Das "Seelenleben" des Airedales

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Das "Seelenleben" des Airedales

Beitragvon lutz » Do 13. Sep 2018, 11:19

Hallo AT-Freunde,

Unter Hundefreunden heißt es ja "es gibt Terrier und andere Hunde", und da ist was dran. Und dieser Spruch trifft m.E. besonders auf unseren Airedaleterrier zu.
Es sind nicht nur die täglichen Beobachtungen und Erlebnisse mit dem Airedale die zeigen dass er ein besonderer Spaßvogel unter den Hunden ist sondern auch seine Beharrlichkeit wenn er seinen nun einmal vorhandenen Terrierdickkopf durchsetzen will.
Damit habe ich mich schon lange beschäftigt und versucht herauszufinden wie so ein Airedale denn im Kopf "tickt".
Natürlich kann man da im Zusammenleben schon viel herausfinden aber wie ich nun einmal bin habe ich mir auch entsprechenden Literatur besorgt die mir da etwas auf die Sprünge hilft. Allein für die Aufzucht und Junghunderziehung muss man da schon etwas tiefer einsteigen wenn alles klappen soll aber mir hat das noch nicht genügt. Also habe ich mich auch mit der "Hundepsychologie beschäftigt.

Da gibt es von den verschiedensten Autoren Literatur die die Hundeseele je nach ihrem Studium oder Erfahrungsschatz von den unterschiedlichsten Seiten beleuchten:
Eric H. W. Aldingtons Buch: "Von der Seele des Hundes" spricht mich schon vom Titel her an da er damit der katholischen Kirche widerspricht die dem Hund eine Seele, und damit die Leidensfähigkeit, abspricht. Es handelt vom Wesen, Psychologie und Verhalten des Hundes mit neueren Erkenntnissen aus der Verhaltensforschung. Es ist ein kluges Buch eines erfahrenen Hundehalters und er gehört zu meinen Lieblingsautoren von dem ich alle 6 Hundebücher habe.
Dann gibt es da noch die US-Autorin Patricia Mc Connell mit ihrem Büchern: "Liebst Du mich auch?" und "Das andere Ende der Leine", ihres Zeichens Professorin für Zoologie die sich sehr mit den Gefühlen der Hunde auseinandersetzt und wissenschaftlich begründet dass Hunde die gleichen Gefühle wie die Menschen nämlich Angst, Zorn, Glück, Liebe, Mitleid, Trauer und Eifersucht zeigen können.
Denn haben wir da aus den USA auch noch den Psychologieprofessor Stanley Coren mit seinem bekannten Buch: " Die Intelligenz der Hunde" aber auch mit dem weniger bekannten "Können Hunde träumen".
Und last not least unsere vergleichende Verhaltensforscherin und Fachtierärztin Dr. Dorit Und Feddersen Petersen mit ihrem Standardwerk: "Hundepsychologie" und dem folgendem Buch: "Ausdrucksverhalten beim Hund".
Es gibt daneben noch jede Menge andere Literatur die sich mit dem Hundeverhalten beschäftigt aber diese o.a. Autoren haben m.E. eigentlich alles so gesagt was an augenblicklichen Erkenntnissen vorhanden ist.
Ich muss zugeben dass sich nicht alle diese Bücher ganz leicht lesen lassen aber wenn man sowieso gerne liest und man wissen will warum die Hunde oder auch speziell der Airedale so und nicht anders reagieren, was da gerade im Hundekopf vor sich geht, ist es eine große Hilfe sich auch damit beschäftigt zu haben.

Wenn man denn noch in der Praxis beobachten kann wie verschieden die Hunderassen auch in der Gebrauchshundeklasse denn auf verschiedene Reize und Umwelteinflüsse reagieren ist das schon interessant.
Ich behaupte einfach einmal dass es zu jedem Menschen auch die zu ihm passende Hunderasse gibt. Manche versuchen auch (auf Ausstellungen und auch Leistungsschauen) wie ich beobachten konnte mit dem Hund etwas zu zeigen oder darzustellen was ihnen selbst nicht gegeben ist. Und das geht für mich vom großen wenig menschenbezogenem Herdenschutzhund bis zum Mops oder chinesischem Nackthund. Der Mensch hat sich im Laufe der Jahrtausende einfach "seine" Hunderasse zurechtgeflext und dabei auch oft genug, gerade in der Neuzeit, daneben gegriffen indem es aus Modeerscheinungen zu Qualzuchten kam die in der Natur noch nicht einmal vermehrungsfähig wären wenn der Mensch hier nicht nachhelfen täte.
Damit haben wir mit dem Airedale, den es als eigene Rasse auch in Deutschland jetzt schon über 120 Jahre gibt, GsD noch keine Probleme. Dass sich das ehemals etwas ruppig und unansehnliche Tier inzwischen zu einem recht ansehnlichem Hund entwickelt hat, der im großen und ganzen seine guten Charaktereigenschaften weiter vererbt hat, ist ein Glücksfall unter den Rassehunden.
Er hat immer noch sein überschäumendes Temperament, ist gesund, mutig und gibt als Terrier nicht so schnell auf um Widerstände zu überwinden. Er ist ein guter Wachhund und verteidigt seine Familie genau so wie Haus und Hof.
Seine Jagdleidenschaft, mag sie manchem auch nicht mehr in unsere heutige Zeit passen, gehört genau noch so zu ihm wie seine immerwährende gute Laune mit der er zu Albernheiten und Kaspereien neigt.
Er ist hart im Nehmen und nicht wehleidig zeigt aber oft genug auch seinen Terrierdickkopf.
Denn eines muss man sich merken wenn man richtig mit ihm klar kommen will: Ein Airedaleterrier ist kein Befehlsempfänger sondern muss überzeugt werden.
Dann hat man den besten Hund der Welt.

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Re: Das "Seelenleben" des Airedales

Beitragvon menzelova » Di 18. Sep 2018, 16:21

Danke für die (indirekten) Literatur Empfehlungen. Den ersten Autor kannte ich noch nicht (dabei habe ich eine Menge Hundeliteratur :dog_biggrin ). Ich kann noch einen Autor zusteuern, der in diese Aufzählung passt: Marc Bekoff !!! Sein Buch "Das Gefühlsleben der Tiere"!
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Re: Das "Seelenleben" des Airedales

Beitragvon lutz » Mi 19. Sep 2018, 09:35

Hallo,

dieses Buch von Marc Bekoff habe ich zwar nicht aber ich habe mehrere Artikel von ihm in früheren Hundezeitschriften gelesen.
Er war auch ein großer Hundefreund.
Allgemein hat er sich mit vielen Tierarten beschäftigt, ich habe mich aber in meiner Hundebibliothek auch irgendwie beschränken müssen und deshalb habe ich bisher noch nichts von Marc Bekoff und andere Autoren die sich auf Hunde beschränkt haben da vorgezogen.

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