütler mit weißen Blüten, die violett gestreift sind und einen gelben Schlundfleck aufweisen.
Die Euphrasia ist ein Halbschmarotzer die zwar selber noch Blattgrün besitzt, aber zugleich die Wurzeln zumeist von Gräsern „anzapft“ und ihnen Nährstoffe entzieht. Aus diesem Grund ist sie oft vergesellschaftet mit Gräsern auf Wegen und an Wegesrändern und auch auf Magerwiesen oft zu finden.
Wie der Name Augentrost schon vermuten lässt, handelt es sich um ein altbekannte Heilpflanze die vor allem spezifisch bei Augenerkrankungen sowohl innerlich wie äußerlich verwendet wird.
Bei der äußerlichen Anwendung würde ich eher die käuflichen sterilen Augentropfen ( z.B. von Wala) empfehlen.
Als Tee oder frischen Futterzusatz kann man sie aber auch problemlos auf Spaziergängen selber sammeln.
Die hübsche kleine Pflanze enthält ätherische Öle, Gerbstoffe, Glykosid (Aucubin), Harze und Farbstoffe. Sie wirkt adstringierend, entzündungshemmend und schmerzlindernd. Außer für Augenleiden findet sie Verwendung bei leichten Magenbeschwerden, Husten und Bronchitis.

Insbesondere bei Hunden mit chronischen Augenproblemen würde ich sie öfter mal in kleinen Mengen (sie schmeckt bitter und etwas scharf) als pürierten oder kleingehackten Futterzusatz (oder auch als Tee) verwenden.

http://de.wikipedia.org/wiki/Gemeiner_Augentrost



Die Rote Fetthenne (Sedum telephium) hat charakteristisch „fette“ fleischige, saftige Blätter und gehört zu den Dickblattgewächsen. Sie wächst hier an sonnigen trockenen Weges- und Waldrändern. Medizinisch wird sie fast nur äußerlich (Wundheilung) eingesetzt. Als Zusatz zum Hundefutter nehme ich sie relativ oft, weil sie an meiner Standartrunde wächst.
http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fe_Fetthenne


Die Heckenrose (Rosa canina) oder Hundsrose (wie passend) ist sicher allgemein bekannt. Das sie zu den Rosengewächsen gehört versteht sich fast von selbst. Hingegen ist sicher weniger bekannt das die Früchte der Heckenrose, die Hagebutten, eine hervorragende Nahrungsergänzung für Hunde sind.
Man kann selber leicht ein gesundes Hagebuttenmus herstellen. Nach dem ersten Frost die Früchte ernten die "reizenden Häärchen" entfernen, grob zerhacken und durch ein Sieb streichen. Anschließend mit der gleichen Menge Honig vermischen und dunkel und kühl lagern.
Insbesondere das Sklettsystem ( Arthitis,Arthose) profitiert von regelmäßigen Hagebutten gaben. Hagenbutten enthalten viel Vitamin C, stärken die Nerven, fördern die Blutbildung, können gegen Allergien, Infektionskrankheiten und Abwehrschwäche helfen.
Bei Gelenkproblemen haben sich besondere Aufbereitungen "Litozin Hagebutten Puver oder Kapseln" bewährt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Hunds-Rose


Die Himbeere(Rubus idaeus), Brombeere (Rubus fruticosus) und Walderdbeere (Fragaria vesca) alles drei Rosengewächse wachsen oft an den gleichen Standorten wie z.B. Waldränder, Kahlschläge usw.
Von ihnen kann man nicht nur die Früchte sondern auch die Blätter verfüttern. Besonders interessant weil Brombeere und Walderdbeere oft im Winter noch grün sind.
Bei den medizinischen Eigenschaften ist bei den Himbeerblättern hervorzuheben das sie Hündinnen zu einer leichteren Geburt sowie zu besserer Milchbildung verhelfen soll. Dabei sollte man sie um jedes Risiko(Frühgeburt) auszuschließen (es gibt da unterschiedliche Meinungen)erst kurz vor der Geburt geben.
Außerdem wirken u.a. sie leicht abführend, blutreinigend, appetitanregend und tonisch.
Die Brombeerblätter haben z. T. ähnliche Wirkungen und werden im Gegensatz zur Himbeere bei Durchfall(statt Verstopfung) eingesetzt.
Der Walderdbeere werden u.a. beruhigende, harntreibende, blutreinigende und tonische Wirkungen nachgesagt.
Natürlich sind auch die Früchte aller drei Pflanzen eine sehr gesunde Nahrungsergänzung.
http://de.wikipedia.org/wiki/Himbeere
http://de.wikipedia.org/wiki/Brombeere
http://de.wikipedia.org/wiki/Walderdbeere


