Die größten Irrtümer über den Airedale Terrier

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Die größten Irrtümer über den Airedale Terrier

Beitragvon Lena » Di 28. Feb 2017, 18:54

Sicher kennt ihr das auch, diese Kommentare, die man hören kann, wenn man einen Airedale Terrier hält,
so in etwa:

Der AT ist kein Anfängerhund,
der AT ist schwer erziehbar
der AT ist ein Raufbold
der AT ist unverträglich mit allen Hunden
der AT wäre gerne Einzelhund
der AT ist ein Kläffer

und das Schlimmste, daß ich je gehört habe:
der AT wird im Alter bissig, dann muß er erschossen werden. :dog_laugh

Ich kann nichts von alledem bestätigen, genau das Gegenteil ist eher der Fall.

LG Lena
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Re: Die größten Irrtümer über den Airedale Terrier

Beitragvon ChristaS » Mi 1. Mär 2017, 13:47

Hhhhmmm, nun ja,

Ich finde schon, dass der Airedale kein Anfängerhund ist, so wie die meisten Terrier. Einem blutigen Anfänger würde ich tatsächlich eher zum Labrador raten.
Schwer erziehbar? - Nee, man braucht halt eine Menge Humor!
Raufbold/unverträglich? - Gibt's schon auch, von meinen bisher vier eigenen Airedale-Damen war aber nur eine dabei. Die anderen waren/sind im Normalfall sehr verträglich und raufen nur, wenn es sich nicht vermeiden lässt. (Sie stecken aber auch nicht zurück oder gehen einer offenen Konfrontation aus dem Weg.)
Einzelhund? Das ist, glaube ich, Charaktersache. Butzi war nie Einzelhund, Olympia wäre gestorben ohne Gesellschaft, Laima war mehrere Monate Einzelhund und seeeehr glücklich damit, Holly braucht auf jeden Fall noch Hund(e) an der Seite.
Kläffer? Das zu vermeiden ist meiner Meinung nach reine Erziehungssache!

Beim letzten Vorurteil fällt mir nichts mehr ein....

Liebe Grüße,
Christa mit Laima und Holly
... mit Butzi und Olympia im Herzen.
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Re: Die größten Irrtümer über den Airedale Terrier

Beitragvon grey » Do 2. Mär 2017, 15:28

Liebe Christa,
ich schließe mich Deiner Meinung voll an.
Und im Alter: werden sie etwas weiser und schmusebedürftig.
Ich habe 6 alte AT erlebt, 2 davon sind(waren) meine.

diese Irrtümer halte ich für den Stand vor 50 Jahren. Da wurde auch der AT oft nur im Zwinger gehalten.
Daß der im Alter mit unbeobachteten Schmerzen unleidlich wird, ist kein Wunder, oder?

liebe Grüße
Ingrid mit AT Nando und BT Flynn
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Re: Die größten Irrtümer über den Airedale Terrier

Beitragvon Lena » Do 2. Mär 2017, 16:34

Hallo Ihr,
ja, das mit dem im Alter bissig werden, hat tatsächlich mal jemand zu mir gesagt. Ich hatte damals meinen ersten AT und dieser Mensch, meinte, ob ich es wüßte, daß AT im Alter bissig werden. Sein Freund hätte zwei AT gehabt und beide mußte er erschießen weil sie im Alter gebissen hätten. :dog_blink
Ich mußte damals auch zweimal schlucken und vor meinem geistigen Auge sah ich mich schon mit einer Pistole in der Hand meinen Hund erschiessen. :dog_unsure Ich vermute, daß besagte Hunde wirklich krank waren und Schmerzen hatten und dieser Mensch sich den Tierarzt erspart hat.

