Radfahren - eine Qual für den Hund?

Dogdance, Flyball, Frisbee, Longieren, Zughundearbeit und andere Beschäftigungen mit dem Airedale

Radfahren - eine Qual für den Hund?

Beitragvon Sparta » Fr 9. Jul 2010, 10:35

Nutze die Schließung unseres Flughafens Tempelhof dazu, mit dem Fahrrad unterwegs zu sein. Es besteht dort zwar Leinenzwang, aber durch den nicht vorhandenen Verkehrs eignet sich dieses Gelände ideal, um den Hund etwas auszupowern. Da Jonatan nicht gerade eine Gerte ist und er sich freiwillig nicht so viel bewegt, versuche ich, ihn langsam an das Fahrrad zu gewöhnen. Das klappt auch wunderbar. Ab und zu beißt er mal in die Leine, aber nach ein paar Minuten läuft er wie in Trance neben mir.

Eigentlich könnte ich ja zufrieden sein, aber ich habe dabei ein ungutes Gefühl, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass es dem Hund Spaß macht. Ganz im Gegenteil, ich glaube, er hasst es förmlich. Als ich letztens das Fahrrad rausholte, bellte er mich an - Freude sieht anders aus. Selbstverständlich habe ich die Fahrradtour dennoch durchgezogen (keine Sorge, ich mache noch keine Mammuttouren).

Nun meine Frage: Muss der Hund da durch zwecks Fettverbrennung, Konditions- und Muskelaufbau durch oder grenzt das Radfahren mit einem angeleinten Hund an Tierquälerei?

Michael
Sparta
 

Re: Radfahren - eine Qual für den Hund?

Beitragvon Uschi » Fr 9. Jul 2010, 10:44

Hallo Michael,

es ist sicher keine Tierquälerei wenn der Hund nicht über seine körperlichen Möglichkeiten hinaus beansprucht wird und es nicht gerade so heiß ist wie zur Zeit.
Das ist ja auch bestimmt nicht die einzige Art für ihn, Auslauf zu haben. Also warum nicht.

Wijnta mag übrigens auch nicht mit joggen gehen. Holt mein Mann die Laufschuhe raus, verkrümelt sie sich. Bevor sie aber alleine zuhause bleiben muss, entschließt sie sich dann doch, mitzukommen.



LG
Uschi
Niemand ist mehr Sklave, als der sich für frei hält, ohne es zu sein.

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Re: Radfahren - eine Qual für den Hund?

Beitragvon Anneliese » Fr 9. Jul 2010, 11:07

Moin, Michael!

Hm, ich möchte mit Bente ja auch Rad fahren, aber sie läuft nur sehr langsam am Rad. Lass ich sie frei laufen und fahre weiter, so läuft sie viel schneller und alle Wege drei mal – also so doll findet sie es direkt am Rad wohl auch nicht – ich nehme an, weil es atypisch für den Hund ist sich in einem gleichmäßigen Tempo fortzubewegen.
Die Frage ist ja immer was ist für den Hund nicht super lustig, aber trotzdem ok.!? :dog_blush

Zum Gewichtsabbau ist das Laufen am Rad glaube ich nicht geeignet, denn übergewichtige Menschen sollen ja auch nicht mit Joggen, sondern höchstens mit Intervalltraining – oder besser- stramm spazieren gehen – anfangen, weil es gelenkschonender ist.

Apportierspiele hast Du – als Alternative - sicher schon ausprobiert!
Aber wie ist es mit einem Futterdummy den der Hund suchen/bringen muss – das Fressen
gibt es nicht mehr - oder nicht mehr ausschließlich - im Napf, sondern nach vollbrachter Arbeit aus dem Dummy – wäre das eine Idee für Euch? :brav

Liebe Grüße und viel Spaß im Forum
Anneliese die nun 2 Kilo mehr drauf hat, als vor dem Hund, weil sie ausgebremmst wird – mit Bente, die jetzt fitt wird. :dogrun
Anneliese
 

Re: Radfahren - eine Qual für den Hund?