Die weißblühende Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata) gehört zu den Kreuzblütlern und wächst oft an Wegesränden, Waldrändern und in Hecken. Die zerriebene Pflanze duftet intensiv nach Knoblauch obwohl sie statt dem Alliciin beim Knoblauch, ein flüchtiges Senfölglycosid namens Sinigrin enthält. Sie kann bei Mensch und Tier auch ähnlich dem Bärlauch verwendet werden. Allerdings behält sie ihre Würzkraft, im Gegensatz zu diesem nur im rohen Zustand. In kleinen Mengen kann man sie als gesunde Zutat zum Hundefutter verwenden. Als Medizinische Eigenschaften( äußerlich und innerlich) werden z.B. genannt: Antiseptisch, fördert den Auswurf, harntreibend, stimulierend, wundheilend, wundreinigend.
Die Blüten können übrigens ebenso wie die Blätter verwendet werden.
http://de.wikipedia.org/wiki/Knoblauchsrauke

Die von den Landwirten und Gärtnern, als Unkraut gehasste, schwer zu bekämpfende Quecke gehört zu den Süßgräsern. Neben anderen Gräsern wie z.B. dem Hundzahngras wird sie gerne auf den Spaziergängen von den Hunden abgerissen und gefressen. Die unterirdisch wachsenden Rhizome ( Wurzelstöcke) gelten als besonders heilkräftig, aber auch die oberirdisch wachsenden Teile können in kleinen Mengen dem Hundefutter zugefügt werden. Die Quecke ist reich an Ballaststoffen, Schleimstoffen, Mineralsalzen (u.a. Kieselsäure) gilt als blutreinigend, harntreibend und wird u.a. bei Nieren- und Steinerkrankungen verwendet. Sie erhöht die Darmaktivität, kann auch das Erbrechen erleichtern, vielleicht der Grund für die freiwillige, geziehlte Aufnahme der Quecke durch unsere Hunde, die scheinbar noch nicht alle, Heilkräuter betreffenden, Instinkte verloren haben.
http://de.wikipedia.org/wiki/Kriech-Quecke



Das schmalblättrige Weidenröschen (Epilobium angustifolium) gehört zu den Nachtkerzengewächsen. Es besiedelt gerne Kahlschläge im Wald und färbt sie ab dem Frühsommer of rosa bis purpurrot ein. Viele wissen nicht dass es sich hier um eine mild schmeckende Salat- und Gemüsepflanze, die man gut in die Hundeernährung einbauen kann, handelt. Mancherorts werden im Frühjahr die ersten zarten Blattrosetten (hier sagt man Schlüppchen dazu) als Gemüse oder Salat ähnlich wie der Feldsalat verwendet.
Medizinische Eigenschaften hat das Weidenröschen kaum, ich gebe ich es aber relativ oft und reichlich zum Futter.
Eigentlich eine schöne nützliche Pflanze die man auch (wie ich) im Garten auswildern lassen kann.
Schmalblättriges Weidenröschen


-------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Hier möchte ich noch ein paar ganz besondere Pflanzen vorstellen, die bei uns nicht wild vorkommen sich aber meiner Meinung nach hervorragend zur Nahrungsergänzung von Mensch und Hund eignen:


Die sukkulente echte Aloe (Aloe vera) gehört zu den Liliengewächsen und ist bei uns mehr als Zimmerpflanze bekannt. Über ihre Heilwirkungen sind schon ganze Bücher, zu Recht wie ich finde, geschrieben worden. Man kann sie problemlos im Gewächshaus oder Zimmer im Sommer auch auf der Terrasse pflegen. Vor allem im Winter wo es wenig Frisches für unsere Hunde gibt, ist sie als Nahrungsergänzung und Heilmittel interessant. Man verwendet überwiegend das Gel aus dem Inneren der fleischigen Blätter, weil der "gelbe" Saft direkt unter der Blattinnenwand eine leicht abführende Wirkung hat. Bei den kleinen Mengen die Felix ab und zu bekommt, habe ich aber keine solche Wirkung feststellen können.
Die Aloe vera stimuliert das Immunsystem, fördert (äußerlich) die Wundheilung, wirkt antiviral und antibakteriell und baut die Darmflora z.B. nach einer Antibiotikabehandlung auf. Sie ist besonders nützlich und hilfreich bei allen Magen- und Darmkrankheiten sowie Haut-, Krallen- und Fellproblemen, nicht nur bei unseren Hunden.....
Es gibt auch viele fertige Aloe-Gel-Produkte im Handel. Man sollte allerdings auf gute Qualität (ohne Konservierungsstoffe) achten.
Sicherheitshalber sollte man sie nicht während der Trächtigkeit und Säugeperiode geben.
http://de.wikipedia.org/wiki/Echte_Aloe



Die Graubehaarte Zistrose ( Cistus incantus), die "Pflanze Europas 1999", wächst wild in Griechenland und wir dort in Form von Haustee schon seit der Antike, insbesondere auf der Halbinsel Chalkidike, als vorbeugende Gesundheitspflege hoch geschätzt. Sie gehört nicht zu den Rosengewächsen, ihre Blüten haben aber Ähnlichkeit mit wilden Rosen.

Der Cistus gehört zu den an Polyphenolen (mit "Vitamincharakter") reichsten Pflanzen überhaupt. Polyphenole sind starke Antioxidantien und können viele Krankheiten wie z.B. Pilzerkrankungen aber auch Herz- Kreislauferkrankungen verhindern bzw. heilen. Zudem soll die Zistrose auch u.a. entgiftend, antibakteriell und antiallergisch wirken. Die Uni Osnabrück hat sogar im Laborversuch nachgewiesen das Cistus-Extrakt das Wachstum von Brustkrebszellen ungewöhnlich stark hemmen konnte.
Daneben wird der Zistrose, und das ist für uns Hundehalter besonders wichtig, eine abschreckende Wirkung gegen Zecken zugesprochen. Es gibt dazu eine Studie von einem Tierarzt, ich finde den Originallink leider nicht wieder, aber hier kann man das auch nachlesen.
Wir trinken regelmäßig den wohlschmeckenden Cistustee und Felix bekommt auch regelmäßig davon, am besten ist nach meiner Meinung der kontrolliert wildgesammelte Tee aus Griechenland.
Ich denke als alleiniger Zecken/ Borelioseschutz reicht die Zistrose nicht aus, aber aufgrund ihrer vielfältigen gesundheitlichen Wirkungen hat sie, auch als Nahrungsergänzung, mehr Aufmerksamkeit verdient.
http://de.wikipedia.org/wiki/Zistrosen





So das waren jetzt erstmal meine Favoriten in der Kurzvorstellung. Es gibt noch eine Menge Pflanzen die man ebenso zur Nahrungsergänzung des Hundes einsetzen kann, aber die habe ich selbst bisher kaum verfüttert und deshalb möchte ich sie hier nicht aufführen.
Ich hoffe für den einen oder anderen war etwas dabei.


Viel Spass beim Ausprobieren,
und allzeit gesunde Hunde wünschen,
Freddy und Felix

PS: Ergänzungen oder Anregungen zu dieser Tabelle postet doch einfach unter dieses Thema, so lässt sich die Zusammenstellung dann Schritt für Schritt erweitern und verbessern!
Zuletzt geändert von Freddy am Do 11. Aug 2011, 14:02, insgesamt 10-mal geändert.
Grund: Nachtrag Augentrost

Antworten

Zurück zu „Gesunderhaltung & Vorbeugung“