Das der AT kein Anfängerhund sein soll, wie man ja so oft hört, finde ich jetzt nicht. Vermutlich macht sich jeder, bevor er sich einen Hund zulegt, schlau über Hundehaltung. Warum soll dann ein Ersthundhalter keinen AT erziehen können?
Schwieriger als andere Hund sind sie auch nicht, vorausgesetzt, man hat eine Menge Humor. :dog_laugh

Da finde ich den Schäferhund für einen Hundeanfänger eher ungeeignet. Viele Ersthundehalter meinen, sie müßten mit dem Schäfertier Hundewiesen besuchen und das geht meistens voll in die Hose. Schäferhunde brauchen nicht unbedingt andere Hunde und mit denen auch noch zu spielen, ist auch nicht so ihr Ding.

Mit den Terriern konnte ich immer in grösseren Hundegruppen laufen, sie fanden das durchweg alle toll und spielen mit Artgenossen auf der Hundewiese war die Krönung.

LG Lena
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Re: Die größten Irrtümer über den Airedale Terrier

Beitragvon Bettina » Fr 3. Mär 2017, 09:18

Hallo Lena,

zu diesen klischeebehafteten Aussagen über den Airedale-Terrier kann ich (aus meiner Erfahrung) nur sagen, daß sie alle nicht stimmen.

Aber sie sind, wie so vieles, eben den individuellen Ansichten der verschiedenen Menschen geschuldet. Was für den einen als schwer erziehbar gilt, ist es für den anderen überhaupt nicht. Aber natürlich ist jedes Tier auch wieder individuell zu betrachten und somit machen solche Aussagen eben überhaupt keinen Sinn - man kann nicht pauschal (be)urteilen!

Und daß der AT nun nicht als "Ersthund" geeignet sein soll - ist doch auch relativ zu betrachten. Oftmals sind es gerade die Neu-Hundehalter, die mit dem richtigen Bauchgefühl an die Haltung und Erziehung eines Hundes herangehen. Und wer will behaupten, daß nun gerade eine Rasse XYZ als Ersthund geeigneter sein soll?

Lena hat geschrieben:und dieser Mensch, meinte, ob ich es wüßte, daß AT im Alter bissig werden. Sein Freund hätte zwei AT gehabt und beide mußte er erschießen weil sie im Alter gebissen hätten.


wenn ich solche Aussagen schon höre (gilt für alle Belange der mitmenschlichen Kommunikation))...........entferne ich mich ganz schnell. Dieses Getratsche von Leuten über gewisse Situationen, Personen, Tiere - einfach fürchterlich!

Liebe Grüße
Bettina
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Re: Die größten Irrtümer über den Airedale Terrier

Beitragvon lutz » Fr 3. Mär 2017, 09:28

Hallo AT-Freunde,

also für einen idealen Anfängerhund halte ich den Airedale auch nicht gerade. Er hat eben auch die typischen Terriereigenschaften selbst wenn er von den vielen Terrierarten die es gibt diese wohl noch mit am wenigsten hat. Jeder kommt mit so einem manchmal ganz schön eigensinnigen Charakterhund nicht klar.
Es heißt nicht umsonst : "Es gibt Hunde und es gibt Terrier.

Schwer erziehbar ist der Airedale sicher nicht. Er muss nur ANDERS erzogen werden als ein sogenannter "Führerweicher Hund" wie z.B. der DS oder auch Mali.
Ich will es mal zusammenfassend so sagen: "Ein Airedale ist kein Befehlsempfänger". Meine Erfahrung: Ein Airedale muss überzeugt werden, dann klappt es auch mit der Erziehung.

Generell muss ja auch nicht jeder Airedale ein Raufbold sein, obwohl der bekannte englische Hundeexperte Dr.Bruce Foggle in seiner Rassenübersicht "Hunde" schreibt:
" Der Airedale ist ein geborener Wachhund, vollführt aber nur zu gern "Straßenkämpfe" mit anderen Hunden. Dieser widerstandsfähige, mutige und treue Hund wurde als Polizei-,Schutz-und Meldehund eingesetzt.
Besäße er nicht seine angeborene Sturheit wäre er ein beliebter und erfolgreicher Gebrauchshund".
Wie gesagt das schreibt ein wirklicher Kenner von Hunden aus dem Mutterland des Airedales. Dem habe ich nichts hinzuzufügen. Auch wenn nicht alle Airedales gleich sind solche Erfahrungen habe ich selbst genug gemacht.

