Austausch über unsere alten Airedales

Erfahrungsaustausch über ihre jetzigen Bedürfnisse
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Bettina
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Re: Austausch über unsere alten Airedales

Beitrag von Bettina » Sa 22. Okt 2016, 09:26

Danke Lutz für Deine einfühlsamen Worte und ja, natürlich hilft Conrad sehr, uns nicht in das tiefe dunkle Loch fallen zu lassen. Das hat er ja schon einmal hervorragend geschafft, nur war er da erst ein halbes Jahr alt. Und das relativiert die Sachlage natürlich wieder ganz gewaltig......es sind halt immer die dunkelsten Gedanken, die einen in so einer Zeit begleiten.

Das, was Du über Jokers Charakter und Eigenarten berichtest und wie sich Deine Beobachtungen bezüglich Greta darstellen, kann ich genauso bestätigen, nur habe ich das, was Du nacheinander erlebst, gleichzeitig erlebt. Deshalb waren die letzten 11 Jahre ja auch eine so intensive Zeit des Miteinanders.
lutz hat geschrieben:und denkt vielleicht einmal darüber nach ob Conrad nicht noch eine Nachfolgerin für Amanda "anlernen" kann. (Wenn ihr die erste Trauer einigermaßen überwunden habt).


nein, das wird es für uns nicht mehr geben! Wir möchten Conrad in seinem Alter keinen Freund an die Seite stellen, zu sehr hätte ich den Eindruck, daß er spüren könnte, daß für ihn "Ersatz" angeschafft würde. Und eine Nachfolgerin wird es auch nicht mehr geben, zu groß ist meine Angst, mit einer intakten Hündin noch einmal so eine Krankheitsgeschichte durchleben zu müssen. Diese Fragen und Vorwürfe, wie wir Amanda ein LANGES Leben hätten ermöglichen können ohne sie gleichzeitig vorausschauend kastrieren zu lassen, sind ganz furchtbar und momentan sehr schwer.
Für mich gilt zur Zeit: entweder muß eine Hündin mind. einen Wurf haben oder sie muß kastriert werden, um eine längere Lebenserwartung haben zu können (natürlich ist mir bewusst, daß die Kastration auch keine GARANTIE bietet bzw. auch der "Nährboden" für andere Krankheiten darstellen kann). Die Intaktheit hat Amanda allerdings mit ihrem Leben bezahlt!

So bleiben wir zu dritt und alles weitere wird sich später finden!

Nichtsdestotrotz habe ich für alle Entscheidungen, die ein Hundebesitzer zur Neuanschaffung eines Hundes trifft, vollstes Verständnis: sei es das "Dazuholen" eines Welpen/jüngeren Hundes zum alten Hund, die schnelle oder die gereifte Entscheidung, wenn man allein zurückbleibt.

Und eine PERFEKTE Lösung zur besten Zweihund-Konstellation gibt es eh nicht - das Leben macht sowieso, was es will!

Ich bin so dankbar für die letzten 11 Jahre dieses wunderbaren Dreamteams, nein - 18 Jahre in ständiger Airedale-Begleitung, daß die Zeit des Trauerns nun genauso bewusst erlebt werden muß.

Liebe Grüße
Bettina
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Bubu09
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Re: Austausch über unsere alten Airedales

Beitrag von Bubu09 » So 23. Okt 2016, 09:37

Liebe Bettina,

wir wünschen Euch ganz viel Kraft, um diese schreckliche Trauer zu bewältigen. Irgendwann könnt ihr Euch hoffentlich mit einem Lächeln an Eure Amanda erinnern.

Traurige Grüße

Jennie und Bubu

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lutz
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Re: Austausch über unsere alten Airedales

Beitrag von lutz » Mo 24. Okt 2016, 10:25

Hallo Bettina,

bei allem Schmerz über den Tod von Amanda solltest Du Dir auf keinen Fall irgendwelche völlig ungerechtfertigten Vorwürfe machen dass Ihr Amanda nicht habt kastrieren lassen.
Klar hat man natürlich solche Gedanken wann man einen Hund aller Wahrscheinlichkeit wegen einer Krankheit verliert die durch eine vorsorglich vorbeugende Kastration hätte vermieden werden können.

