Silvesterangst

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Silvesterangst

Beitragvon Empisandrea » Mi 1. Jan 2014, 15:27

Hallo Foris,
zuerst einmal wünsche ich allen Usern ein gesundes und glückliches 2014!

Da ich in der letzten Zeit viel über Hunde gehört und gelesen habe, die an Silvester ängstlich bis panisch sind würde mich mal interessieren ob diese Angst erlernt oder angeboren ist.
Zocker war absolut schussfest und hat meistens geschlafen an Silvester. Benton kümmert sich auch gar nicht um den Lärm. Wenn ich es nicht besser wüßte, würde ich meinen er ist taub. Wir waren um 0 Uhr kurz im Garten. Er hat sein Stofftier totgeschüttelt, ist rumgehüpft und wollte spielen.
Nun habe ich überlegt ob es am Geburtstag liegt. Zocker hatte im April, Benton hat im Februar. Beide waren ja an ihrem ersten Silvester längst aus der Prägephase raus und schon ein wenig selbstbewußt. Sind Hunde die zum Jahreswechsel noch richtige Welpen sind eher gefährdet traumatisiert zu werden durch dieKnallerei?
Vielleicht ist mein Gedanke ja auch völlig daneben, aber irgendwoher muss dieser krasse Unterschied doch kommen zwischen Panik bei den einen und Ignoranz bei den anderen Hunden.
Wann haben die Ängstlichen hier im Forum Geburtstag und wann die, die es kalt lässt.
Würde mich freuen wenn Ihr meinen Gedankenfaden mitspinnt.
LG Andrea und Benton
Freundschaft heißt, was Dich und mich in Freud und Leid verbindet,
und immer enger wird dies Band, je mehr die Zeit entschwindet.
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Re: Silvesterangst

Beitragvon Uschi » Mi 1. Jan 2014, 15:47

Hallo Andrea,

Empisandrea hat geschrieben:Sind Hunde die zum Jahreswechsel noch richtige Welpen sind eher gefährdet traumatisiert zu werden durch dieKnallerei?

Glaub ich nicht. Yarosch kam 8-wöchig kurz vor Weihnachten zu uns. Er war also noch wirklich ein klitzekleiner Wicht zu seinem ersten Silvester hier. Die Knallerei hat ihn schon immer interessiert, aber nie geängstigt.


Wijnta war 4 Monate alt, als sie ihr erstes Silvester erlebte. Sie verschlief es. Und auch die folgenden Jahre war sie gleichmütig.

Mit zunehmendem Alter kann sich die Gleichmütigkeit aber ändern. So ist es bei Wijnta. Sie hat nicht direkt Angst, aber es ist ihr nicht wohl, das merkt man ganz deutlich. Und zwar nur IM Haus, draußen nicht. Draußen guckt sie, aber sonst ist sie ruhig. Im Haus tigert sie entweder herum, oder sie steht da und sieht aus, als würde sie befürchten, dass ihr die Decke auf den Kopf fallen könnte.

Wir haben, als wir das erstmals bemerkt haben, als sie 5 oder 6 war, mit ihr gespielt, wenn es knallte draußen. Sie hat das sehr gut umgesetzt und war wohl erleichtert ob dieser Ablenkung von ihrem blöden Gefühl. Denn wenn es seitdem knallt draußen, dann fängt sie an, Blödsinn zu machen. Hausschuhe von den Füßen stehlen, Klorollen verschleppen, Slalom durch unsere Beine laufen, auf die Stühle steigen und auf dem Tisch herum zu kruschteln :dog_ohmy etc., oder sie bringt ein Zerrspielzeug, schwanzwedelnd "es knallt draußen, komm spiel mit mir". Dann ist sie lustig, springt rum so lange wir mittun, und ist sichtlich froh, nicht mehr an die Decke denken zu müssen, die ihr gleich auf den Kopf fallen könnte. :dog_biggrin



LG
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Re: Silvesterangst

Beitragvon schnulli » Mi 1. Jan 2014, 15:49

Hallo Andrea

Auch ich wünsche dir erstmal ein frohes und gesundes 2014, das gleiche wünsche ich auch allen anderen.

