Betrachtungen von der Analog- zur Digitaltechnik

Digitalfotografie im Detail - Tips und Anregungen

Re: Betrachtungen von der Analog- zur Digitaltechnik

Beitragvon Olaf » Sa 12. Feb 2011, 19:49

Hallo Lutz und alle Fotobegeisterten,

lutz hat geschrieben:Vieles ist heute im "digitalen Zeitalter" tatsächlich wesentlich einfacher für den Fotografen geworden aber andererseits gibt es heute so viele neue Möglichkeiten, speziell in der Bildnachbearbeitung,


Die digitale Bildnachbearbeitung am Computer macht gute Bilder besser und schlechte Bilder weniger schelcht, aber ich finde man kann damit auch keine schlechten Bilder zu wirklich Guten machen.
So kann man Bilder z.B. am Computer nachschärfen, aber es ist nicht der eigentliche Sinn, unscharfe Bilder scharf zu machen (das funktioniert nur mit einem deutlichen Verlust an Bilddetails), sondern um ohnehin scharfe Bilder wirklich brilliant zu machen. Die springen einem dann förmlich entgegen und wirken sehr plastisch.

Heute wie früher braucht man als Ausgang für ein gutes Endresultat ein (optisch) gut gemachtes Foto, es kommt immer noch auf die Rohdaten an, die auf den Sensor treffen und da hat sich eigentlich nichts wesentliches zu früher verändert. Früher war es Zelluloid, heute ist es der Sensor auf den das Licht der Kamera fällt.

Nach wie vor sind lichtstarke und hochauflösende Objektive sinvoll und diese muss man immer noch zum richtigen Zeitpunkt, mit dem richtigen Ausschnitt auf das richtige Motiv halten. Fast alles was man nachträglich am Computer macht vernichtet ürsprüngliche Bildinformationen. Am Anfang der Nachbearbeitung überwiegen meist die Vorteile, dass man bestimmte Details mehr betont und damit das Bild besser in Szene setzt, aber wenn man zuviel macht, kippt es irgendwann und wirkt nicht mehr.

Ich sehe das so, wie mit den Schönheitsoperationen bei Menschen. Ein wenig Lifiting mag machen Menschen noch zum Vorteil gereichen, aber wenn zuviel geschippelt wird, geht es ganz schnell in Richtung Gruselkabinett.

Auch der Einsatz von optischen Filtern ist in vielen Bereichen immer noch sinnvoll und wichtig. So nutze ich oft einen Polfilter um die Spiegelungen der Wasseroberfläche zu reduzieren und die Kontraste zu verstärken. Wenn ich z.B. die Fische im Wasser darstellen will und nicht die Spiegelung der Oberfläche. Das schafft nur der Einsatz eines optischen Filters beim Fotografieren, da lässt sich nachträglich am Computer nichts mehr machen wenn die Oberfläche spiegelt, fehlen einfach die Bildinformationen von dem Fisch unter Wasser.

Will nur sagen, das nach meiner Meinung die Grundlkagen und Zusammenhänge aus der analogen Zeit kein Stück an Bedeutung verloren haben. Man kann heute mehr kaschieren und kommt einfacher zu ganz passablen Ergebnissen, daran gibt es auch nichts auszusetzen.
Aber ein wirklich gutes Foto ist nach wie vor selten ein Zufallsprodukt. Und wenn man dann die technischen Aspekte einigermassen beherrscht, dann kommt die eigentliche Kunst: Das "Auge" des Fotografen für das richtige Motiv. Da wird man wohl sein Leben lang nie auslernen ...

LG,

Olaf
Olaf
 

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