Aber ohne jetzt alle, auch hier im Forum ausgiebig behandelten, Für-und Gegenargumente bzgl. Kastration wieder aufzuwärmen: Es ist Tatsache das intakte Hündinnen keine kürzere Lebenserwartung haben als kastrierte.
M.E. wäre eine, wenn überhaupt, frühzeitige Kastration nach der ersten Läufigkeit tatsächlich der einzige Grund eine Hündin zu kastrieren, wobei man dann aber eben andere gesundheitliche Gefahren mit in Kauf nehmen muss und auch niemals das wahre Wesen einer erwachsenen gewordenen Hündin richtig kennen lernen wird.
(Ähnliches kann man durchaus auch bei Rüden erleben wobei kastrierte Rüden sogar viel wahrscheinlicher Prostatakrebs bekommen können als unkastrierte.)
Ich habe mich mit dem Thema "Kastration" von Hündinnen noch einmal sehr ausführlich befasst als ich Greta bekommen habe da sie meine erste Hündin war die ich hatte und, ganz klar und selbstverständlich, ich das Beste für sie wollte und mich gerade mit diesem Thema auseinandersetzten wollte nach dem ich einige Hündinnen kennen gelernt hatte die an Brust- und Gebärmutterkrebs oder auch Gebärmuttervereiterungen zu früh gestorben sind oder andererseits auch mit 15 Monaten eine Woche nach der Kastration an einer Embolie durch die OP verstorben sind.
Also habe ich mir neben den eingeholten Erfahrungen von langjährigeren Hündinnenhaltern auch 3 neuere auf medizinischen Grundlagen aufgebaute Bücher über das Thema "Kastration" gekauft:

"Kastration beim Hund" von Dr. Gabriele Niepel: geht ziemlich kritisch mit der Kastration um. (ist das älteste Buch)
"Kastration und Verhalten beim Hund" von Sophie Strodteck und Udo Ganzloßer halten so gut wie nichts vom Kastrieren und sind da sehr kritisch, (ist neuerem Datums).
Dann als letztes Buch zum Thema erschienen "Kastration und Sterilisation beim Hund" von Dr.Michael Lehner und Clarissa von Reinhard die überwiegend positiv gegenüber der Kastration eingestellt sind.

Also kurz und gut ich habe es mir nicht leicht gemacht und nachdem ich auch mit drei verschiedenen Tierärzten und einer Tierklinik über die verschiedensten OP-Tecnniken und Zeitpunkte dafür gesprochen entschieden: Greta wird genau so wie meine Rüden die ich vorher hatte nicht kastriert.

Ich werde Greta bei und nach ihren Läufigkeiten gut im Auge behalten ob alles normal abläuft, und sonst ab zu einem TA der was von Ultraschallbildern versteht und diese auch lesen kann.
Ob meine Entscheidung jetzt richtig oder falsch war kann ich damit aber auch erst genau sagen wenn Greta an Altersschwäche stirbt (und was noch dazu kommt, ich sie überlebe).

Bettina, ich kann Deine Gedankengänge sehr gut nachvollziehen aber mit Schuldgefühlen brauchst Du Dich auf keinen Fall zu belasten dass Amanda schon vor Conrad gehen musste.
Hier stimmt das dumme aber nur leider zu häufig wahre Wort einfach mal wieder: Wie man es macht, macht man es verkehrt. Und wie Du es schon sagtest: das Leben macht sowieso was es will.

