die (Verloren-)Suche klappt nicht, was tun?

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Re: die (Verloren-)Suche klappt nicht, was tun?

Beitragvon doris » Mi 6. Apr 2011, 13:09

Hallo Eddi,

Eddi hat geschrieben:Aber wo genau, außer in meiner Ungeduld kann ich sonst noch die Chancen verbessern, daß Hundi zB nicht so überschießend auf der Wiese umherrast, sondern gleich gesittet die Nase einsetzt? Ich befürchte, Zirbel geht es da ähnlich, "ichweißichweiß, ich kannsscho". Ein eher weibliches Problem?


Für mich hört es sich so auch sehr spannend und aufregend an. Du fährst mit dem Auto los, hältst irgendwo an, und versteckst etwas. Zirbel bleibt im Auto.
Ich könnte mir gut vorstellen, daß sie dann schon im Auto sitzt und sich selbst hochfährt. Wie Frauchen geht schon, ohne mich, wo geht die hin, was macht die dort mensch holt die mich noch puh vielleicht muß ich was suchen, vielleicht muß ich Trailen wo is sie denn?? usw.

ich kann mir gut vorstellen, daß der Dampf dann erst mal raus muß.
Ich gehe mit meinem Yoda-Tier immer erst mal 10 bis 15 Minuten spazieren, laß ihn laufen. Und dann machen wir ein bißchen Arbeit.
Wenn ich eine Fährte lege, lege ich sie meist ohne ihn. Z.B. fahr ich aufs Feld lege eine Fährte, dann geh ich einkaufen, danach hole ich Hundi, lauf ein bißchen mit ihm rum. Dann bewege ich mich langsam zur Fährte und sag irgendwann das Kommando "Such".
So tobt er nicht zu dolle wenn er aus dem Auto kommt.

LG Doris
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Re: die (Verloren-)Suche klappt nicht, was tun?

Beitragvon Eddi » Mi 6. Apr 2011, 13:33

Hallo Doris,

ja, da hast nicht unrecht. Anfangs hab ich das "Hochfahren" als positiven Effekt genommen, damit Zirbel auch angeheizt wird. Inzwischen weiß sie ja nun, was auf sie zukommt und könnte sich tasächlich etwas überdrehen. Mir ist es nur immer etwasviel Aufstand, erst Hundis heimbringen (die sind ja m.o.w. immer dabei) dann eine putzige Spur legen (hoffen, daß das Suchobjekt dann auch nicht von einem eifrigen aber unautorisierten Fremdhund (-krähe, -fuchs...) gefunden wird. Hunde holen, spazieren. Das geht eher an SChlechtwetter(also nichtreit)tagen.
Aber ich werd es beherzigen, denn ich möchte nicht ein hektisches unkoordiniertes Haustier frustrieren.
Allerdings weiß Zirbel ganz genau, was passieren wird, denn ich zeig ihr ja vor dem Weggehen das Objekt, damit sie es gleich suchen wird.
Und hier ist dann auch ein weiteres Problem: wenn ich die "Fährte" vor dem einkaufen lege, wie soll ich Zirbel sagen, was sie suchen muß, wo das Objekt der Begierde doch bereits unter einem Holunderstrauch auf seine Entdeckung wartet.
Einen GA davon fertigen?
Freddy, sach doch auch mal was... :dog_wink

LG
Eddi
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Re: die (Verloren-)Suche klappt nicht, was tun?

Beitragvon Freddy » Mi 6. Apr 2011, 19:33

Hallo Eddi, Hallo zusammen,



Eddi hat geschrieben:Und hier ist dann auch ein weiteres Problem: wenn ich die "Fährte" vor dem einkaufen lege, wie soll ich Zirbel sagen, was sie suchen muß, wo das Objekt der Begierde doch bereits unter einem Holunderstrauch auf seine Entdeckung wartet.
Einen GA davon fertigen?



Bei der „Verlorensuche nach Gegenständen mittels Hund“ (VDH-PO) sucht der Hund „verlorene“ Gegenstände auf einem begrenzen Areal. Die Gegenstände werden vom Hf oder von Hilfspersonen zeitnah vor der Suche ausgelegt. Das „Prüffeld“ wird vor der Suche bewusst mit fremden Menschenspuren kontaminiert, weil der Hund sich NICHT nach der Menschenfährte richten soll. Der Hund sucht dann das Areal nach den verlorenen Gegenständen (Zick-Zack- Revier) ab. Vermutlich „erkennt“ er die Objekte am Objektgeruch sowie anhaftenden Menschengeruch (Artgeruch). Möglich wären auch noch andere Erklärungen....


