Rassehund am Ende?

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Re: Rassehund am Ende?

Beitragvon Bine » Mo 9. Jan 2012, 19:12

lutz hat geschrieben:.
Alles andere wäre Bluff und Geldschneiderei.
Allerdings wird von einigen Leuten hier versucht, ähnlich wie beim Elo, hier eine eigene Rasse zu kreieren.
Um aber als eigene Rasse vom FCI anerkannt zu werden muß ein einheitlicher Phänotyp aus wenigstens 6 nicht miteinander verwandten Linien erzüchtet und vorgezeigt werden.
So etwas dauert aber einige Jährchen mit Selektion (und Inzucht).

Viele Grüße von lutz mit Joker

Jeder ELO sieht anders aus, es gibt sie in Gross und Klein und rauh- bzw. glatthaarig.
Aber einen einheitlichen Phänotyp haben sie nicht, manche sehen Spitzen sehr ähnlich andere den Samoeden, Eurasier und manche sind gar nicht einzuordnen, auch im Wesen sind sie sehr unterschiedlich. Sie gehen genauso gern jagen wie andere Hunde und sind genauso sozialverträglich, bellen auch gern, eben ein ganz normaler Hund ( ganz im Gegensatz zur Werbung).
LG Bine
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Re: Rassehund am Ende?

Beitragvon vanja » Mo 9. Jan 2012, 19:38

lutz hat geschrieben:So etwas dauert aber einige Jährchen mit Selektion (und Inzucht).


Bine hat geschrieben:Jeder ELO sieht anders aus, es gibt sie in Gross und Klein und rauh- bzw. glatthaarig.
Sie gehen genauso gern jagen wie andere Hunde und sind genauso sozialverträglich, bellen auch gern, eben ein ganz normaler Hund ( ganz im Gegensatz zur Werbung).
LG Bine


Hallo Bine,

ja, die Werbung machen sie auch bei den Puggles. Mops x Beagle ergibt automatisch einen Hund, der nicht jagt. Seltsam nur, daß der Beagle die Oberhand hat und genauso wie seine Vorfahren gerne mal jachtern geht. Wahrscheinlich ist der Mops im Puggle zu träge, um sich dagegen zu wehren :-)

Hallo Lutz

das dauert nicht nur einige Jährchen, das dauert Jahrzehnte! Wenn es so schnell ginge, dann wäre der Elo schon einheitlich. Wobei ich sagen muß, daß der Typ, den der Silken Windsprite darstellt, doch recht einheitlich ausfällt. Aber auch hier ist vor der Rassezulassung durch den VDH noch so manche Hürde zu überwinden.

Komischerweise wird bei den Designerdogs/Mischling die Inzucht / Selektion auf.... ohne Gegenrede hingenommen. Wird das beim anerkannten Rassehund gemacht, dann wird es verteufelt!

Rassehunde sind krank, weil sie ingezüchtet sind , Designerdogs / Mischlinge sind gesund, weil sie ingezüchtet sind? Entweder schaut da jemand nicht ganz hinter die Kulissen oder man mißt mit zweierlei Maß.
Aus eben dem selben Grund sind Rassehunde kränker - am Ende - und Mischlinge /Designerdogs auf dem Vormarsch und angeblich gesünder?
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Re: Rassehund am Ende?

Beitragvon Regine » Mo 9. Jan 2012, 22:39

vanja hat geschrieben:Bine hat geschrieben:Jeder ELO sieht anders aus, es gibt sie in Gross und Klein und rauh- bzw. glatthaarig.Sie gehen genauso gern jagen wie andere Hunde und sind genauso sozialverträglich, bellen auch gern, eben ein ganz normaler Hund ( ganz im Gegensatz zur Werbung).LG Bine


Hi Bine, bei uns auf dem Platz ist ein ELO und ein wenig widersprechen muss ich dir.
Mal abgesehen , dass dieses Exemplar wenig bellt und nicht jagt ,ist er wirklich sehr verträglich.
Als die Besitzerin ihren Hund als Deckrüden einsetzen wollte, mußte sie und ihr Hund einen wirklich schweren Wesenstest bestehen . Unteranderem mußten sie durch ein Gehege mit freilaufenden Hasen etc...
Ich selbst hatte vor drei oder vier Jahren mal einen interessanten Austausch mit Hr.Szobries, da mich seine Vorgehensweise interessierte.
Ich möchte den Versuch eine neue Rasse zu kreieren oder zu züchten nicht so nieder machen. Wo stünden wir heute, wenn Leute vor 200 Jahren den Standpunkt gehabt hätten : "Was wir haben reicht ,es kommt eh nix besseres mehr...."
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Re: Rassehund am Ende?

Beitragvon lutz » Mo 9. Jan 2012, 23:39

Hallo Regine,

ich bin mir eigentlich ziemlich sicher dass ein so relativ frisch aus verschiedenen Rassen zusammengemixter Hund wie der noch nicht vom FCI als Rasse anerkannter ELO sich nicht nur äußerlich als standardisierter Phänotyp nicht festlegen lässt sondern auch dessen Wesen/Charakter so unterschiedlich ausfällt dass er darin auch mehr oder weniger zur ein oder anderen Rasse tendiert aus denen er gezüchtet worden ist.
So etwas lässt sich auch mit Wesenstests nicht abstellen und ich mir auch die Frage stelle was denn eigentlich vom Laufraubtier und Beutegteifer Hund übrig bleiben darf um "kompatibel" für den Menschen zu sein wenn es schon Zuchtausschluß bedeutet wenn der Hund auf ein Karnickel mit seinem ursprünglich natürlichem Jagdtrieb reagiert.
Für mich als Airedalefreund wäre mir solch ein Hund eigentlich zu langweilig.
Also m.E. sollte bei ca.400 vom FCI anerkannten Rassen eigentlich für jeden Bedarf schon etwas dabei sein ohne dass ich das Rad neu erfinden muß um eine neue Rasse zu kreiren die unseren "Kompatibilitätsbedürfen" so entgegen kommt wie auf dem Computer Windows den verschiedenen Programmen aber von dem was mal ein richtiger Hund war nicht mehr viel übrig bleibt.