Ich hatte damals auch Schuldgefühle in mir als Joker mit 9 Jahren und 8 Monaten viel zu früh wegen totalem Nierenversagen innerhalb einer Woche eingeschläfert werden musste weil ich es natürlich mit Joker auch nur gut gemeint hatte und ich ihm jede Woche vom Wochenmarkt einen großen Beutel mit ca.6-8 kg gutem Muskelfleisch wie Beinscheiben mit Markknochen usw., sogar von einem Bioschlachter, gekauft hatte die er als leidenschaftlicher Fleischfresser roh verputzte.Von Gemüse und Obst hielt Joker nicht viel.
Mensch, ich wusste es doch insgeheim besser wo ich doch schon immer gehört hatte zu viel Fleisch belastet die Nieren. Aber Joker hatte doch nie was gefehlt und er war bis auf die letzte Woche putzmunter und agil. Wie konnte denn so etwas angehen.
Der Tierarzt dem ich das denn auch erzählte meinte aber darüber sollte ich mir man keinen Kopf machen, Nierenversagen wäre ein ganz häufige Erkrankung bei Hunden die nicht nur von zu hohem Fleischkonsum ausgelöst werde und noch mehr von Katzen.
Wenn ich den genauen Grund wissen wollte was mit Jokers Nieren los war müsste er ihn aufschneiden, es könnte genau so gut ein Tumor oder was noch anderes sein, er würde es aber in m meiner Stelle nicht tun.
Wir haben Joker denn auch in Ruhe gelassen. Aber im Hinterkopf habe ich immer noch kein so richtig reines Gewissen und achte bei Greta mehr darauf dass sie ausgewogener ernährt wird, auch wenn sie manches lieber frisst als was anderes.

Ein Schlusswort möchte ich von Gabriele Niepel hier noch anfügen:
"Eine Kastration ist ein bedeutender Eingriff für Körper und Psyche und sollte wohl überlegt sein, wobei Gesundheit und seelisches Wohlbefinden des Hundes das ausschlaggebende Kriterium der Entscheidungsfindung sein sollten".

Ich wünsche Euch dass ihr bald mit Eurer Trauerbewältigung über den Berg seid und Conrad und Ihr Euch dabei gegenseitig Stütze sein könnt.

Viele Grüße von lutz mit Greta
Die Beziehung zwischen einem Mann und seinem Hund ist heilig,
was die Natur vereint hat, soll keine Frau trennen.

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Bavaria
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Re: Austausch über unsere alten Airedales

Beitrag von Bavaria » So 4. Dez 2016, 18:15

Liebe Bettina,
erst eben hab ich vom Tod von Amanda gelesen. Es tut mir unendlich leid, daß Ihr Euer Mädchen verloren habt. Mach Dir keine Vorwürfe, wie man es macht, man machts verkehrt. Ich hatte Floh nach der letzten Trächtigkeit kastrieren müssen...sie starb an Lyphdrüsenkrebs, eine typische Erkrankung kastrierter Hündinnen, auch ich hab schwer mit mir gehadert. Das ist das Leben. Denk dankbar an 11 wunderschöne Jahre zurück und langsam, sehr langsam wird der Schmerz besser, vergessen kann man sie eh nie wirklich. Und Du hast ja noch Conrad und der braucht Euch, ich bin sicher auch er vermisst Amanda und hat die Jahre genossen.
LG Bine

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lucmerl
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Re: Austausch über unsere alten Airedales

Beitrag von lucmerl » So 4. Dez 2016, 23:20

Hallo und Guten Abend,

wie den Übergang finden von den besinnlichen und traurigen vorstehenden Beiträgen zu unseren ganz besonderen Glück mit unserm Sir Lucas * 19.05.2001.
Vielleicht damit, dass wir in den vergangenen 5 Jahren schon mehr als einmal mit Lucas vermeintlichen Ende konfrontiert waren.
So bei über 30 Grad im Schatten in Amsterdam und dann an in Noordwijk aan Zee. Ich war nur darauf fixiert bei unseren 13 Jährigen Oldie eine Hitzschlag zu vermeiden und habe ihn wo es ging ans Wasser geführt. Dann, nach zwei Tagen Amsterdam am Morgen beim Gang vom Auto zu Strand von Noordwijk aan Zee - teilnahmslos, frisches Wasser verweigert, Gleichgültigkeit gegenüber seinem Ball - Ich habe Lucas ins Meer getragen und der tapfere Kämpfer schwamm tatsächlich zu Strand. Legte sich dann aber hin und wollte nicht mehr aufstehen. Ich erfuhr viele Teilnahme von vielen Leuten am Strand. Dann trug ich Lucas ins Auto und wir brachen unseren Urlaub ab und fuhren in die Tierklinik von Kleve.
Dort erfolgte die Erstversorgung und wir fuhren direkt nach Hause, um das Problem auszukurieren - nämliche eine schwere Infektion, die sich Lucas an einer der Wasserstellen, zu den ich ihn in Amsterdam geführt hatte, zuzog. Merlin hatte diese Infektion abgewehrt, indem er das schlechte Wasser nach wenigen Stunden als ekligen Schleim herauskotze.
Unser Lucas kämpfte mehr als 14 Tage mit tierärztlicher Hilfe, bis er wieder auf den Beinen war. Ich macht mir die schlimmsten Vorwürfe, dass ich, nur fixiert auf Abkühlung, Lucas und Merlin in schlechtes Wasser geführt hatte.

