Rad fahren, wie weit ist gesund?

Dogdance, Flyball, Frisbee, Longieren, Zughundearbeit und andere Beschäftigungen mit dem Airedale

Rad fahren, wie weit ist gesund?

Beitragvon Eddis » Mo 23. Mär 2015, 20:24

Wir fahren fast täglich mit Eddi eine Runde Fahrrad. Meistens zeitig morgens, wenn noch nicht so viele andere Radfahrer unterwegs sind. Meistens im gemütlichen Trab, so zwischen 9 und 13kmh. Eddi läuft frei und erschnüffelt seine Hundezeitung. Meistens treffen wir noch einen Hundekumpel, gehen ein paar Schritte und sind etwa 1,5 Stunden unterwegs bei 10km Strecke. Danach kann Eddi zu Hause noch gut mit seinem besten Kumpel toben, er ist nicht alle oder braucht Ruhe. Ich würde trotzdem nie längere Strecken wählen, oder den Hund abhetzen.

Gestern traf ich eine gute Bekannte. Nach einer Weile erzählte sie vom Urlaub, der Hund war natürlich mit (auch ein Airedale) und sie sind Rad gefahren. Nach 3 Tagen war die Hündin am 4.Tag krank, kam nicht mehr hoch, hatte Fieber und mußte zum Tierarzt. Ich habe gefragt wie weit sie denn gefahren sind. Den ganzen Tag, immer so 25km weit oder mehr. Da war ich platt und es geht mir nicht mehr aus dem Kopf.

Mal 20km für die Zuchtzulassung sind oki und eine Ausnahme. Drei mal hintereinander ist diese Hündin so weit gelaufen, ohne daß die Besitzer etwas von Erschöpfung bemerkt haben. Der Hund hat guten Familienanschluß, lebt im Haus und ist ein Wirbelwind gegen Eddi. Was soll man dazu sagen?
Lieber Gruß Simona mit Sir Eddi
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Re: Rad fahren, wie weit ist gesund?

Beitragvon Lisa1607 » Mo 23. Mär 2015, 21:49

Ich finde es kommt auf den Hund und seinen Trainingszustand an wie weit man kann.

Mit einem Hund der 10 km am Tag gewohnt ist, kann man nicht auf einmal immer 20 km täglich zumuten. Wenn man dem Hund ansieht dass es für ihn nix is, dann sollte man es lassen. Isses ein Hund der gern lange und auch etwas flotter draußen unterwegs ist, kann man das Pensum bei ihm durchaus höher schrauben. Aber dann auch bitte langsam, nur mit einem gesunden Hund, immer schön Ausdauer vor Geschwindigkeit setzen, Pausen einlegen und drauf achten wieviel man dem Hund als Individuum zumuten kann. Zudem muss man ja bei dem ganzen auch Bedenken dass Hund auchmal seine Ruhe und den Schlaf brauch.

Meiner Meinung nach ist das das selbe oder zumindest ähnliche wie bei uns Menschen : Untrainiert joggt man nicht eben mal 10 km, schafft keine 20 km täglich wenn man am Tag davor noch die Hälfte gewohnt war, brauch auchmal Zeit um auszuruhen, ect...
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Re: Rad fahren, wie weit ist gesund?

Beitragvon Anja1402 » Mo 23. Mär 2015, 21:55

Naja, da kann das Radfahren der Auslöser, aber nicht die Ursache gewesen sein. Vielleicht hatte die Hündin vorher schon was weg und durch die Radtouren wurde sie körperlich so erschöpft , dass ein Infekt ausbrach ? Ist ja bei uns Menschen auch so, manchmal ist man etwas angeschlagen und treibt trotzdem Sport, und dann liegt man am nächsten Tag auf der Nase. Ich denke, einem wirklich gesunden und durchtrainierten Hund machen auch 3 Tage Radtouren von 20 km nichts aus, und deine Bekannten fahren ja sicher vernünftig Rad mit dem Hund
Nach manchen Gesprächen mit Menschen hat man den Wunsch, einen Hund zu streicheln, einem Affen zuzulächeln und vor einem Elefanten den Hut zu ziehen!
Maxim Gorki
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Re: Rad fahren, wie weit ist gesund?

Beitragvon lutz » Mo 23. Mär 2015, 21:59

Hallo Simona,

das Laufen am Fahrrad ist natürlich auch eine Sache der Konditionierung des Hundes. Wenn ein Hund dieses nicht regelmäßig gewohnt ist und plötzlich nur im Urlaub gleich mehrere Tage hintereinander große Strecken am Rad laufen soll kann das auch ein sonst gesunder Hund wohl schlecht verkraften.
Das wäre bei uns so ungefähr vergleichbar wenn ein normaler Jogger der sonst höchstens dreimal in der Woche ein paar Runden joggt dann plötzlich drei Tage hintereinander ohne vorhergehendes Training einen Halbmarathon laufen sollte. Wenn einen dann schon vorher etwas in den Knochen gesteckt hat kann dann durch Überanstrengung schon einmal etwas mehr als nur ein Muskelkater dabei herausspringen.
Außerdem sollten wir bei unserem Airedale berücksichtigen dass er, bedingt durch seinen quadratischen Körperbau, nicht wie ein Schäfer-oder Hütehund oder ein Dalmatiner als ehemaliger Kutschenbegleithund für lange Strecken als Dauerläufer gezüchtet worden ist, sondern eher für reaktionsschnelle Wendungen auf engem Raum um das Raubzeug und die Ottern zu packen.
Die guten Dauerläufer unter den Hunden haben beim Körperbau Widerristhöhe zu Länge vom Brustbein zum Sitzbein eher ein Verhältnis von 9 zu 10 (Höhe x Länge) der Airedale hat eines von 1 zu 1. Solche Gegebenheiten werden in der Hundeliteratur sehr ausführlich im Buch von Aldington / Stockmann: "Der Körperbau des Hundes" (hieß ursprünglich mal "Das Laufwerk des Hundes"), behandelt und erklärt.
Da kann man mal wieder sehen dass unser Universalhund der Airedale zwar alles kann aber eben nichts so gut wie die jeweiligen Spezialisten mit den Eigenschaften ganz bestimmter Zuchtziele, Er ist eben "Jack of all trades, Master of none" was auch hier mal wieder stimmt. ( u.a. deswegen kann auch z.B. niemals schon vom Körperbau her ein Airedale einen Mali im Schutzhundesport auf dem Treppchen verdrängen).

Ansonsten ist gerade ein leichter Trab auch für den Airedale die leichteste Gangart und man kann durch gemäßigtes Radfahren mit dem AT sehr viel nicht nur für die Gesundheit und körperliche Auslastung des Hundes tun, sondern selbst eine nicht zu schwere HD-Erkrankung durch den Muskelaufbau der Hinterhand in Schranken halten.

Viele Grüße von lutz mit Greta
Die Beziehung zwischen einem Mann und seinem Hund ist heilig,
was die Natur vereint hat, soll keine Frau trennen.
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