So nun zu deiner frage.

Max war an seinem ersten Sylvester 14 Wochen. Und er war mal grad 3 Wochen bei uns.
Wir haben gegen 0 Uhr die terassentür geöffnet und ihm die freie Wahl gelassen drinnen zu bleiben oder in den Garten zu gehen. Er hat sich für die Türschwelle entschieden und interessiert nach draussen geschaut. Diese "coolness" besitzt er heute noch.

Wir sind bis zum Jahreswechsel 2009/2010 immer daheim gewesen und haben es jedes Jahr so gehalten wie das erste Sylvester für max. Im laufe der Jahre blieb es nicht bei der Schwelle sondern er kam mit in den Garten hat bällchen und stöckchen gespielt und auch nur bei den ganz lauten böllern mal hochgeschaut aber nie ängstlich dabei. Wir haben uns dann entschieden 2009/2010 das erste mal auszugehen. Unsere Nachbarn waren zu hause und haben zwischendurch nach max geschaut. Er lag völlig entspannt entweder im Körbchen oder auf dem Sofa. Gegen halb eins hat unser Nachbar dann auch mich eine letzte runde gemacht. Da wurd ja auch immer noch geknallt, auch da war max völlig entspannt.

Auch unserer Erik hatte keine Probleme mit der sylvesterknallerei. Er war von Januar, wat also bei seinem ersten Sylvester fast ein Jahr.

LG Elke und max
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Re: Silvesterangst

Beitragvon Ira » Mi 1. Jan 2014, 15:56

Frohes Neues Jahr Euch allen,
Hummel hat es, wie immer, kalt gelassen. Sie war bei ihrem ersten Sylvester ein halbes Jahr alt und es hat sie damals nicht interessiert und heute, nach dem ersten lauten Knall, auch nicht. Beim ersten Böller erschreckt sie sich und ist irritiert und dann erkennt sie es wohl wieder.
Ob das am Geburtsdatum liegt? Keine Ahnung. Ich habe meine Kinder immer darauf hingewiesen, dass sie an Sylvester und auch bei Gewitter dem Hund keine Angst vorleben, bin mir aber nicht sicher, ob dies Früchte getragen hat oder einfach in ihrem Naturell liegt.
LG, Ira
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Re: Silvesterangst

