Heulen bei Sitz/Bleib

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Heulen bei Sitz/Bleib

Beitragvon Lou » Fr 24. Nov 2017, 21:05

Hallo Liebe Gemeinde,

mein knapp 1-Jähriger Rüde Filou hat eine sehr nervige Marotte. Immer wenn er länger Sitz oder Platz machen muss, fängt er an zu heulen und das richtig laut und nervig. Länger heißt schon ab 0,5 - 3 Minuten. Manchmal reicht schon eine rote Ampel, die etwas länger braucht. Insbesondere wenn er dann nicht mit anderen Hunden toben kann. In der Hundeschule ist es besonders schlimm. Neuerdings heult er auch in der U-Bahn.

Das Heulen kann mit Leckerlies/Spiel unterbrochen werden. Natürlich ist mir das bewusst, dass dies sein Verhalten nur noch verstärkt. In der Bahn bleibt mir aber nichts anders übrig als ihm was vor die Nase zu halten. Wegen den Leckerlies heult er aber nicht. Er will einfach nur sein Ding machen, d. h. schnüffeln, rumrennen, spielen etc. In der Hundeschule funktionieren nicht mal die Leckerlies. Die Hundetrainerin ängstigt ihn dann mit einer Plastikflasche. Das funktioniert auch... aber nur für eine kurze Zeit. Grundsätzlich ändert sich nichts an seinem Verhalten, es wird eher schlimmer. Schnauze festhalten/Anstubbsen/Anmeckern bringt nichts. Latent höre ich in der Hundeschule schon den Vorwurf, ich müsste ihn mal fest anpacken und zurechtweisen. Aber Airdales mit Härte erziehen soll ja nicht so gut funktionieren. Außerdem bringe ich es ehrlicherweise nicht übers Herz... Immer wenn ich das Gefühl habe, dass ich zu grob mit ihm war, kriege ich ein schlechtes Gewissen.

Meine neueste Strategie ist es, ihn während des Gassiegehens immer wieder Sitz machen zu lassen, bis er mit dem heulen anfängt. Dann gehe ich erst weiter, wenn er mit dem Heulen kurz aufhört...

Er heult nicht wenn er zuhause alleine bleiben muss. Angeleint vor dem Supermarkt heult er auch nicht. Es sei den ein toller Hund kommt vorbei.

Meine Fragen:
1. Verschwindet das mit dem Alter von alleine ? Und Wann?
2. Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht bzw. habt ihr Tipps, wie ich das Verhalten wieder aus ihm rauskriege?

Liebe Grüße
Lou
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Re: Heulen bei Sitz/Bleib

Beitragvon Lena » Fr 24. Nov 2017, 22:52

Zuallererst, wechsle bitte die Hundeschule! Einsatz von Wasserflasche und hartes Anpacken sind Methoden von Annodazumal. Zumal es ja auch keinen Erfolg zu bringen scheint.

Versuch doch ihm eine Aufgabe zu geben; lass ihn irgendwas tragen, Dummy, Frisbeescheibe oder Futterbeutel.
Wenn er was im Maul kann er nicht unbedingt jaulen.
Ich vermute, er kann sich schlecht konzentrieren. Ich würde, jenachdem wie euer Alltag verläuft, mehr Ruhe reinbringen,
das Programm runterfahren.
Vielleicht ist der Hund überfordert und jault weil er eine zu große Erwartungshaltung hat.

LG Lena
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Re: Heulen bei Sitz/Bleib

Beitragvon Lou » Sa 25. Nov 2017, 17:45

Hallo Lena,

Er hat definitiv eine zu hohe Erwartungshaltung. Sachen tragen hilft nicht bzw. er spuckt aus sobald er einen Hund sieht. Ich glaub wir nehmen mal Einzelunterricht bei ner renommierten hundertrainerin. Die Hundeschule werden wir auch wechseln.
Lou
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Re: Heulen bei Sitz/Bleib

Beitragvon Hundemutti » Sa 25. Nov 2017, 17:58

Hallo Lou,

nun, kommt immer darauf an, was unter „Zurechtweisen“ und „hart anpacken“ von der jeweiligen Seite verstanden wird…
Meist, wenn alles nix hilft, wird von manchen Hundetrainern garantiert zur Kastration geraten, falls es noch nicht geschehen sein sollte! Der Klassiker!

Gewalt, oder hartes Anpacken kann nie eine Lösung sein und kommt meist dann zum Einsatz, wenn der Mensch keine Lösung hat bzw. mit der Situation total überfordert ist! Ein „körperliches“ Zurechtweisen des Hundes muss auch richtig dosiert/angemessen sein! Es darf nur als Maßregelung für „schlechtes“ Verhalten vom Hund seines Gegenübers (Mensch) eingesetzt werden, so oder ähnlich, wie es ranghöhere, gut sozialisierte Rudelmitglieder oder die eigene Mutter tun würde! Wenn möglich, kurz und emotionslos … Der Hund soll daraus lernen und uns auch danach weiter vertrauen! Das ist m. M. nach schon eine Kunst!

Eine gute Hundeschule zu finden, ist fast schon ein 6er im Lotto! Ein Bauchgefühl zu haben, beinahe ebenfalls! Heutzutage kommt so ein Luxus immer mehr abhanden, man bekommt fast alles vorgekaut, wenn man denn will! Wenn Dein Bauchgefühl Dir Unbehagen bereitet, in empfohlener Form mit Deinem Hund umzugehen, dann kann es langfristig für Dich keine Lösung für die Erziehung Deines Hundes sein! Einen Hund mit Widerstreben erziehen zu wollen, ist m. M nach absoluter Unfug und kann nicht funktionieren! Wie soll Dein Hund Dich für voll nehmen, Dir vertrauen und sich von dir „führen“ lassen, wenn Du Dir in seiner Erziehung immer wieder unsicher bist und dich unwohl fühlst?

So aus meinem Bauch heraus würde mir Impulskontrolle für Euch einfallen! Ich finde es ist eine tolle Art mit Hunden zu arbeiten. Wie immer in der Hundeerziehung gehört Konsequenz und Selbstdisziplin dazu!

Hier mal 2 Links zum Stöbern... Man kann einiges für sich rausfiltern und ausprobieren, wie ich finde! Kleine leichte Aufgaben können nicht schaden! :herat

www.hundeerziehung-online.com/impulskontrolle-erregung-abbauen/

www.einfachtierisch.de/hunde/hundeerziehung/impulskontrolle-beim-hund-verbessern-tipps-fuers-training-id101901/
Liebe Grüße
R & R ...Romana & Rudel

Um Feinde zu bekommen ist es nicht nötig den Krieg zu erklären, es reicht, wenn man einfach sagt, was man denkt! Martin Luther King
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Re: Heulen bei Sitz/Bleib

Beitragvon Lena » Sa 25. Nov 2017, 18:22

Lou hat geschrieben:Hallo Lena,

Er hat definitiv eine zu hohe Erwartungshaltung. Sachen tragen hilft nicht bzw. er spuckt aus sobald er einen Hund sieht. Ich glaub wir nehmen mal Einzelunterricht bei ner renommierten hundertrainerin. Die Hundeschule werden wir auch wechseln.


Vielleicht machst du auch zu viel mit dem Hund, wie sieht denn euer Tagesablauf aus? Für mich hört sich das Verhalten schon so an als wäre der Hund extrem hochgepuscht. Grad einen Terrier kann man richtig "hochfahren".

An Impulskontrolle hatte ich auch gedacht, Romana hat ja gute Links dazu eingestellt.

LG Lena
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