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Re: Rassehund am Ende?

Beitragvon Regine » Di 10. Jan 2012, 00:19

Hi Lutz,
lutz hat geschrieben:ich bin mir eigentlich ziemlich sicher dass ein so relativ frisch aus verschiedenen Rassen zusammengemixter Hund wie der noch nicht vom FCI als Rasse anerkannter ELO sich nicht nur äußerlich als standardisierter Phänotyp nicht festlegen lässt sondern auch dessen Wesen/Charakter so unterschiedlich ausfällt dass er darin auch mehr oder weniger zur ein oder anderen Rasse tendiert aus denen er gezüchtet worden ist.

Sicher wird das so sein und deshalb der "Wesenstest" um dort eine Standartisierung zu erreichen.Unterschiedliches Exterieur gibt es auch beim Belgischen Schäferhund etc.
Übrigens denke ich sehr wohl, dass durch einen Wesenstest und die Selektion auf bestimmte Wesensmerkmale ein bestimmter Charakter geformt werden kann oder denkst du der AT entstand aus Luft, Liebe und etwas Salz? :dog_biggrin
lutz hat geschrieben:ich mir auch die Frage stelle was denn eigentlich vom Laufraubtier und Beutegteifer Hund übrig bleiben darf um "kompatibel" für den Menschen zu sein wenn es schon Zuchtausschluß bedeutet wenn der Hund auf ein Karnickel mit seinem ursprünglich natürlichem Jagdtrieb reagiert.

Der Hund ist nicht mehr ursprünglich, dazu wurde schon zuviel experimentiert und gezüchtet .Ob ich das gut oder schlecht finde steht auf einem anderen Blatt.
Wer will denn noch einen Caniden , der reagiert wie ein Canide?Wir haben uns über Jahrhunderte hinweg unseren Hausgenossen geformt,ihn ständig unseren Bedürfnissen angepaßt, waren nie zufrieden wie er ist. Warum sollten wir das dann jetzt in dieser schnelllebigen Zeit sein???
lutz hat geschrieben:Für mich als Airedalefreund wäre mir solch ein Hund eigentlich zu langweilig.

Für mich wäre er auch nichts, nicht weil er langweilig wäre,temperament hat er auch, aber mir fehlt der Ungehorsam und der Charme.
aber ich bin ich und nicht jeder ist für einen AT geeignet...
LG Regine
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Re: Rassehund am Ende?

Beitragvon Bine » Di 10. Jan 2012, 08:06

Ich garantiere: Elo`s jagen genau wie alle anderen Hunde happy_02
Ich hab ja zwei Häuser weiter Milo und Najah... Milo ist eher der Samojede, Najah eher der Eurasier.
Das Zuchtziel der Elo?s ist für mich zweifelhaft, man kann aus den Ausgangsrassen keinen "Plüschhund" züchten, zumal ängstliche Hunde dort auch ausdrücklich in der Zucht zugelassen werden, für mich der kynologische Kardinalsfehler schlechthin. 97 % aller Beissunfälle entstehen aus Angst!
Alles in allem also ein toller Werbegag.
LG Bine
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Re: Rassehund am Ende?

Beitragvon Konny » Di 10. Jan 2012, 13:08

Hy zusammen

Die letzte on der FCI anerkannte Rasse war der weisse Schäferhund und wie viele Jahre gibt/gab es ihn schon.
Der letzte(FCI anerkannte) "Mischling" der Kromfohrländer 1998. Ihn gibt es immer noch in allen möglichen Variationen.Gezüchtet wird er seit 1955. Nach 43 Jahren dann endlich die Anerkennung
Der Elo wie den Wäller sind lt FCI noch nicht komplett durchgeüchtet, weil das Aussehen noch extrem variiert. Und wenn ich mir die Zeit beim Kromfohrländer ansehen, wird es auch noch dauern.
LG Konny
Der Weg wächst im Gehen unter Deinen Füssen.
Auf wunderbare Weise entfaltet sich die Reise mit dem nächsten Schritt.
Frieder Gutscher

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Re: Rassehund am Ende?

Beitragvon Artus » Di 10. Jan 2012, 21:37

Hallo zusammen,

hier wurde ja inzwischen ein enormes Wissen zusammengetragen.

Die Aussagen in der Vorstellung des Buches

aus artgerecht: Früher wurden die Hunde nach ihrer Leistung bewertet. Die Anforderungen der Arbeit formulierten den Standard der Zucht. Gute Gesundheit und ein robustes Wesen waren selbstverständliche Grundtugenden.


Das Exterieur wurde in unserer Zeit zum Mittelpunkt.Erst der heutige Mensch, der sich gerne hoher Tierschutz- und Umweltstandards rühmt, bewertet seinen "besten Freund" primär nach Äußerlichkeiten, zum Teil solchen banalster Art.....


sind mir insbesondere aufgefallen.

Mir persönlich ist die Gesundheit und das Wesen meines Hundes wichtiger als Äußerlichkeiten.

LG Rosi
Artus
 

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