Beitragvon Anja1402 » Mi 1. Jan 2014, 16:10

Ich wünsche auch allen zusammen ein gesundes neues Jahr 2014 :dog_rolleyes

die Angst vor dem Geknalle ist, denke ich, angeboren. ist ja auch naturgemäß logisch und vernünftig, sich von solchem Getöse fernhalten zu wollen, das kann nix Gutes sein :dog_huh
Struppis erstes Silvester letztes Jahr, da war er 8 Monate als (geb. im April), verlief auch recht entspannt. er horchte zwar manchmal kurz auf, wenn es irgendwo knallte, war aber keineswegs unruhig oder ängstlich. als es dann Mitternacht so richtig losging, saß er auf seiner Decke und schaute aus dem Fenster, während wir auf dem Balkon standen. ich hatte auch extra darauf geachtet, dass sein 1. Silvester möglichst untraumatisch verläuft, wir feierten in unserer Wohnung mit einigen Freunden, alles ganz ruhig und gelassen. unser Wohnzimmer liegt auch zum Hinterhof, die nächste Querstraße, wo geballert wurde, war etwas weiter weg, der Lärm also nicht allzu nah ran. und wir haben gut isolierte Fenster :dog_biggrin
dieses Jahr allerdings hat Struppi doch Nerven gezeigt. wir haben nicht bei uns, sondern bei einem Freund gefeiert, dessen Wohnung Struppi auch kennt, aber es ist eben nicht die gewohnte Umgebung für ihn. außerdem waren wir ein paar mehr Leute. die Wohnung liegt auch an einer sehr engen Straße, wo schon am frühen Abend geballert wurde. einige der Knaller klangen, als würde direkt neben uns eine Bombe einschlagen, da sind wir auch zusammengezuckt :dog_unsure das allerblödeste, was uns (Struppi, mir und meinem Freund) den Abend ziemlich vermiest und Struppi Angst eingejagt hat, war einer der Jungs, der auf dem Wohnzimmertisch - ca. 1,5 m von Struppi entfernt - ein Tischfeuerwerk anzündete, das ordentlich laut knallte. Struppi, bis dahin ohnehin etwas nervös, aber noch nicht ängstlich, erschreckte sich total und versuchte mir auf den Schoß zu klettern. wir haben dem Typen die Meinung gegeigt, aber da war es eh schon zu spät. ich hoffe, wir haben uns richtig verhalten, um Struppis Angst nicht noch zu verstärken und ihm zu zeigen, dass alles in Ordnung ist - wir haben so getan, als ob gar nix wäre, und ihn mehr oder weniger ignoriert bzw. versucht, mit Spielzeug abzulenken. ab dem Zeitpunkt ist er aber jedesmal, wenn es draußen lauter krachte, zsammengezuckt, wollte auf den Schoß und hat sogar ein wenig gezittert. ich bin dann Mitternacht mit ihm drinnen geblieben, habe den Fernseher etwas lauter gestellt, mich aufs Sofa gesetzt, ihn nicht besonders beachtet und da hat er sich dann nach einer Weile auch etwas beruhigt. insgesamt ließ er sich durch Zerr- und Suchspiele mit seiner Kordel gut ablenken, aber wenn wieder mal ein besonders lauter Kracher in unmittelbarer Nähe kam, zeigte er wieder Angst. um 1 waren wir noch kurz Gassi im Innenhof, das brachte er auch lieber schnell hinter sich. um 4 fuhren wir dann mit dem Taxi nach Hause, und in unserer Straße war die Böllerei zum Glück schon vorbei, da war er gleich wieder viel fröhlicher und freute sich auch merklich, wieder in seinen eigenen vier Wänden zu sein.
naja, wäre ja auch zu schön gewesen, mal einen Hund zu haben, der an Silvester entspannt ist...
Nach manchen Gesprächen mit Menschen hat man den Wunsch, einen Hund zu streicheln, einem Affen zuzulächeln und vor einem Elefanten den Hut zu ziehen!
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Re: Silvesterangst

Beitragvon Bine » Mi 1. Jan 2014, 17:13

Hallo @ all,

ein frohes Neues! :dog_biggrin
Also unsere haben es zu viert mal wieder total verpennt... auch Vari, für die es das 1. Mal war. Wir hatten aber auch erst einmal einen Hund, der bei Gewitter / Silvester reagierte ( Secondhand mit 2 Jahren der es beim Vorbesitzer bei Gewitter das Zwingerdach abgedeckt hat :dog_mad ), nach 2 Jahren bei uns war die Nummer dann auch durch und Briska war mit 4 Jahren völlig relaxt und verschlief dann lebenslang Gewitter/Silvester. Im 1. Jahr habe ich aber auch regelmässig an dem Problem gearbeitet ( Beschallung mit CD ( Schuss, Gewitter, Böller) und auch auf dem HuPl wurde auf meinen Wunsch hin, immer in der UO geschossen)... irgendwann war es ihr so was von egal.
LG Bine
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Re: Silvesterangst

Beitragvon Bubu09 » Mi 1. Jan 2014, 17:44

Hallo und Frohes Neues Jahr!

Bubu war an seinem ersten Sylvester auch erst 3,5 Monate alt. Und er hat es fast komplett verschlafen. Dieses Jahr wurde direkt vor unsere Haustür von den Nachbarskindern geböllert. Das hat ihn auch vollkommen kalt gelassen. Wenn welche direkt vor der Tür standen hat er interessiert hin geguckt und wollte am liebsten mitböllern :dog_biggrin
Bubu ist allerdings auch ein sehr unsensibler Hund. Normalerweise finde ich das blöd, weil man ihn anschreien kann, wenn er was angestellt hat und er sich noch nicht einmal schämt. Aber an Sylvester hat es doch etwas Gutes :brav

LG
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Re: Silvesterangst

Beitragvon Fricco » Mi 1. Jan 2014, 18:47

Hallo und ein frohes und vor allem gesundes neues Jahr.

