Mein Freddy ist tot...

Abschied nehmen....

Mein Freddy ist tot...

Beitragvon ataura » Mo 19. Mär 2018, 00:08

...gestern mit 12 Jahren und 9 Monaten in meinen Armen gestorben, in der Tierklinik. Die Todesursache ungeklärt, aber was neurologisches: schwere Demenz, Hirntumor oder Schlaganfall. Oder von allem etwas.

Sein Herz hat direkt 2 Sekunden nach der ersten Narkose-Spritze aufgehört zu schlagen. Wir haben ihn danach mit nach Hause genommen und im Garten würdig beerdigt.
Die Zeit im Haus ist stehen geblieben. Er war wie mein Bruder, ein guter Kamerad. Ich habe ihn sehr geliebt, wir waren ein super Team. Es war mein erster Hund, ich hatte ihn praktisch vor 8 Jahren geerbt. Ich weiß, man interpretiert vielleicht gerne Dinge in ein Tier rein....aber Freddy war sehr reflektiert. Er hat alles bemerkt: meine neuen Schuhe, eine neue Hose, ein neuer Hund beim Gassigehen, sehr offen, neugierig und freundlich.... ein "Airedale" eben.

Es war schon klar, der Zeitpunkt des Abschiednehmens würde näher rücken: Er hatte sein Alter, sein "Krankheitsbild" war diffus. Nächtelang habe ich gegoogelt, weil er teilweise sehr merkwürdige Verhaltensweisen zeigte, dann aber auch wieder ganz normal war. Man befürchtet das Schlimmste und hat doch immer Hoffnung. Oder waren es ganz einfach Alterserscheinungen. Es war so schwierig einzuschätzen, hat er Schmerzen oder nicht. Feststellbar wäre das nur durch massive Diagnostik möglich gewesen, also Vollnarkose, CT oder MRT. Und dann? Demenz, Hirntumor ist nicht wirklich behandelbar und eine Vollnarkose hätte das sicher noch verschlimmert.

Klar das Leben geht weiter, die Trauer kommt in Schüben, ich bin ihm trotzdem dankbar, denn er hat mein Leben sehr bereichert, ich habe mich immer gefreut, wenn ich heimkam. Ich habe ihn so gern gestreichelt. Ich mochte sein Gesicht, sein schiefes Ohr. Hat er mich kommen sehen, sind seine Ohren runtergegangen und sein Gesicht hat sich erhellt.
Am Ende eines Lebens bleibt dann so wenig Zeit übrig. Jetzt hätte ich noch viel mehr Momente mit ihm verbringen wollen. Wirklich für immer in meinem Herzen.... mein Freddy
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Re: Mein Freddy ist tot...

Beitragvon Bettina » Mo 19. Mär 2018, 09:55

Es tut mir sehr leid, daß Du Dich von Deinem Freddy verabschieden musstest.

Wie sehr kann ich ermessen, was Du jetzt durchmachst - diese Leere im Haus, die Trauer, die in Schüben kommt, die Vernunft und das Gefühl, die sich ständig überschlagen...es ist einfach eine unbeschreiblich schwere Zeit, erst recht, wenn das Haus nun leer ist.

Ich wünsche Dir Kraft, diese akute, harte Zeit zu meistern....und irgendwann wird die liebevolle Erinnerung an Deinen Freddy im Vordergrund stehen.

Mach's gut Freddy - grüß mir all die anderen geliebten Fellnasen

Bettina
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Re: Mein Freddy ist tot...

