Der Airedale und die Verträglichkeit mit Artgenossen

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Re: Der Airedale und die Verträglichkeit mit Artgenossen

Beitragvon sabem » Mo 1. Okt 2018, 19:41

kpkjk hat geschrieben:woraufhin sie dann mit Kastration kam. Dann hätte man das mit den Hündinen nicht mehr. Sie werden dann ja ruhiger...

Das stimmt so nicht; kastrierte Hündinnen ändern sich glücklicherweise oft überhaupt nicht, allerdings auch nicht in der vielleicht schon vorher vorhandenen Zickigkeit.
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Re: Der Airedale und die Verträglichkeit mit Artgenossen

Beitragvon Lena » Mo 1. Okt 2018, 22:50

sabem hat geschrieben:
kpkjk hat geschrieben:woraufhin sie dann mit Kastration kam. Dann hätte man das mit den Hündinen nicht mehr. Sie werden dann ja ruhiger...

Das stimmt so nicht; kastrierte Hündinnen ändern sich glücklicherweise oft überhaupt nicht, allerdings auch nicht in der vielleicht schon vorher vorhandenen Zickigkeit.


Oder sie werden nach der Kastration erst richtig angriffslustig, hab ich auch schon einige Exemplare kennengelernt.

Die Kastration ist leider kein Allheilmittel und ersetzt schon gar nicht die Erziehung. Ich würde nie einen Hund ohne medizinischen Hintergrund kastrieren lassen.

LG Lena
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Re: Der Airedale und die Verträglichkeit mit Artgenossen

Beitragvon kpkjk » Di 2. Okt 2018, 07:25

Hallo Lena,
dazu kann ich noch nichts sagen, aber da es für uns nicht in Frage kommt den Hund zu kastrieren, finde ich das Argument egal. Zumal man sieht, dass die Entwicklungen nach der Kastration ja unterschiedlich ausfallen. Und ja, ich denne auch, dass die Erziehung wichtig ist und nicht so eine Hintertür wie die Kastration.
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Re: Der Airedale und die Verträglichkeit mit Artgenossen

Beitragvon lutz » Di 2. Okt 2018, 09:24

Hallo AT-Freunde,

sehr richtig eine Kastration bringt gar nichts und ersetzt niemals die richtige Erziehung. Nur bei einer sehr, sehr seltenen sexuellen Dominanz kann es unter Umständen den Rüden helfen am normalen Hundeleben sozialverträglich teilzunehmen.
Generell sind die Airedales die ich kenne zwar durchaus verschieden in ihrem Wesen aber durch die Bank händelbar verträglich. Ich fange trotzdem mal mit den wenigen negativen Erfahrungen an um auch damit nicht hinter den Berg zu halten
Ansonsten kann man aus meiner Erfahrung heraus niemals sagen ob nun Airedalerüden oder Hündinnen verträglicher mit Artgenossen sind. Doch ja, es gibt da durchaus so einige rabiate Airedales als "Straßenkämpfer". Ich habe da einen AT-Rüden bei uns auf dem Deich gesehen der trotz Maulkorb noch auf einen Hovawart losging und in unserer Straße wohnt die AT-Hündin Lina die sogar schon an der Leine wie eine Furie andere Hunde für die Tierklinik reif gemacht hat. Mehrfach hat sie es auch geschafft sich unter den Zaun ihres Gartens durchzubuddeln und andere Hunde auf der Straße anzugreifen. Eine Kastration mit 6 Jahren auf Verdacht hin dass das Verhalten mit ihrem Östrus etwas zu tun haben könnte hat sich nicht bestätigt und absolut keine Abhilfe geschaffen. Auch eine Verhaltenstherapie bei einer auf schwierige Hunde spezialisierten Tierärztin, die ansonsten nicht kurativ tätig ist, hat nicht viel gebracht. Es hat leider schon viel Ärger mit Lina gegeben und es ist nur gut dass ihr Herrchen Rechtsanwalt ist.Lina ist immer noch sehr zickig und man muss aufpassen wenn sie meist von der Haushälterin ausgeführt wird. Greta hat einen richtig guten Riecher für Hunde die nicht ganz verträglich sind und reagiert normalerweise ganz einfach mit Ignoranz darauf und macht einen Bogen darum, aber wenn sie Lina sieht will sie auf die andere AT-Hündin los und das wird sicher nicht gut gehen da Lina inzwischen schon 12 ist. Am seitlichen Maschendrahtzaun von Linas großem Garten springen Greta und Lina jeweils von ihrer Seite aus wie wild dagegen und fletschen die Zähne. Mag sein dass Greta da irgendetwas spürt was wir nicht erkennen zumal sie sich sonst mit allen anderen Airedales sehr gut versteht.

