Wie kriegt man seinen Hund dazu unfreundlich zu sein?

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Re: Wie kriegt man seinen Hund dazu unfreundlich zu sein?

Beitragvon Ira » Fr 23. Sep 2016, 21:19

Guten Abend,
da muss ich mich mal zu Wort melden :dog_blush
Ich glaube, der Charakter zur Unfreundlichkeit wird dem Hund in die Wiege gelegt. Meine Hündin Hummel war anfangs desinteressiert an Besuchern und ab ca. 3 Jahren unfreundlich und wachsam.
Sie bewacht Haus und Garten und wenn mir Fremde entgegen kommen, muss ich sie neben mir laufen lassen und ihr zeigen, dass ich die Sache im Griff habe, sonst geht sie nach vorn.

Letztes Jahr kam mein Mann spät nach Hause und weil ich wusste, dass er es ist, ließ ich den Hund mit zur Haustüre, was ich sonst nie mache. Ich drückte also auf den Summer, der Hund schoss bellend vor und ehe die Tür offen war und mein Mann im Haus war, hatte Hummel ihn ins Knie gezwickt. Sie war danach völlig verstört und hechelte den ganzen Abend.

Dieses Jahr kam ein Versicherungsvertreter in den eingezäunten Garten, ein völlig fremder Mensch. Hummel rannte bellend auf ihn zu, sprang an ihm hoch, das Hemd war versaut und er hatte einen Kratzer am Bauch.
Immerhin lässt sie den Freund meiner Tochter nach 3! Jahren endlich unbehelligt.
Ich habe das ganz gewiss nicht gefördert und beneide Euch sehr sehr oft um eure freundlichen Hunde. :dog_sad
Viele Grüße
Ira mit der trotzdem geliebten Hummel
(der nächste Airedale wird mir wohl wie eine Lusche vorkommen :dog_laugh )
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Re: Wie kriegt man seinen Hund dazu unfreundlich zu sein?

Beitragvon Lena » Fr 23. Sep 2016, 23:29

Hallo Ira,
jetzt mußte ich grad lachen; deine Hummel erinnert mich an meinen letzten Rüden. Bloss, daß der schon mit ca 1,5 Jahren seinen Schutztrieb entwickelt hat. Dem war es auch egal, ob es Männlein oder Weiblein war, vor denen er mich beschützen mußte.
Dann besteht bei Käthe keine Hoffnung mehr auf Unfreundlichkeit, sie wird im Dezember fünf. :dog_nowink
Vielleicht kommt sie mir deshalb zu nett vor, weil ich vorher das Gegenteil von ihr hatte. :dog_laugh Nehmen wirs halt so wie es ist. :dog_smile

LG Lena
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Re: Wie kriegt man seinen Hund dazu unfreundlich zu sein?

Beitragvon Eddis » Do 29. Sep 2016, 22:04

Moin Lena, ich frage mich wieso die Airedales so unterschiedlich im Wesen sind. Bekannter hat auch so eine freundliche Airedale Hündin. Alle Besucher werden umwedelt, alle fremden Hunde werden akzeptiert. Mein Rüde hat keine schlechten Bekanntschaften mit Menschen gemacht, er wurde von sich aus ein Wachhund. Die Briefträgerin hat Angst vor ihm und wir schließen die Haustür ab, falls Eddi aus Versehen auf die Klinke springt, wenn er Theater macht. Meine Nachbarn sagen, Eddi beschützt die ganze Ecke. Hier wurde noch nie eingebrochen, 4 Häuser weiter schon. Dabei ist er garnicht so ein Berserker. Einmal waren wir unaufmerksam und er rannte auf die (Aushilfe) Postfrau zu. Stupste sie an den Oberschenkel und kam zurück. Nix passiert. Das denkt Keiner, nachdem er geklingelt hat, da hoffen sie eher auf den Notarzt.