Dieses gilt auch für die "Unverträglichkeit" gerade mit Rüden anderer Rassen für einen erwachsen gewordenen AT-Rüden wenn diese ihm nicht den von ihm geforderten Respekt zollen wollen.
Dann kann es schnell zur Sache gehen. Aber ich kenne auch AT-Hündinnen die das durchaus können, und das nicht nur wie bei den Rüden untereinander sondern denen ist es manchmal egal ob es Männlein oder Weiblein ist auf die sie losgehen wenn ihnen gerade danach ist.

Ich glaube nicht dass jeder AT gerne Einzelhund wäre, da gibt es wie in allen Sachen des Wesens schon erhebliche Unterschiede,

Es gibt ruhige und auch laute Airedales. Melden von Fremden ist O.K. das "Kläffen",wenn es denn dahingehend ausarte, kann man aber auch einem Airedale abgewöhnen.

Warum sollten alte Airedales eigentlich "bissig" werden? Es kann aber durchaus sein dass ein Airedaleterrier die ja wie bekannt relativ spät, erst mit so ca. 4 Jahren "erwachsen" sind, sich durchaus nicht mehr alles so gefallen lässt wie als total verspielter Junghund.
Ein Fall ist mir allerdings bekannt dass ein hier ansässiger ehemaliger Chirurg und jetzige Reformhausbesitzer mir berichtete dass sein zweiter AT-Rüde in diesem Alter sein Personal gebissen hatte und er den Hund an die Polizei weiter gegeben hat.
Der Polizist und Hundeführer hatte ihm später noch ein Dankschreiben geschickt was für einen hervorragenden Hund er doch bekommen hätte und war voll des Lobes. (hatte ich schon mal geschrieben).

Ganz egal was ich hier jetzt geschrieben habe, dieses sind nur meine persönlichen rassespezifischen Erfahrungen, jeder AT ist natürlich anders und hat auch genau so wie wir Menschen seine Macken, Stärken oder Schwächen.
Da muss jeder eigene Erfahrungen machen. Es gibt nichts was es nicht gibt.

Viele Grüße von lutz mit Greta
Die Beziehung zwischen einem Mann und seinem Hund ist heilig,
was die Natur vereint hat, soll keine Frau trennen.
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Re: Die größten Irrtümer über den Airedale Terrier

Beitragvon Konrads Frauchen » Fr 10. Mär 2017, 13:20

Hallo,

Dann schreibe ich als blutige Anfängerin hier doch mal meine Erfahrung mit unserem ersten Hund und AT Konrad. Ja, es stimmt. Er ist schwierig, dickköpfig, stur, stellt Kommandos schonmal in Frage u. muss regelmäßig den Kopf zurechtgerückt kriegen. Und ja es stimmt, Grad die Anfangszeit der Pubertät hat mich einige Male echt an meine Grenzen getrieben u. verzweifeln lassen. ABER: Gerade die Selbstständigkeit und die Fähigkeit mich selbst zu denken finde ich bei Konrad, AT, spitze. Keines der genannten Vorurteile kann ich bestätigen. Konrad ist super erzogen, auch wenn er sich nicht auf jedes willkürlich hingeworfene "Platz" in den Schlamm schmeißt wie z. B. ein Mali, sondern mich anguckt u. fragt ob ich noch alle Tassen im Schrank hätte, er legt sich nicht ohne Grund in diesen Dreck :dog_nowink. Aber Kadavergehorsam kann ich schon bei Menschen nicht ab u. Brauch ich auch nicht beim Hund. :dog_cool