Gretas Verhalten ist aber ansonsten das typische wie man es einer Hündin ja nachsagt und gemeinhin auch erwartet. Eigentlich ist sie zu lieb. Sie mag alle Menschen und wenn jemand sie anlacht ist sie sofort bei ihm und drückt sich mit ihrem Hinterteil an diese ihr ja meist fremde Person um ein paar Streicheleinheiten oder noch lieber natürlich auch Leckerlis zu bekommen. Ich sage immer dass ich glaube dass jeder sie wohl mitnehmen könnte der freundlich zu ihr ist. Sie wiegt mit ihren 57 cm Schulterhöhe und ihren 26kg m.E. etwas zuviel. Der TA meinte nicht oder na ja 1-2kg könnte sie denn doch abspecken obwohl sie ein sehr kompakter kräftiger Typ ist.
Als Feindin hat sie nur eine kleine Border-Collie Hündin die sie mal als Welpe aufs Kreuz gelegt hat und, warum weiß ich nicht, eine kleine Deutsche Schäferhündin. In den ganzen 6 Jahren die ich Greta nun fast habe habe ich noch nie Ärger mit anderen Hunden mit ihr gehabt. Sie wäre auch sicher eine ideale Familienhündin mit kleineren Kindern.

Joker war da ganz anders. Er war mein Kumpel. Er war ein großer Kerl mit 65cm Schulterhöhe und 41kg Gewicht. Er war sehr stolz und von sich selbst überzeugt. Lange war er nicht so schmusig und menschenbezogen wie Greta. Ab dem 4-5. Lebensjahr war er im Umkreis von 2km der König im Revier. Wenn hier neue erwachsene Rüden in der Gegend auftauchten die ihm nicht die nötige Ehrerbietung entgegenbrachten die er meinte verdient zu haben, gab es Zoff. Während er kleinere Hunde links liegen ließ war es ihm ansonsten egal wie groß der Gegner auch war. Ob Akita Inu, Rottweiler, Deutscher Schäferhund, Dobermann oder Riesenschnauzer, er hat sich mit jeden Rüden richtig angelegt so dass ich mit ihm oft beim Tierarzt landete bzw. meine Hundehaftpflichtversicherung in Anspruch genommen wurde. Junge Rüden bis 2 Jahre zählten für ihn noch nicht. Hündinnen hatte er nie in irgend einer Form angegriffen und die hätten ihn totbeißen können ohne dass er sich gewehrt hat. Und es ist tatsächlich so wenn diese Sachen einmal mit dem gegnerischen Rüden geklärt waren, war Ruhe im Karton und man hat sich bei weiteren Begegnungen entweder wieder gut vertragen oder zumindest ignoriert.
Zweimal hat er auch mich verteidigt als nach ihm getreten wurde und ich auch angegriffen wurde. Wir haben es schriftlich von der Staatsanwaltschaft bekommen dass der Hund bei einem Angriff das Recht hat sich und seinen Halter zu verteidigen. Also muss man auch damit rechnen kräftig gebissen zu werden.