Beitragvon lutz » Mo 19. Mär 2018, 12:55

Auch mir tut es leid dass Du Deinen AT Freddy gehen lassen musstest, und ich kann Deine Trauer sehr gut nachvollziehen.
Jedes mal wenn ich hier lesen muss dass wieder ein Airedale über die Regenbogenbrücke gegangen ist wird es mir wieder bewusst dass man sich mit einem Hund aufgrund seiner von Natur her kürzeren Lebenszeit auch den Tod ins Haus holt.
Das Abschiednehmen geht einem dann ganz schön an die Nieren und ich kann sogar die Leute verstehen die so etwas nicht noch einmal erleben möchten und sich nicht für einen weiteren Hund entscheiden der über die Trauer hinweg hilft. Meine Greta hat mir persönlich sehr geholfen als ich Joker gehen lassen musste.
Gute Reise Freddy, die anderen Airedales warten schon.

Viele Grüße von lutz mit Greta
Die Beziehung zwischen einem Mann und seinem Hund ist heilig,
was die Natur vereint hat, soll keine Frau trennen.
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Re: Mein Freddy ist tot...

Beitragvon ataura » Mo 19. Mär 2018, 13:51

Danke für Eure Teilnahme,

Freddy hat mit allem, was er konnte mein Herz erobert, als ich ihn ziemlich unverhofft bekommen habe. Er wollte so weit wie möglich an meinem Leben teilnehmen.
Ich habe zur gleichen Zeit vor acht Jahren noch einen Schäferhund, die Tabea bekommen. Sie ist auch sehr lieb, sie trauert auch. Es hilft etwas, Schäferhunde sind einfach eine ganz andere Rasse, viel mehr Hund und auch ernster. Sie hat Freddy bestimmt oft nicht verstanden und fand ihn komisch. Ein Airedale ist eben wirklich ein Clown, er hatte so viele alberne Gesten drauf, rannte immer unverhofft an Tabea vorbei und knuffte sie ins Ohr....

Aber Tabea verhält sich nun ganz fabelhaft, sie leckt meine Hand, möchte mich trösten. Sie stand die ganzen Jahre im Hintergrund. Sie ist ganz ruhig. Wir haben sie noch einmal an dem toten Freddy schnuppern lassen, damit sie Bescheid weiß. Aber sicher wusste sie das schon lange vor uns, das es mit ihm zu Ende geht.

Ja ich hoffe, dass irgendwann die schöne Erinnerung dem Schmerz weicht.
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Re: Mein Freddy ist tot...

Beitragvon Hundemutti » Mo 19. Mär 2018, 14:20

...wie schwer es einem fällt, diese Zeilen zu lesen...Wie schwer muss erst Dein Herz sein...

Viel Kraft für die kommende Zeit, um mit diesem Verlust leben zu lernen...


Und die Seele unbewacht
will in freien Flügen schweben,
um im Zauberkreis der Nacht,
tief und tausendfach zu leben.


Hermann Hesse

Traurige Grüße
Romana
Liebe Grüße
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Um Feinde zu bekommen ist es nicht nötig den Krieg zu erklären, es reicht, wenn man einfach sagt, was man denkt! Martin Luther King
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Re: Mein Freddy ist tot...

Beitragvon Gundis » Mo 19. Mär 2018, 15:10

"irgendwie" wird Freddy immer bei Euch sein. Ich wünsche Euch viel Kraft.

Liebe Grüße
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Re: Mein Freddy ist tot...

Beitragvon Bavaria » Di 20. Mär 2018, 06:15

Es ist immer schwer den geliebten Hund gehen zu lassen, und Worte werden nicht trösten, denn es geht immer ein Stück von uns mit.
Ich wünsch Dir viel Kraft, und irgendwie bleibt Freddy immer bei Dir, ganz fest in Deinem Herzen.
LG Bine
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Re: Mein Freddy ist tot...

Beitragvon Ulan » Fr 23. Mär 2018, 08:52

Es ist , wie Lutz schon schrieb, schwer hier zu lesen. Wer es schon mitgemacht hat weiß zu ermessen wie es Euch geht.
Das einzig schöne sind die Erinnerungen, aber der Schmerz wird langsam nachlassen und die Tage wieder heller.

traurige Grüße

Edgar
Ein Leben ohne Hund ist ruhiger,sauberer,
und viel langweiliger
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Re: Mein Freddy ist tot...