Und es ist auch ein weit verbreitetes Vorurteil, dass ein Labrador etc. einfacher wäre! Wenn ich diese Hunde nicht konsequent u. ordentlich erziehe kriege ich auch Riesenärger! Wir haben zwei davon direkt in der Nachbarschaft, Beißer und hochagressiv diese ach so tollen Familienhunde. Konrad würde bereits von beiden grundlos angegriffen. Ebenso zwei Golden Retriever, unerzogen u. die Frauchen werden den ach so lieben Goldies nicht mehr Herr. In unserer HuSchu wurde vor einigen Wochen ein Border Collie mit 5 Jahren vom Amt eingeschläfert, weil er mehrfach Leute gebissen hat u. Frauchen nicht eingesehen hat warum sie sich an die Auflagen halten soll u. vorher bereits bei der Erziehung versagte. Alles Anfängerhunde, Familienhunde und ach so toll.

Da nehme ich mir meinen AT, gehe stolz erhobenen Hauptes durch die Straßen während die o. g. rumpöbeln u. durchdrehen u. freue mich, wie ich als blutige Anfängerin mit meinem ach so schwierigen AT ruhig an denen vorbeigehe :brav Resultat einer Einzelstunde beim Trainer u. Erziehung.

Viele Grüße
Kathleen + Konrad
Konrads Frauchen
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Re: Die größten Irrtümer über den Airedale Terrier

Beitragvon Lena » Fr 10. Mär 2017, 19:27

Ja Kathleen,
so ist es. Der Airedale ist kein Befehlsempfänger, wenn man das haben möchte, sollte man sich für eine andere Rasse entscheiden. Er hinterfragt alles, kann man ihn nicht überzeugen, dann gehorcht er eben nicht.
Er lernt schnell, verdammt schnell und genauso schnell werden stunpfsinnige Wiederholungen auf dem Hundplatz langweilig für ihn.
Da kann es schonmal passieren (wie bei meinem letzten Rüden), daß er sich im Zeitlupentempo auf die Seite fallen läßt.
Nach dem Motto "das kann ich schon alles, mir ist langweilig". :dog_laugh Dann braucht man Humor.

Und der Jagdtrieb ist eigentlich auch nicht verwunderlich. Dieses Dichtmachen und auf nichts mehr reagieren ist eigentlich normal. Schließlich wurden diese Hunde dazu gezüchtet eigenständig Entscheidungen zu treffen. Eigentlich ist es nicht verwunderlich, daß sie dann nicht hören.
Aber mit all diesen liebenswerten Macken kann ich leben, nicht umsonst habe ich meinen dritten Airedale. Würde ich diese Rasse wirklich schwierig finden, dann käme eine Schlaftüte ins Haus. Aber damit wär ich bestimmt nicht glücklich.

LG Lena
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Re: Die größten Irrtümer über den Airedale Terrier

Beitragvon Mit » Mo 12. Jun 2017, 09:19

Hallo zusammen,

ich finde, die Frage ob der Airedale nun ein Anfänger Hund oder nicht ist kann man nicht pauschal beantworten. Unser Airedale ist auch unserer erster eigener Hund. Vorher kannten wir Hunde nur aus unseren Elternhäusern. Man muss sich bei der Anschaffung eines Hundes halt im Klaren sein, wieviel Aufwand es bedeutet. Sicherlich ist ein Airedale etwas schlauer und selbständiger als andere Rassen.

Meine Beobachtung in der Hundeschule und bei unseren Gassirunden ist eher, dass viele Hundeanfänger sich das Leben mitHund wohl etwas anders vorgestellt haben und nicht bereit sind genug Zeit in die Ausbildung und in die tägliche Beschäftigung des Hundes zu investieren. Und dann entwickelt sich der süße Welpen oder arme Auslandstierschutzhund dann zum Problemhund. Dies beobachte ich gerade wieder in zwei Fällen in der Nachbarschaft. Es kommt halt immer auf den verantwortungsvollen Umgang mit dem Tier an.

Wenn man das beherzigt und sich informiert und beraten lässt (da hat uns gerade dieses Forum viel geholfen, deswegen auch Danke an alle Verfasser von Beiträgen) kann glaube ich auch jeder Airedale ein Anfängerhund sein.

Viele Grüße

Lutz mit Samson
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