Mein Tipp:
Vielleicht sollte man als Welpenkäufer darauf achten dass man sich nicht die einzige Hündin aus einem Wurf Rüden aussucht da hier wirklich die Gefahr besteht dass man eine "Rüdin" erwischt da die männlichen Welpen schon im Mutterleib mit einer anständigen Portion Testosteron abgeduscht werden und die zukünftige Hündin eine erkleckliche Menge davon mitbekommt wenn sie gerade zwischen zwei Rüden liegt.

Also es gibt auch unter den Airedales Hündinnen die sich in keinster Weise die Butter vom Brot nehmen lassen und zur Sache gehen können aber ich habe von vielen anderen Airedalehaltern schon gehört dass sie einen richtig verschmusten und sehr lieben Airedalerüden hatten der eigentlich das Verhalten an den Tag legte wie man es eher von einer Hündin erwartet hätte.

Viele Grüße von lutz mit Greta
Die Beziehung zwischen einem Mann und seinem Hund ist heilig,
was die Natur vereint hat, soll keine Frau trennen.
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Re: Der Airedale und die Verträglichkeit mit Artgenossen

Beitragvon Lena » Di 2. Okt 2018, 13:40

Hallo AT-Freunde,

es stimmt schon; obwohl der AT an sich sehr verträglich ist, hat auch er seine Feinde. Man muß da unterscheiden zwischen "Lieblingsfeinden" und "Erzfeinden". Bei Letzteren weiß man leider manchmal gar nicht so genau, warum sie zu diesen geworden sind, ich konnte es, bis auf wenige Ausnahmen, nie herausfinden.
Bei diesen Erzfeinden tut man gut daran, seinen Hund nicht ohne Leine an diese zu heranzulassen, das kann nämlich ordentlich in die Hose gehen.

Ich habe bei den Rüden wirklich manchmal die Hunde etwas unter sich regeln lassen, aber nach reiflicher Einschätzung der anderen Hunde und der Gesamtsituation. Wenn es nur Geplänkel unter Jungrüden ist, kann man es die Hunde regeln lassen.

Mit Käthe mach ich es auch teilweise so; wenn die Staffs ihre 5 Minuten bekommen und wild gröhlend und knurrend auf losgehen, lasse ich es meinen Hund regeln. Käthe wendet dann ihren Schulterwurf an und wirft den Staff einfach um. :dog_laugh
Auch sowas müssen Hunde lernen, sie können sonst ihr Gegenüber nicht einschätzen, wenn man sie vor Allem behütet.
Käthe hat mal eine Pointerhünden in ihre Schranken gewiesen, die meinte, sie müßte Käthe in all ihren Bewegungen einschränken, sie durfte sich zuletzt fast nicht mehr bewegen, geschweige denn irgendwo schnüffeln.
Bis meinem Hund der Kragen geplatzt ist und sie tief grollend einen Satz auf die Hündin zugemacht hat.
Das Pointertier hat dann vor Schreck die Rute bis zum Bauchnabel eingeklemmt, happy_02 aber seitdem ist Ruhe.

Bei Situationen oder Hunden, die mir nicht geheuer sind, bin ich aber nach wie vor vorsichtig. Eine ernsthafte Beisserei würde ich nicht riskieren.

LG Lena
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Re: Der Airedale und die Verträglichkeit mit Artgenossen

Beitragvon Eddis » Sa 6. Okt 2018, 21:58

Na wenn ich an meine Welschis denke, da ist der Airedale Eddi ein sehr verträglicher Rüde gegen.
Er mochte anfangs alle Hunde, egal welchen Geschlechts, bis sich mal ein dunkler Schäferhund über ihn her machte. Dann wurde er vorsichtiger. Nächster Feind ist ein Setter, der aus seiner Hoftür gerannt kam, dann ein Hovawart der nicht angeleint war, ein schwarzer Labrador der frei herum lief, ein unbeaufsichtigter Doggenrüde... So geht das weiter und es stimmt: Einmal Feind, immer Feind, große dunkle Hunde sind jetzt alles Feinde. Mein Hund weiß genau wo seine Feinde wohnen.
Kleine Hunde können ihn ankläffen da steht er drüber. Auch wenn sie ihn anspringen, außer Dackel. Dackel mag er nicht.
Gestern trafen wir einen anderen AT Rüden, mit dem sich Eddi sofort verstand. Das ist oft so. Vielleicht liegt es auch an mir, bei Airedales befürchte ich nicht gleich eine Rangelei. Vielleicht merkt Eddi das.