Wir lösen Suchaufgaben zum Spaß an der Freude und nicht Prüfungskonform ;) . Bei "unserer" Verlorensuche schicke ich Felix entweder den Weg, den wir gegangen sind zurück oder ich werfe einen Gegenstand (ich sag dazu „Revieren)in eine Wiese, ohne dass er es mitbekommt.
Felix sucht alle Gegenstände die nach mir riechen und apportiert sie. Dabei kann ich beliebige Gegenstände auslegen (neulich mal ein Tempotaschentuch) auch solche, die ich noch nie benutzt habe.
Gegenstände die andere Leute verloren haben, interessieren ihn nicht.
Dabei ist es scheinbar gleichgültig, ob die Gegenstände frisch ausgelegt wurden oder ob sie dort schon 1-2 Tage liegen. Felix hatte auf einer großen Wiese mal einen Pfotenschuh verloren und am nächsten Tag ohne Suchkommando gefunden und apportiert....

Bei unserer „Hausverlorensuche“ lasse ich ihn am Gegenstand riechen und er geht später meiner frischesten Fährte nach und sucht dann genau den angerochenen Gegenstand, auch dann wenn ich noch einen anderen Gegenstand daneben gelegt habe. Vermutlich leitet ihn die Kombination Individualgeruch und Objektgeruch.

Eddi hat geschrieben:Anfangs hab ich das "Hochfahren" als positiven Effekt genommen, damit Zirbel auch angeheizt wird. Inzwischen weiß sie ja nun, was auf sie zukommt und könnte sich tasächlich etwas überdrehen.


Ich hatte schon geschrieben das manche HF "Motivation" mit "Emotion" verwechseln. Unter Motivation versteht man die „Bereitschaft“ etwas zu tun. Je höher die Bereitschaft ist etwas zu tun, desto besser wird die Leistung sein. Emotion ist die Stimmungslage des Hundes. Vom Halbschlaf bis hin zum total aufgedrehten Tier. Setzt man die Emotion zur Leistung in einem Diagramm in Beziehung, erhält man eine parabelförmige Kurve mit einem „Leistungs-Berg“ im mittleren Bereich der Stimmungslage. In diesem Abschnitt ist das Leistungsvermögen für Sucharbeiten oder Lernaufgaben am besten. Denkt nur mal an die Prüfungen die Ihr gemacht habt...dann wißt Ihr was ich meine.

Man sollte also einen Hund der eh schon ein bischen „überdreht“ ist bzw. dazu neigt, nicht noch zusätzlich „hochfahren“. Also vor Arbeitsbeginn den Hund falls nötig eher „beruhigen“ bzw. „erden“. Vielleicht eine andere nicht ganz so beliebte einfache Arbeit abfordern und dann ganz gelassen auf die Such-Arbeit einstimmen und fokussieren.

Wir möchten einen Hund der hochmotiviert ist, aber dennoch nicht zu aufgedreht ist und somit aufnahmefähig und noch gut „lenkbar“. Das kann man Hunden auch gut spielerisch beibringen. Felix darf erst den Critter jagen wenn er konzentriert sitzt und ich ihm die Freigabe erteile. Er ist dann extrem hoch motiviert weiß aber, dass nur ruhiges besonnenes Verhalten zum Ziel (MO) führt. Dieses "Warten müssen" hat übrigens noch einen schönen Effekt: Es fördert die "Härte" bzw. die Ausdauer des Hundes. Die Bereitschaft sich auch gegen Widerstände aller Art ( hier ein zeitlicher Widerstand) durchzusetzen um die gestellte Aufgabe zu erfüllen.

LG
Freddy
Freddy
 

Re: die (Verloren-)Suche klappt nicht, was tun?