Linker Nachbar hat einen Labrador, auch ein sehr freundlicher Hund. Jetzt, nach 5 Jahren, bellt er Eddi nach. DHL und co kommen mit Dieselfahrzeugen und Schiebetür. Sie halten zuerst nebenan und neuerdings fängt der Labrador noch vor Eddi an zu kläffen. Hat er sich das abgeguckt??

Wenn ein Besucher nach dem Klingeln und Tür öffnen auf deine Käte einwirkt, sie richtig erschreckt oder ihr Schmerzen zufügt, dann wird sie irgendwann vorsichtig, doch willst du das wirklich? Es ist entspannter wenn Gäste kommen und man hat einen freundlichen Hund. (Jüngster Sohn hat eine neue Freundin, wir müssen Eddi bei jedem Besuch erst mal ins Gewissen reden, damit er sie in Ruhe läßt)
Lieber Gruß Simona mit Sir Eddi
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Re: Wie kriegt man seinen Hund dazu unfreundlich zu sein?

Beitragvon Lena » Fr 30. Sep 2016, 12:23

Hallo Simona,
so einen Airedale wie deinen Eddi kenne ich auch. Der würde töten, wenn fremde Menschen in Abwesenheit der Besitzer
aufs Grundstück kämen. Allerdings ist das bei ihm so gewollt; er hat eine Ausbildung als Wach- und Schutzhund.

Käthe ist sehr friedlich, sie lässt alle Menschen aber auch alle Hunde ins Haus, ohne Palaver. :dog_smile Sie flirtet sogar mit Igeln, wenn sich mal welche aufs Grundstück verirrern. :dog_laugh Das kenn ich vom Airedale so gar nicht.
Bisher waren die vorherigen Terrrier Igelfeinde. Käthe ist halt eine ganz spezielle Nummer. :brav

LG Lena
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Re: Wie kriegt man seinen Hund dazu unfreundlich zu sein?

Beitragvon Anja1402 » Fr 30. Sep 2016, 13:20

Hallo Lena,

ich habe hier auch so ein Exemplar. Struppi würde auch jeden Einbrecher schwanzwedelnd ins Haus lassen, ihn ablecken und ihm noch helfen, die Beute rauszutragen. Er ist Menschen gegenüber extrem freundlich, ich wünsche mir oft, dass er zumindest etwas neutraler und zurückhaltender wäre. Er ist auch der beste Beweis dafür, dass die Arbeit im Schutzdienst Hunde NICHT aggressiv gegen Menschen macht :dog_tongue happy_02 Ich glaube, er würde mich auch nicht verteidigen, wenn mich jemand angreift, da müsste ich mir schon selbst helfen. Er würde wahrscheinlich schwanzwedelnd drumherum hüpfen und sich freuen, was das doch für ein tolles neues Spiel ist :dog_unsure Wir arbeiten jetzt auch daran, dass er auf Kommando Leute vor der Tür oder welche, die sich auf unser Grundstück "verirren", anbellt. Den Sinn hat er aber meiner Meinung nach nicht verstanden, er sieht in Menschen keine Bedrohung und versteht nicht, warum er Laut geben soll. Bei Hunden ist das was ganz anderes, wenn einer seiner Rivalen auf der Straße vorbeigeht, stimmt er ein Konzert an, dass man denken könnte, wir hätten einen 100 kg-Kampf-Bernhardiner. Katzen und Marder haben auch nichts zu lachen. Ich habe schon ernsthaft überlegt, mal unseren SD-Helfer samt Ärmel zu uns nach Hause zu bitten, damit er vor dem Fenster oder der Haustür rumhüpft und Struppi eine Reaktion abverlangt (für die er anschließend natürlich eine Bestätigung bekommt :dog_biggrin )
Ich glaube auch, dass man einem Hund das Misstrauen gegenüber Fremden, sofern er es nicht von Natur aus hat, nur wirklich anerziehen kann, indem man ihm schlechte Erfahrungen mit Menschen vermittelt, und das will ich natürlich auch nicht. Also arbeiten wir weiter am "Gib Laut" und hoffen aus das Beste :dog_wacko Ansonsten kommt noch ein zweiter Hund ins Haus, der dann hoffentlich etwas wachsamer ist/wird :dog_wink
Nach manchen Gesprächen mit Menschen hat man den Wunsch, einen Hund zu streicheln, einem Affen zuzulächeln und vor einem Elefanten den Hut zu ziehen!
Maxim Gorki
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Re: Wie kriegt man seinen Hund dazu unfreundlich zu sein?