Sohn kam irgendwann mit Freundin und braunem Labrador an, der in Eddis Ureigenes eingeführt werden sollte. Es brauchte 2 Stunden und einen Spatenstiel. Am Labrador lag das nicht. Heute mögen sie sich richtig.

Ach ja und mein Hund schlichtet Streit zwischen Artgenossen. Wenn sich 2 balgen, hilft er dem Unterlegenem. Dabei zwickt er auch Hündinnen. Folglich meiden wir Meuten.
Lieber Gruß Simona mit Sir Eddi
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Re: Der Airedale und die Verträglichkeit mit Artgenossen

Beitragvon Anja1402 » Do 11. Okt 2018, 09:44

kpkjk hat geschrieben:
Liebe Anja darf ich Fragen wo der Erziehungsfehler lag?

Anja1402 hat geschrieben:Ich gebe aber gerne zu, dass es ein Erziehungsfehler ist, den ich begangen habe und nicht mehr so richtig rauskriege


Vielleicht kann man selber diesen Fehler vermeiden.



Hallo Kerstin,

ich denke, mein Fehler war, dass ich das Fixieren nicht von Anfang an unterbunden habe. Struppi ist ein recht dominanter Rüde, war er schon immer, also seinen Charakter an sich hätte ich nicht ändrn können, aber ich hätte vielleicht zumindest vermeiden können, dass er andere Hunde so provoziert. Bevor er damals mit 8 Monaten von dem Boxer gebissen wurde, mochte er andere Hunde, Rüden wie Hündinnen. Nach diesem Vorfall hatte er natürlich den Boxer auf dem Kieker. Wir begegneten diesem Hund öfter (wohnte in unserer Straße), und jedesmal, wenn Struppi ihn auch nur von Weitem sah, regte er sich furchtbar auf. Ich dachte damals: verständlich, der hat ihn angegriffen, und hab ihn motzen lassen. Aber auch das hätte ich gleich unterbinden müssen. ich bin mir sicher, dass Struppi so oder so als erwchsener Hund nie ein Freund von anderen Rüde geworden wäre, die sich ihm nicht "unterwerfen", aber ich hätte uns vielleicht ein paar stressige Bekanntschaften ersparen könen happy_02 naja, hinterher ist man immer schlauer. Beim nächsten Hund macht man dann wieder andere Erziehungsfehler :crazy:
Nach manchen Gesprächen mit Menschen hat man den Wunsch, einen Hund zu streicheln, einem Affen zuzulächeln und vor einem Elefanten den Hut zu ziehen!
Maxim Gorki
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Re: Der Airedale und die Verträglichkeit mit Artgenossen

Beitragvon kpkjk » Do 11. Okt 2018, 10:22

Hallo Anja,
ok das kann ich verstehen. Aber wenn ich ehrlich bin, hätte ich wahrscheinlich genauso gedacht. Und wie du schreibst, macht man das vielleicht beim nächsten Mal besser und dafür lässt man woanders was schleifen. Sehe ich bei meinen Kids. Bei jedem hat man was anders gemacht, zusammen mit deren eigenem Charakter hat jeder seine Fehler durch falsche Erziehung entwickelt. Ich bin mal gespannt wie es bei uns sein wird. Ich werde berichten sobald es soweit ist. Ich hoffe bis dahin noch vidl hier zu lesen. So manches wird man bis dahin vergessen haben, aber vielleicht bleibt ja was Nützliches hängen.
LG Kerstin
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