Um so mehr Freude empfinden wir über jeden Tag, den wir mit unserem rüstigen Senior verbringen können.

So heute auf unseren Hundeplatz.
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Da kommt mein Chef(butler). Was will der?
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Ich glaub wir machen wieder ein schönes Spiel.
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Nach fang mich doch.
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Wo ist mein Ball. Los (Chef)butler such ihn für mich.
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Lucas hat viel Humor. Er liebt es wenn ich einen "Wettlauf" mit ihm mache. Er beobachtet mich aus den Augenwinkeln (ich bleibe immer 2 -3 Schritte hinter ihm) und versucht, mich mit (altersgerechten) Hakenschlagen auszutriksen.
Der Clou war heute aber wieder die "Ballsuche". Lucas stellt sich hin und bellt ausdauernd so, als ob er nicht wüsste, dass der Ball direkt unter ihm liegt. Wenn ich dann zu ihm gehe, wartet er bis ich nur noch einen Schritt machen müßte und plötzlich fällt ihn ein, wo der Ball ist. Er schnappt ihn und "rennt" davon.

Ein große Rolle für Lucas Rüstigkeit spielt meiner Meinung nach seine tägliche Gabe von Vicano Senior Power und in der nasskalten Jahres Zeit alle 4 Wochen 50 mg Trocoxil.

Mit freundlichen Airedalegrüßen
von Christoph und Rudel

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Bettina
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Re: Austausch über unsere alten Airedales

Beitrag von Bettina » Mo 5. Dez 2016, 08:51

Guten Morgen,

@ Christoph, der Übergang ist Dir sehr gut gelungen :dog_wink - ich finde es sehr wichtig darzulegen, daß zum älterwerden halt auch Zeiten voller Sorge gehören. Und wie gut kann ich Deine Selbstvorwürfe nachvollziehen.

Ich freue mich sehr, daß Lucas diese Geschichte damals gut überstanden hat und sich jetzt an allem erfreuen kann, was Du mit ihm treibst.

So ergeht es uns mit Conrad auch - er lässt nichts unversucht, uns zum lachen zu bringen. Und das macht unsere Airedales ja so unwiderstehlich: ihre lebenslange Freude am Leben und ihre Kasperköpfigkeit.

@ Bine: Danke Dir für Deine lieben Worte................................ja, man hadert - aber auch das gehört meines Erachtens zu unserer lebenslangen Verantwortung den Hunden gegenüber dazu. (Die Zeit.......sie wird's bringen.....)

Liebe Grüße
Bettina
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Re: Austausch über unsere alten Airedales

Beitrag von Susa » Mo 5. Dez 2016, 12:47

Liebe Bettina,

auch ich habe erst gerade gelesen, dass Eure Amanda im Oktober über die Regenbogenbrücke gegangen ist. Das tut mir sehr, sehr leid und ich fühle mit Euch.

Alles Liebe von Susa
...mit Indy im Herzen

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Re: Austausch über unsere alten Airedales

Beitrag von teddy » Mi 7. Dez 2016, 15:50

liebe bettina,

ich bin ja zur zeit nicht mehr oft hier, aber diese nachricht macht mich sehr traurig!
teddy's große liebe ist nun auch oben und beide haben keine schmerzen mehr und warten dort auf uns.....

ich denk an euch

trauriger gruß
kirsten
...mit teddy im herzen

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Re: Austausch über unsere alten Airedales

Beitrag von Bettina » Fr 16. Dez 2016, 08:46

Lieben Dank an Euch Susa und @ Kirsten................. tja, und wie immer liegen Tod und Geburt so dicht beieinander - Herzlichen Glückwunsch zum A-Wurf und alles Gute für die stolze Mama Pheli und ihre 11 Racker.