Beitragvon Lena » Fr 30. Sep 2016, 16:09

Hallo Anja,
vertu dich nicht, wenn du glaubst, dein Hund würde dich im Ernstfall nicht verteidigen. Mein erster Airedale war auch so ein "Schaf", er war eher zurückhaltend.
Aber er hat mich zweimal verteidigt und zwar so resolut, daß mir die Sprache wegblieb. :dog_laugh Beim erstenmal hat er einen Betrunkenen, der mich am Arm festhielt auf den Rücken geworfen, beim zweitenmal hat er ein "Jüngelchen", daß mich belästigt hat, am Hosenbein erwischt.
Der Airedale ist ein lustiger und fröhlicher Geselle, aber im Ernstfall nicht zu unterschätzen. Und, sie merken genau, wann es Ernst ist. Ich hoffe mal, Käthe weiss das auch?! :dog_unsure

Ich denke, mit Strafreizen , die Käthe durch am Tor stehende Personen zugefügt werden, würde man sie höchstens
verunsichern, aber ihrem Verhalten würde das nichts ändern.

LG Lena
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Re: Wie kriegt man seinen Hund dazu unfreundlich zu sein?

Beitragvon Sabine14 » So 2. Okt 2016, 11:31

Hallo,

meine Jade ist auch so ein Schaf, meint man, die kann wirklich Jeder anfassen und sie begrüsst begeistert Jeden,
aber sie hat zweimal ernsthaft aggressiv reagiert:
einmal als mich der Schutzdiensthelfer an der Schulter gepackt hat, weil sie ihn eher uninteressant fand - sie ging ihm geradewegs ins Gesicht, er ist gerade noch weggekommen und war etwas grün um die Nase und das zweite Mal,
da war mein Rüde noch ganz klein:

Wir sind Abends nach Hause gekommen, so gegen 23:00 - die Zeitungsausträger waren unterwegs, ich mache die Heckklappe auf, sie raus mit einem dumpfen Grummeln und sofort hinter den armen, wie Hasen flüchtenden Austrägern hinterher, DAS war Ernst.
Ich musste brüllen, dass wahrscheinlich die halbe Nachbarschaft aus dem Bett gefallen ist, um sie zurückzurufen.

Und sie ist extrem wachsam, aber nur bei ungewohnten Geräuschen reagiert sie auch.

Mein Rüde tut glaube ich nur so harmlos, der ist superverschmust, jeder kann ihn anfassen. aber ihm entgeht nichts.

Wenn wir Nachts unterwegs sind, zum Beispiel beim Wandern in die Dunkelheit geraten sind, spurt Jade vorne und Kronos hängt sich an meine Fersen und bewacht die Nachhut.

Und er checkt JEDEN Spaziergänger ab und wenn der sich irgendwie komisch verhält lässt er ihn nicht aus den Augen, das ist aber sehr unterschwellig, man muss ihn gut beobachten, dass man dies sieht.

Vertu Dich da mal nicht, so harmlos wie sie oft tun, sind sie nicht und schalten schnell von 0 auf 100.

Ich bin jedenfalls immer ziemlich baff, wie schnell mein Kronos vom wedelnden ich habe alle Hunde lieb, zu einem Monster mit Zähnen mutieren kann, wenn ihm ein anderer Hund an die Wäsche geht.
Er ist nicht aggressiv von sich aus, aber sehr konsequent, was das Unterbuttern betrifft.

LG

Sabine
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Re: Wie kriegt man seinen Hund dazu unfreundlich zu sein?

