Weißabgleich

Digitalfotografie im Detail - Tips und Anregungen

Re: Weißabgleich

Beitragvon Rover » Do 5. Mai 2011, 16:38

Hallo Freddy,

ich würde mich auch für 4500 entscheiden - gerade, weil ich jetzt weiß, dass es frühmorgens gemacht ist.

Auf den ersten Blick fand ich 4500G am Besten, bevor ich die Uhrzeit wusste. Es wirkt eher wie später Nachmittag.
Und das letzte (6200) hat so einen Weltuntergangs-Touch, so als käme bald ein Gewitter - hat also auch seinen Reiz, entspricht aber wohl nicht der Vorlage.

Ein toller Vergleich, auch wenn ich von dem, was Du gemacht hast, nur Bahnhof verstehe.
Da sieht man mal wieder, was man alles auch einem Bild herausholen oder hineinbringen kann!

Viele Grüße, Kerstin
Rover
 

Re: Weißabgleich

Beitragvon Eddis » Do 5. Mai 2011, 23:27

Moin, das finde ich auch, ein toller Vergleich. Man kann sehr gut sehen, wie mit Temperaturerhöhung der Anteil Rot im Spektrum zunimmt. Kaltes Licht ist blau, warmes Licht wirkt rot. Das erste Foto sieht aus, als ob die Kamera nicht richtig gemessen hat. Also Glühlampe eingestellt und dann im Freien fotografiert. Das letzte Foto erscheint im Licht des Sonnenunterganges, obwohl es morgens um 9 aufgenommen wurde. Am 30.April war es da schon lange hell. Sa war gegen 7 Uhr.

Mir gefällt 4500 auch am besten. Die G-Variante hat keinen dollen Himmel mehr, es fehlen die Wolken. Die sind bestimmt in mehreren gespeicherten Arbeitsschritten, also im Gefummel mit Kontrast und Tonwert untergegangen. Trotzdem ist der Felix noch schön braun, nur die Schatten auf der Zunge sind weicher. Der Gimp ist ein tolles Programm, wenn man sich damit eingefuxt hat.
Lieber Gruß Simona mit Sir Eddi
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Re: Weißabgleich

Beitragvon Freddy » Fr 6. Mai 2011, 19:34

Hallo zusammen,

danke für Euer Feedback und Eure Tips.

Mir selber gefällt das Bild mit der Farbtemperatur 4500 K am besten. Es kommt meinem subjektiven Farbempfinden in der Realsituation wohl auch am nächsten. Kann man eigentlich irgendwo (in den Exif-Daten) nachvollziehen, auf welchen Farbtemperaturwert die Kamera sich eingestellt hat?

Ich hatte mit bisher wenig Gedanken über den Weißabgleich gemacht. Einfach die Automatik der Kamera machen lassen...man hat auch schon auf genug andere Parameter zu achten.

Und meistens passt es ja auch. Allerdings gibt es einige Situationen wo man besser den Weißabgleich manuell einstellt, z.B. wenn man einen Sonnenuntergang fotografieren möchte. Der hat eine Farbtemperatur von ca. 3000K, ist also schon in rötliche verschoben. Wenn die Kamera auf Automatik geschaltet ist, versucht sie diesen "Rotstich" herauszurechnen und wird dabei die schöne Stimmung verderben. Notfalls kann aber aber auch nachträglich mit der Bildbearbeitung noch etwas daran feilen...

Thomas hat geschrieben:Um hier nun die endgültige Entscheidung zu treffen, gibt es einen kleinen Helfer: man besorgt sich eine farbneutrale Graukarte und fotografiert sie mit. In vielen Bildbearbeitungsprogrammen gibt es eine sogenannte Weißabgleichpipette mit ihr klickt man auf die mitfotografierte Graufläche und fertig ist der richtige Weißabgleich.

Die Idee ist mir bisher noch nicht gekommen. Auf diese Art könnte man nachträglich am Computer schnell einen wirklichkeitsgetreuen Weißabgleich vornehmen. Stempels Du die Graukarte später raus? Oder wird sie so postiert das man sie rausschneiden kann...


Nachtrag: Ich glaube das ich den Weißabgleichswert der Kamera schon gefunden habe:
Bildschirmfoto.jpg
Bildschirmfoto.jpg (48.02 KiB) 2673-mal betrachtet

Die Kamera hatte sich lt. "Raw Therapee" auf 5754 eingestellt...

LG
Freddy
Freddy
 

Re: Weißabgleich

Beitragvon Thomas » Fr 6. Mai 2011, 23:20

Hallo Freddy,
...Graukarte...

ja, ich stempel sie weg. Hierbei ist es sehr hilfreich, wenn ich den Platz der Graukarte im Bild mir vorher diesbezüglich überlege.
Die Profis (also nicht ich), die ja oft Bildreihen knipsen, fotografieren das 1. Bild mit Graukarte und dann das gleiche Bild nochmal ohne.
Noch einfacher geht es zum Beispiel bei Aufnahmen im Studio, wo evtl. gleiche Belichtungsreihen entstehen, da benötigt man nur das 1. Bild mit Graukarte und die Farbtemperatur gilt dann evtl. für alle weiteren Bilder. Solch eine Karte besteht aus lichtbeständigem Kunststoff und ist damit auch wasserfest. Kostenpunkt ca. 15 Euro.
Grundsätzlich funktioniert dies auch mit einem weißen Stück Papier (manche schwören darauf). Entscheidend ist hier nur, das kein Farbstich enthalten ist.

Viele Grüße
Thomas
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Re: Weißabgleich

Beitragvon Olaf » Sa 7. Mai 2011, 01:11

Hallo,

ich habe auch so eine normierte Karte mit Graustufen von Kodak (von weiss nach schwarz). Früher habe ich das auch öfter genutzt und diese am Anfang einer Bilderserie mitfotografiert. Aber heutzutage sind die Automatiken der Kameras bzw. die Möglichkeiten in der Nachbearbeitung so gut , das ich im Normalfall davon abgekommen bin.

Wenn man die Bilder im RAW-Format vorliegen hat und der Monitor farbverbindlich kalibriert ist, kann man die Farben auch so recht gut bewerten bzw. den Weissabgleich wenn nötig entsprechend anpassen. Bei meiner Canon ist das sehr selten nötig, manchmal nutze ich es um gewisse Stimmungen im Bild zu erzeugen. So eine Graukarte macht Sinn, wenn es wirklich um Farbverbindlichkeit unter Referenzbedingungen geht, eher weniger um allgemeine Bildstimmungen festzulegen ...

Auch wenn deine Umfrage recht übereinstimmende Ergebnisse gebracht hat, so sollte dir trotzdem klar sein, dass die Farben aus deiner Bilderserie bei jeden sehr (wenn nicht gar extrem) unterschiedlich dargestellt werden. Wir hatten das ja schon mal als wir das Forum erstellt haben.
Frag doch mal die Benutzer, welche Farbe (in beschreibenden Worten) der Hintergrund oder andere Bereiche des Forums haben und du würdest dich wundern wieviel unterschiedliche Antworten da zurückkommen ...

LG,

Olaf
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