Beitragvon Balou » Fr 9. Jul 2010, 11:26

Hallo Michael,

also als Tierquälerei sehe ich es überhaupt nicht, wenn ein Hund am Rad läuft. Natürlich muss er langsam herangeführt werden. Das heißt regelmäßig mit ihm Rad fahren und die Strecke langsam steigern. So wie es beim Sportler auch gemacht wird, der läuft ja auch nicht gleich einen Marathon.
Mit Balou habe ich die Ausdauerprüfung gemacht, da sind 20 km am Rad zu laufen und er hat es gut geschafft. Ich habe ca. ein halbes Jahr vorher angefangen ihn regelmäßig am Rad laufen zu lassen. Natürlich war er es davor auch schon gewohnt, allerdings eher unregelmäßig.
Also mach Dir keine Gedanken, Tierquälerei ist es auf keinen Fall, wenn man es nicht übertreibt. Aber es laufen eben nicht alle Hunde gern am Rad.

Gruß

Tobias
Balou
 

Re: Radfahren - eine Qual für den Hund?

Beitragvon GabyP » Fr 9. Jul 2010, 12:01

Hallo, Michael,

es kommt wohl auch ein wenig auf den Untergrund an - querfeldein am Rad macht Hund wohl mehr Spaß als das Flugfeld von Tempelhof (?).

Meine beiden laufen am Rad, die alte Hündin nur ganz kurz, aber sehr engagiert - da muß Mensch aufpassen, daß sie sich nicht übernimmt. Die 7jährige geht ans Rad und los geht's - rennen, rennen, rennen - nicht links oder rechts geguckt, einfach nur rennen (Feldwege, die teilweise grasbewachsen sind, kurze Strecken Asphalt), aus purer Freude am Rennen. Diese Hündin hat Zeiten, wo es ihr nicht schnell und lang genug sein kann.

Sie ist aber auch ein Exemplar, das von sich aus seinem Rennwahn im Garten nachgibt und rennt, rennt, rennt.

Von der Sorte hatte ich schon mehrere.

Viele Grüße
GabyP
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Re: Radfahren - eine Qual für den Hund?

Beitragvon Eddi » Fr 9. Jul 2010, 17:52

Hallo Michael,

ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen: laufen ist gesund!
Das Zirbeltier -wie auch ihre Vorgänger - ist begeisterteLangstrecklerin, rennt am Pony 15, 20 und oft mehr km fast täglich.
Ich stelle mir aberihr Gesicht vor, wenn sie dies stets am Strick absolvieren müsste, sie wäre kreuzonglöcklich.

Gäbe es nicht die Möglichkeit, daß ihr Bruder erstmal in Hundegesellschaft und freilaufend die Freuden gesteigerter Bewegung kennen lernt, so daß er dann auch mal eine Leinenrunde akzeptieren kann?
Ich vermute mal, es ist die Art, wie man den "Sport" betreibt und nicht die Bewegung an sich, die Jonathan oder Levi ? keinen Spaß macht. Ich zum Beispiel finde joggen total blöde, langweilig, anstrengend natürlich auch, aber deshalb lasse ich ja auch das Pony joggen :dog_tongue2 . Doch auch diesem macht es mehr Spaß, wenn der Hund mitläuft. Immer noch besser als allein. Und die Hunde leiben es einfach, in einerGruppe zu sporteln.
Rough ist zB auch einer dieser Hunde, die einfach nur rennen können um des Rennens willen, toben um des tobens wilen aber bei den meisten ist das ein Gruppenerlebnis, welches die Hauptsache ist.

LG
Eddi
würde auch nicht am Fahrrad mitlatschen, wofür gibt's Autos :dog_wink
Eddi
 

Re: Radfahren - eine Qual für den Hund?

Beitragvon Kirsten » Fr 9. Jul 2010, 18:18

Hallo!
Es ist ansich keine Tierquälerei, wenn der Hund am Rad mitläuft - aber auf keinen Fall sollte das bei dieser Affenhitze geschehen!!!
Mein voriger Airedale lief nicht so gerne am Rad mit und hatte ein langsames Tempo, mein jetziger Airedale rennt sehr gerne am Rad. An der Straße muß er an der Leine mitlaufen, in der Feldmark darf er ohne Leine laufen :dogrun . Dann bleibt er auch mal stehen, um zu schnüffel und dann legt er einen Sprint ein und holt mich wieder ein.
Der Hund sollte aber auch nicht zu jung sein, wenn man mit dem Fahrradtraining beginnt.
Tschüß Kirsten
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Re: Radfahren - eine Qual für den Hund?