Beitragvon Lena » So 2. Okt 2016, 13:02

Hallo Sabine,
so wie du das beschreibst, kenne ich das von meinen vorherigen Airedales auch. Der Airedale kann im Notfall wirklich heftig reagieren und man selbst ist dann total überrumpelt, weil man seinen Hund nicht so kennt.

Nur bei Käthe hab ich überhaupt noch kein aggressives Verhalten erlebt, weder Mensch noch Tier gegenüber. Aber ich vermute mal, sie wird es auch können. Wenn sie vielleicht auch nicht zubeissen würde, dafür kann sie ganz hervorragend kratzen. :dog_laugh
Sie hat zuletzt vor lauter Freude als ich Nachhause kam, meinen Oberarm dermassen zerkratzt, daß es geblutet hat.

LG Lena
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Re: Wie kriegt man seinen Hund dazu unfreundlich zu sein?

Beitragvon Karin » So 2. Okt 2016, 15:17

Ich denke inzwischen auch, dass die noch so sanftesten Airedales uns verteidigen, wenn sie merken, dass es nötig ist.

Wir haben ein Geschäft und unsere Hunde, Airedale und Welsh, sind es gewohnt, dass hier auf dem Grundstück Kundenverkehr ist, und wir auch häufig Besuch bekommen. Sie lassen wirklich jeden aufs Grundstück und beobachten nur. :dog_biggrin Ist ja auch richtig, wir leben von den Kunden. Nun machte ich mir doch Gedanken, ob die Hunde mich verteiligen, wenn es notwendig ist und diese Frage stellte ich auch in unserer Hundeschule. Berthold, der Chef der Hundeschule, versicherte mir, dass Patzy und Pico bei Bedarf keinen an mich ranlassen. Das beruhigte mich schon einmal etwas. :dog_biggrin
An einem Tag, ich war im Privathaus in der Küche, mein Mann nebenan im Geschäft, das auf dem gleichen Grundstück liegt, hörte ich Patzy grollend :dog_angry im Wintergarten knurren. Ich sofort hin, da stand eine leicht angedrunkene Frau in unserem Wintergarten und Patzy lies sie nicht ins Wohnzimmer und Pico lies sie nicht mehr aus dem Wintergarten raus. happy_02 happy_02 Die Frau stand zitternd da, die Hände hochgehoben. :dog_biggrin :dog_biggrin Es sah sehr witzig aus! Als ich dazukam beruhigten sich Patzy und Pico sofort und die Frau beschimpfte unsere Hunde arg, dass sie agressiv wären. Auf meine Frage, warum sie denn einfach in unser Haus ginge und nicht an der Vordertür klingle, gab sie mir keine vernünftige Antwort. Sie wolle nebenan im Haus eine freie Wohnung mieten und sich danach erkundigen. Sie habe ein paar!!!! kleine Hunde, die auf unserem Grundstück prima Auslauf hätten. Mit der Bemerkung, dass unsere Hunde kleine Hunde angreifen, verabschiedete sich die Dame schnell.
Demnach wissen auch ganz "liebe" Hunde, wann es nötig ist, uns zu verteidigen.
Liebe Grüße kommen von
Karin
mit Airedale Hündin Patzy, Welsh Terrierhündin Pico und Katzenprinzessin Lola seid Juli 2016 im Herzen
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Re: Wie kriegt man seinen Hund dazu unfreundlich zu sein?

Beitragvon Lena » So 2. Okt 2016, 22:16

:dog_laugh Ich hab mir das gerade bildhaft vorgestellt wie deine Hunde die Frau in die Mangel genommen haben.
Herrlich. Vielleicht haben die Terrier deshalb so einen schlechten Ruf, weil man sie nicht einschätzen kann.

Der Hund, der sonst freundlich und nett ist, geht plötzlich ab wie ein Raketchen.
Beim Schäferhund weiss man z.B. immer woran man ist, die schimpfen immer und meinen es immer todernst.

LG Lena
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