Liebe Grüße
Bettina
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Wir mussten Sir Lucas gehen lassen

Beitrag von lucmerl » Mi 1. Mär 2017, 22:21

Hallo,
ist es richtig, dass der Austausch über unsere alten Airedales auch zum Inhalt haben kann, anderen Airedale-Senioren-Haltern zu helfen, Fehler zu vermeiden, die man selbst gemacht hat.
Genauso sind sicher Tipps darüber angebracht, wie man die Lebensqualität des eigenen Seniors verbessern konnte?
Ich denke ja.
Zunächst einmal paar Tipps:
Sir Lucas hat eine Zeitlang sehr unter Lefzen-Taschen (übelriechende Vereiterungen dort, wo die Fangzähne in den Lefzen ruhen) gelitten. Ich habe gelesen, dass zum Teil Hunde deswegen operiert wurden.
Wir haben das Problem nach verschiedenen Versuchen in den Griff bekommen, in dem wir zunächst mit Kolloidalen Silber eingesprüht und damit desinfiziert haben (brennt absolut nicht) und dann Bepanthen Augen- und Nasensalbe auftrugen.
Wir haben mit dem kolloidalen Silber sehr gute Erfahrungen gemacht. Das kolloidale Silber gibt es als Spray in der Apotheke. Ist aber relativ teuer. Nachdem wir gute Erfahrungen damit gemacht haben, kauften wie für ca. 80,00 € ein kleines elektronisches Gerät mit dem aus destilliertes Wasser und zwei Silberstäben (sind im Preis des Gerätes enthalten) auf elektrochemisch Weg das kolloidale Silber erzeugt wir.
Wir haben mit dem kolloidalen Silber von Sir Lucas Lucas Zahnfleisch vor und nach dem Zähneputzen eingesprüht. Auch wenn das Zahnfleisch entzündet war, hat sich Sir Lucas das gern gefallen lassen. Ich hatte den Eindruck, dass er sofort Erleichterung spürte.
Ebenfalls haben wir alle Augenprobleme damit erfolgreich behandelt. Auch hier gab es von Sir Lucas und auch von Merlins Seite beim Sprühen direkt ins Auge keinerlei Probleme.
Ein ganz wichtiger Schritt zum gesunden Altern von Sir Lucas war regelmäßige Zahnkontrolle beim Tierarzt. Mit über 10 Jahren, als es Lucas sichtlich schlecht ging, wurde dann bei einer Zahnsteinentfernung festgestellt, dass mehrere Zähne vereitert waren. Es war vorher abgesprochen, dass der Tierarzt die Zahnsteinentfernung selbst macht und sofort alle schlechten Zähne zieht, um eine nochmalige Sedierung/Narkose zu vermeiden.
Sir Lucas ist nach der Entfernung der schlechten Zähne sichtlich aufgelebt.

Dann hatte Sir Lucas einen Analbeuteldurchbruch, der sich immer mal wieder öffnete. Hier haben wir die besten Erfahrungen mit Retterspitz äußerlich gemacht. Wir haben Kosmetikpads mit Retterspitz äußerlich eingeweicht und damit die gesamte Analregion gereinigt und zum Schluß den Durchbruch großzügig damit angefeuchtet.
Retterspitz äußerlich ist eine Wundertinktur (seit1902), die jetzt auch in der Humanmedizin wieder neu entdeckt wir. Hilft bei schlecht heilenden Wunden, Hautproblemen und vielem mehr. Ist in der Apotheke erhältlich.