Beitragvon Sparta » Fr 9. Jul 2010, 23:56

Eddi hat geschrieben:

Gäbe es nicht die Möglichkeit, daß ihr Bruder erstmal in Hundegesellschaft und freilaufend die Freuden gesteigerter Bewegung kennen lernt, so daß er dann auch mal eine Leinenrunde akzeptieren kann?


Da ich mitten in der Stadt wohne, gibt es kaum Möglichkeiten, wo man den Hund ohne Leine laufen lassen kann. Ist ja nicht so, dass er sich kaum bewegen würde. Wenn wir mit beiden Hunden unterwegs sind, fordern wir sie schon, so dass sie recht aktiv sind. Natürlich könnte man auch mit dem Fahrrad in ein Hundeauslaufgebiet, was mir aber etwas zu umständlich ist. Zum Flughafen sinds von mir aus nur 5 Minuten und es ist wirklich ideal zum Radfahren mit Hund, da man so unglaublich viel Platz hat. Der Untergrund macht ihm bestimmt nicht so viel aus, denn den ist er ja gewöhnt und bei den momentanen Temperaturen mute ich es ihm natürlich nur in den Abendstunden zu. Aber zumindest toleriert er die Leinenrunde, und das ist hoffentlich die Vorstufe zur Akzeptanz.

Gruß

Michael
Sparta
 

Re: Radfahren - eine Qual für den Hund?

Beitragvon Petra » Sa 10. Jul 2010, 15:51

Hallo Michael,
mal von Tempelhofer zu Tempelhofer:
Es dauert bestimmt nicht mehr lange, bis die Ordnungsamttypen etwas müde werden ...
Will ich damit sagen, dass Lukas (erst manchmal) ohne Leine durch die Felder des Flughafens rennt und die Kinder mit Roller voraus ??? Nein, nein, ...doch ncht öffentlich ! :dog_cool
Lukas mag übrigens auch DIE LEINE am Rad nicht, daneben stur joggen ? Gähn !! Wenn ich aber so vorausfahre und er ohne Leine ist, freut er sich sehr und gibt Gas.
Mein Ärgernis auf dem Flugfeld: Für kleine Vögelchen werden riiiiiiesige Areale abgesperrt, aber Hunde sind wohl nicht mehr Tier genug, damit man für sie auch was reserviert ... (die albernen sog. Ausläufe sind ja ein Hohn).

Also, Tage werden kürzer und kälter, Ornungsamt müder ... und dann gehts los mit der Rennerei ...
Guten Flug,
Petra
Petra
 

Re: Radfahren - eine Qual für den Hund?

Beitragvon Sparta » So 11. Jul 2010, 15:11


Mein Ärgernis auf dem Flugfeld: Für kleine Vögelchen werden riiiiiiesige Areale abgesperrt, aber Hunde sind wohl nicht mehr Tier genug, damit man für sie auch was reserviert ... (die albernen sog. Ausläufe sind ja ein Hohn).



Hallo Petra,

das mit den Vögeln sehe ich etwas anders. Diese Biotope gibt es ja schon eine Weile, und ich finde es schon gut, dass die Vögel dort geschützt werden. Es soll da ja auch mehrere Hundert Wespenarten geben. Für Hunde gibt es ja in Berlin viele Möglichkeiten, empfehlen kann ich auch die Felder bei Birkholz (Lichtenrade). Dort können die Hunde auch gut baden. Zwar ist das kein offizielles Hundeauslaufgebiet, aber es kümmert sich dort kein Mensch darum, ob die Hunde angeleint sind oder nicht. Aber als Tempelhoferin wirst Du dieses Areal wahrscheinlich kennen.

Auch die eingezäunten Auslaufgebiete finde ich gar nicht so blöd. Oft ist es da leer und man kann Übungen mit dem Hund machen. Jonatan findet es jedenfalls toll dort und oft leine ich ihn schon etwas vorher ab und er wartet dann vor dem Eingang. Glaube auch nicht, dass die Größe des eingezäunten Areals für den Hund (für mich sowieso nicht) entscheidend ist. Wenn ich es schön haben und laufen möchte, fahre ich in den Grunewald. Nur bei dem jetzigen Wetter jetzt kann man den Flughafen absolut vergessen.

Wie weit entfernt vom Flughafen wohnst du eigentlich?

Gruß

Michael
Sparta
 

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