Beitragvon Eddi » Do 7. Apr 2011, 19:25

Hallo,

ich glaube, einer der Knackpunkte ist nun, daß ich zukünftig deutlicher differenziere, denn wir machen ja im Grunde allerlei durcheinander. Zirbel sucht auf einer Fläche nach einem geworfenen Gegenstand, in Feld, Wald und Haus nach was verstecktem, "verloren" also quasi hinter uns beim spazieren und trailen auch noch.
Ich glaube, ich mach noch mal ein wenig "Basis pauken" und erarbeite deutlichere Unterschiede. Denn ich habe den Eindrcuk, daß Zribel besonders den Unterschied vom "revieren" und meiner Spur beim Objekt verstecken nicht immer so ganz auf die Reihe bekommt und daher ineffektiv und damit weniger erfolgreich wird.

Zur Zeit scheint mir ihre Gesamtmotivation aber auch zu schwächeln. Sie ist noch ein bißchen pseudoscheinschwanger (für alle Kastrations"fans": man merkt Zirbel den Zyklus an, von wegen Neutrum ;) ) und ich befürchte, daß das einiges ausmacht. Da wir bei der letzten Pseudoläufigkeit noch nicht getrailt und so richtig bewußt Nasenspiele gemacht haben, kann ich keine Vergleiche ziehen, aber wie echte scheinschwangere Mädels ist auch meine dann gern etwas komisch.
Heute wollte sie unbedingt ihren Dummy suchen, ließ sich aber ablenken und tat auf einmal als wäre ihr entfallen, weshalb sie ziellos umher lief. Auf meine Spur ging sie überhaupt nicht, obwohl sie sonst ja sofort darauf findet. Weiber halt....

LG
Eddi
Hund hat Hormone, Ponys haben Husten, ich brauch neue Viecher.... :dog_laugh
Eddi
 

Re: die (Verloren-)Suche klappt nicht, was tun?

Beitragvon Freddy » Fr 8. Apr 2011, 12:06

Hallo zusammen, Hallo Eddi,

Eddi hat geschrieben:ich glaube, einer der Knackpunkte ist nun, daß ich zukünftig deutlicher differenziere, denn wir machen ja im Grunde allerlei durcheinander.


Da hast Du sicher recht...ohne die Vorgabe von klaren Regeln, über die Du Dir selber erst einmal klar werden muss, wird es kaum gehen.

Man sollte sich bei Nasenarbeiten aller Art immer wieder diese Fragen stellen: Was riecht mein Hund und wie kann ich erkennen was er riecht? Wie kann ich fördern, dass für den Hund nur die Gerüche suchleitend sind die ich für wichtig und richtig halte?

Diese Frage sind keineswegs so leicht zu beantworten wie man meinen könnte. Schon bei dem suchleitenden Geruch stoßen wir an unsere Vorstellungsgrenzen. Was riecht de Hund mit tiefer, halbhoher und hoher Nase? Welche Gerüche sind überhaupt für den Hund "verfolgungsrelevant" bzw. interessant und welche verleiten ihn unnötig?.....

Diese Fragen sind bis heute noch nicht erschöpfend zu beantworten. Für die Ausbildung zu bestimmten Suchdisziplinen ist es wichtig den Hund von Beginn an, auf den "richtigen" Geruchskomplex einzustimmen und die Beachtung von "falschen" Geruchskomplexen oder -komponenten auszuschließen und ihn ansonsten weitgehend so suchen lassen, wie er es für richtig hält.
Ganz wichtig ist natürlich auch das "Lesen" des Hundes. Man stellt manchmal nach Jahren intensiver Beobachtung fest, dass man immer noch nicht alle "körpersprachlichen" Signale des Hundes kennt bzw. richtig einschätzen kann. Da hilft nur üben, üben, üben...

Eddi hat geschrieben:Ich glaube, ich mach noch mal ein wenig "Basis pauken" und erarbeite deutlichere Unterschiede. Denn ich habe den Eindrcuk, daß Zribel besonders den Unterschied vom "revieren" und meiner Spur beim Objekt verstecken nicht immer so ganz auf die Reihe bekommt und daher ineffektiv und damit weniger erfolgreich wird.


Ja genau, und dabei nicht zu schnell vorgehen, immer Schritt für Schritt. Für eine gute Sucharbeit braucht man eine Kombination von intensivem Training, Sachkenntniss, hohem Ausbildungsniveau und auch einer gewissen Ernsthaftigkeit.

LG
Freddy mit Felix
Freddy
 

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