Jetzt noch eine Fehler, der Sir Lucas mehrere Tage Leiden beschert hat, bevor ich ihn dann seine Ruhe gönnen und ihn gehen lassen konnte:
Sir Lucas hat im Alter immer wie eine Hündin seinen Urin abgelassen. Kaum vom Grundstück herunter wurden die Schleusen geöffnet und die ganze Blase lief mit mit einmal aus und der Senior hatte seine Ruhe. Markieren war ihn nicht wichtig.
Plötzlich fing er wieder an zu markieren (wie ich es fälschlicherweise interpretierte).
Kurze Zeit später stellte ich fest, dass der Urinstrahl nur noch sehr dünn war.
Dann tröpfelte der Urin nur noch und wir waren schon beim Tierarzt angemeldet.
Mit großer Angst gingen wir zum Termin, mit dem Gedanken Prostataleiden mit allen Konsequenzen.
Der Tierarzt klärte uns auf, dass bei einem seit 6 Jahren kastrierten Hund eine Prostatavergrößerung unwahrscheinlich ist und die Prostata beim Hund nach außen wächst. Lucas hätte lediglich eine Harnwegsinfektion und dass Tröpfeln kommt daher, dass die Blase leer ist, der Hund durch die Entzünden aber das Gefühl hat trotzdem Urin absetzen zu müssen. Wir gingen mit schlechten Gewissen heim – warum haben wir nicht darauf geachtet, dass sich Lucas nicht verkühlt.
Der große Fehler war, dass wir nicht auf Ultraschalluntersuchung bestanden haben.
Wir hatten aber auch Hoffnung und waren optimistisch, dass Lucas eine Infektion mit den entsprechenden Medikamenten in den Griff bekommen kann.
Es wurde aber nur zögerlich oder gar nicht besser. Sir Lucas wurde inkontinent und braucht Windeln. Dann kamen Probleme beim Aufstehen und Hinsetzen/-legen dazu. Er wurde sehr unleidlich, hatte sicherlich Schmerzen.
Beim nächsten Tierarztbesuch wurde dann endlich die Ultraschalluntersuchung gemacht und ein Gewächs im Unterbauch festgestellt, dass die Harnröhre einschnürt. Dagegen könnte man mit Schlangengift etwas tun und die Entzündung müsse weiter behandelt werden. Entsprechende Spritzen wurden verabreicht und Medikament verschrieben. Der gesamte Tierarztbesuch hatte bereits über 2 Stunden gedauert. Sir Lucas war sehr müde, legte sich aber nicht hin, sondern lehnte nur sein Kopf an die Türfüllung (während ich bezahlte).
Die folgende Nacht war furchtbar. Durch die Spritzen war Sir Lucas Leiden offensichtlich verstärkt worden. Er litt furchtbar. Ich wusste, dass ich ihn jetzt gehen lassen muß. War mir mit Burghild darin einig. Gleich früh, nachdem ich noch eine kleine Runde im Sonnenschein mit Lucas gegangen war, platzierte ich ihn auf seinem Bett in unserem Ford Transit (einer seiner Lieblingsplätze) und fuhr zum Tierarzt. (Burghild konnte uns leider nicht begleiten)
Beim Tierarzt wurde mir mein Wunsch erfüllt, dass der Tierarzt zu Sir Lucas in den Ford Transit steigt und ihn dort auf seinem Bett auf seine letzte Reise schickt. Ich saß am Kopfende des Bettes und kraulte Sir Lucas den Kopf. Die Narkosespritze befreite ihn endlich von seinen Schmerzen und er lag friedlich und zufrieden auf seinem Bett. Für ihn war es das Beste, dass er dann nicht wieder aufwachen musste. Er konnte in Würde auf einem seiner Lieblingsplätze sein sehr erfülltes Leben beenden und ich war bis zum letzten Atemzug bei ihm.
Im nach hinein gesehn, hätte ich ihm den 10 tägigen Leidensweg seit dem ersten Tierarztbesuch können.
Ich schreibe dies so ausführlich, um vielleicht Anderen eine Entscheidungshilfe in ähnlichen Situationen zu geben.
Damit verabschiede ich nach kurzer Rückkehr wieder aus dem Forum und wünsche euch und euren Vierbeiner alles Gute.
Christoph Schmidt
5 tage vor Lucas Abschied habe ich noch eine Foto von ihm gemacht:
lucas letztes bild verkleinert.jpg
Sir Lucas am 23.02.2017 auf dem Hundplatz der Schleusinger Hundefreunde
lucas letztes bild verkleinert.jpg (258.56 KiB) 3761 mal betrachtet

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