Beitragvon ataura » Fr 30. Mär 2018, 19:21

Ich danke nochmal Allen für die Anteilnahme.

"Mein Freddy" ist jetzt knapp 3 Wochen tot, ich kann damit, ja muß damit, leben. Es geht auch weiter, aber das Leben hat eine Facette für mich verloren.

Ich hatte mich immer gefragt, ob denn fast alle Hunde letztlich eingeschläfert werden müssen?
Jetzt habe ich das verstanden: Hat ein Mensch einen Schlaganfall oder Infarkt, wird er eben an diverse Geräte gehängt. Aber will man das für einen Hund? Oder ist das überhaupt möglich/realistisch/artgerecht?

Ehrlicherweise muss ich sagen, dass ich mich seit Freddy´s Tod auch etwas erholt habe. Die letzten Wochen waren sehr anstrengend für mich, und es war schlimm für mich mitanzusehen, wie sehr sich Freddy veränderte (und wie rasend schnell er alle seine lieben Eigenarten und Vorlieben verlor). Es war ziemlich ähnlich dem Beitrag "Pancho´s Tage, nur eben im Zeitraffer von 6 - 8 Wochen. Das viele Schlafen im Wechsel mit stundenlangem Hin- und Herlaufen. Pinkeln, Häufchen machen egal , ob drinnen und draußen, im Liegen oder Stehen, verschobener Tag-Nacht-Rhythmus. In der Ecke oder unter dem Tisch stehen und nicht mehr rauskommen... trotzdem habe ich alles gerne für ihn gemacht. Es gab ja immer auch wieder hoffnungsvolle, schöne, innige Momente.

Nachdem ich Alles mal Revue passieren habe lassen bin ich einfach nur geschockt, wie schnell das Ende kam:
Freddy war bis 2 Monate nach seinem 12. Geburtstag ein kerngesunder Hund. Blutbild super, Herz kräftig, den ganzen Tag aktiv (wir haben ein großes Grundstück, da hatte er immer viel zu tun). Wollte den ganzen Tag spielen, hat dauernd den Ball gebracht, ist jeden Tag vor Freude beim Gassigehen ausgeflippt, hat alle Katzen angewufft. Alle Hunde freudig begrüßt, gierig auf jedes Leckerchen, Riesentrara vorm Füttern.

Ziemlich schnell hatte er dann Hüftprobleme, wollte nix Hartes mehr kauen (Zähne aber laut Tierarzt gut), dann hat er sich auf´s Gassigehen nicht mehr so gefreut. lief langsamer. Bin dann weiter weg gefahren in einen anderen Wald und da war er wieder begeistert. Dann aber alle Hunde, die er kannte böse angeknurrt, Katzen ignoriert, gegen eine Laternenpfahl gelaufen (blind?).... war mir gar nicht schlüssig, was da los ist, es war zu viel und jeden Tag anders....

Entweder ist das so, dass alte Hunde so schnell abbauen, oder der Tierarzt hat nicht richtig hingeschaut und irgendwas fehlinterpretiert...
Jetzt habe ich doch soviel geschrieben, aber das hilft ungemein.

Ich hätte Freddy gerne seinen letzten Tag erspart, das tut mir sehr leid für ihn, daß sein Leben so geendet ist....
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Re: Mein Freddy ist tot...

Beitragvon Lena » Fr 30. Mär 2018, 22:52

Es tut mir sehr leid für dich.
Aber dieses schnelle altern der Terrier ist auch meine Erfahrung, die ich mit meinen Airedales gemacht habe.
Der Airedale kann lange seine Beschwerden vertuschen, aber dann verschlechtert sich alles sehr plötzlich.

Ich wünsche dir viel Kraft für die nächste Zeit. Freddy geht es jetzt gut, er hat keine Beschwerden mehr.

LG Lena
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