Fricco war bei seinem ersten Silvester 5 Monate alt, es hat ihn nicht interessiert, er hat einfach geschlafen. Aber schon am nächsten Silvester ging der Terror los. Angst? Hmm, eigentlich hat er eher wütend über den Lärm gewirkt. Er hat auch nur bei den Böllern reagiert, die so klangen, als ob unser Hof in die Luft gesprengt wird.

Dieses Jahr war es ähnlich. Nur, weil die große Silvesterparty der Stadt in der Turnhalle stattfand, die fast direkt neben unserem Grundstück liegt, waren es immer wieder Böllerserien, die so viel Lärm machten, als ob sie direkt neben dem Fenster detonierten. Das hat er dann jedesmal mit wütendem Gebell und Herumrennen quittiert. Ich hab es immer wieder mit Leckerchen probiert "Geh Schlafen" "Fein" "Leckerchen. Hat auch weitgehend geholfen. Wenn dann aber wieder ein ganz besonders lauter Böller detonierte, ist er doch wieder bellend aufgesprungen. Irgendwann hat es mir gereicht, und ich hab ihn angeschnauzt und gedroht, dass ich ihn vierteile, wenn er nicht endlich einfach liegenbleibt. Das scheint Eindruck gemacht zu haben, denn dann hat er sich dicht neben meine Füße gelegt - und endlich! - geschlafen.

Ich hoffe, dass es nächstes Jahr besser läuft - wenn dann vll. nur auf der Straße rumgeknallt wird, kümmert er sich ja auch nicht darum, auch Gewitter sind ihm egal, da sitzen wir manchmal zusammen auf der Terrasse und schauen zu.

Liebe Grüße

Helga + Fricco
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Re: Silvesterangst

Beitragvon Empisandrea » Do 2. Jan 2014, 21:53

Vielen Dank für Eure Geschichten!
Da bin ich mit meiner These ja eindeutig auf dem Holzweg.
Es scheint kein Muster zu geben für oder gegen die Knallangst. Aber ob ängstlich oder nicht, wir sollten sie an Sylvesternicht allein lassen.
LG Andrea
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Re: Silvesterangst

Beitragvon Kathinka » Do 2. Jan 2014, 23:06

Hallo Andrea,

mein alter Rüde (Schäferhund-Mix) wurde im Juli geboren, er fand Silvester sehr interessant , hat auch oftmals draußen mitgeschaut. Er war bei Schüssen und ähnlichem relaxed. Bis er ca. 7 Jahre alt war. Dann wurde er zunehmends unruhiger bei lauten Geräuschen und schließlich richtig panisch. Über Silvester hinweg wurde er durch die Schleppe auf dem Spaziergang gesichert werden, er rannte bei Knallen einfach panisch los.

Mein jetziger Rüde (Beagle-Mix), geboren im August, zu uns gekommen mit 2,5 Jahren, hatte früher auch nie Probleme mit Schüssen/Knallen. Er war auch nachts an Silvester mit draußen und sehr interessiert. Ansonsten hat er Silvester aber genauso gut verpennt. Auch bei ihm fing es mit 7 an, dass er Silvester unruhig verbracht hat. bei Gewittern/ Donnerschlägen ebenfalls. Donnert oder knallt es kommt er inzwischen zu mir und sucht Schutz, bleibt dabei aber relativ ruhig, legt sich auch hin. Nur die "Hauptzeit" um Mitternacht war er diesmal sehr verunsichert, hechelte vermehrt und war nicht mehr in der Lage sein Rinderohr zu fressen (bei einem Beagle-Tier will das schon was heißen). Er hatte dafür zwar seine Gehorsamsübungen gemacht und es auch angenommen, aber saß nur mit dem Teil im Maul in seinem bett und schaute mich fragend an.
Draußen beim Spaziergang guckt er allerdings meist nur kurz verdutzt, sichert sich durch Blickkontakt zu mir ab, ich sag ihm, dass alles okay ist und er geht weiter seines Weges.

Grüßle Kathrin
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