Neuer Hund im Alter ?

allgemeine Themen rund um die Hundehaltung, Recht und Versicherungen

Neuer Hund im Alter ?

Beitragvon Eddis » Mi 4. Feb 2015, 13:15

Wer kennt nicht selbst so ein Beispiel, der Rentner nebenan überlebt seinen letzten Hund. Dieser Hund war seine Beschäftigung, wegen ihm mußte er sich täglich aufraffen, mit ihm hat er gesprochen, um ihn kreisten seine Gedanken, wegen ihm ist er noch rüstig, gedanklich wie körperlich. Nun liegt sein Liebling unter der Erde, er will keinen neuen Hund. Doch, eigentlich will er, er weiß auch, daß er ihn braucht, doch er traut sich nicht.
"Ich bin zu alt, wo soll der Hund hin wenn ich mal sterbe? "Was haltet ihr von dieser Aussage?
Lieber Gruß Simona mit Sir Eddi
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Re: Neuer Hund im Alter ?

Beitragvon Anja1402 » Mi 4. Feb 2015, 15:37

Eigentlich finde ich das eine sehr verantwortunsgbewusste, vernünftige Einstellung. Es muss ja nicht einmal gleich ein Sterbefall sein - es reicht ja schon, wenn ein Rentner nach einem Schlaganfall, Herzinfarkt, Sturz oder was auch immer ins Krankenhaus oder zur Reha oder für den Rest seines Lebens ins Pflegeheim muss, was wird dann mit dem Hund? Natürlich kann das auch jedem Nicht-Rentner passieren, aber die Wahrscheinlichkeit ist bei älteren Menschen eben ungleich höher. Will man dann seinen treuen Gefährten wirklich ins Tierheim schicken müssen? Ich bin durchaus dafür, dass ältere Menschen einen Hund haben, sie leisten ihnen Gesellschaft, sind Seelentröster und Fitnessprogramm in einem. Aber bitte nur, wenn eine entsprechende Absicherung vorhanden ist, also wenn die Kinder, Nachbarn, Verwandte, Bekannte bereit sind, den Hund im Notfall auch über einen längeren Zeitraum oder gar für immer zu sich zu nehmen. Eine Zwischenlösung wäre auch denkbar, zB könnte ein Rentner, der gerne noch mal einen Hund hätte, sich aber nicht traut, seinen berufstätigen Nachbarn anbieten, tagsüber auf deren Hund aufzupassen (bzw sich von ihm Gesellschaft leisten zu lassen). Davon hätten alle was, der Rentner hat einen Teilzeit-Gefährten, die Nachbarn wissen ihren Hund während ihrer Abwesenheit gut versorgt und der Hund muss nicht 8 Stunden am Tag alleine sein.

Ich treffe ab und zu beim Gassigehen eine ältere Dame mit ihrem Hund, ich schätze, weit über 80, die einen Rollator vor sich herschiebt. Der Hund ist eine undefinierbare Mischung, sehr klein, sieht aus wie eine Klobürste, manch einer würde sagen: hässlich :dog_wink , ich finde ihn putzig, auch schon etwas älter, aber noch sehr agil. Die Dame ist nicht mehr allzu beweglich, aber sie weiß sich zu helfen: im Korb ihres Rollators steckt immer eine neongelbe Ballschleuder nebst Gummiball, damit tobt sie ihren Fiffi aus happy_02 und sie ist bei Wind und Wetter unterwegs, manchmal noch mit einer (mindestens genauso alten) Freundin. Sie ist für mich das beste Beispiel, dass Hunde einen fit und munter halten :brav
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Re: Neuer Hund im Alter ?

Beitragvon Dhani » Mi 4. Feb 2015, 17:16

Wenn ich einen Plan B habe, falls mir etwas passiert und der Hund wirklich gut unterkommt, ja dann.... sehe ich keine Probleme. Mir stellt sich eher die Frage, was schaffe ich noch im Alter?

Unsere Nachbarn hatten sich mit 80 Jahren noch einen Boxer angeschafft. Dieser Boxer war das Baby und die schlimmste Kampfmaschine die ich je gesehen habe. Leider hat meine AT Hündin es auch zu spüren bekommen. Der Hund hatte einfach zu wenig Auslauf, zu wenig Beschäftigung, war 2 Jahre und stand in vollem Saft. Sozialisation oder spielen mit andern Hunden gab es halt nicht.

Und Schlaganfall oder Herzinfakt, plötzlicher Tot, trifft einen heut zu Tage auch schon eher. So wie man sich scheinden lassen kann oder trennt. Es muß halt eben genügend Plan B´s geben und ordentlich für die Bedürfnisse des Hundes gesorgt sein.

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Re: Neuer Hund im Alter ?

Beitragvon Anja1402 » Mi 4. Feb 2015, 17:31

Dhani hat geschrieben:Unsere Nachbarn hatten sich mit 80 Jahren noch einen Boxer angeschafft. Dieser Boxer war das Baby und die schlimmste Kampfmaschine die ich je gesehen habe.


Komisch, dass Boxer irgendwie immer gestört sind... ich habe bisher noch keinen Boxer getroffen, der nicht aggressiv UND unerzogen war :dog_blink und immer hingen am anderen Ende der Leine (falls der Hund denn angeleint ist :dog_mad ) Leute, die keine Ahnung von Hunden haben, aber der Meinung sind, sie müssten sich mal eben so nen Kraftprotz anschaffen :nein
also ich gehe natürlich davon aus, dass sich ein Rentner, wenn überhaupt, nur einen Hund anschafft, den er körperlich auch bewältigen kann, also eher was Kleines. Im Optimalfall auch einen Hund, der selbst schon etwas älter ist, da ist zum einen die Wahrscheinlichkeit, dass der Hund den Menschen überlebt, nicht ganz so groß (auch wenn das jetzt fies klingt), und zum anderen haben Mensch und Hund ähnliche Bedürfnisse, also zB keine Mammut-Spaziergänge mehr, sondern lieber etwas kürzere Runden und dafür gemütlich im Sessel bzw. vorm Kamin sitzen :dog_wink
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Re: Neuer Hund im Alter ?

Beitragvon Susa » Mi 4. Feb 2015, 19:51

Anja1402 hat geschrieben: Eine Zwischenlösung wäre auch denkbar, zB könnte ein Rentner, der gerne noch mal einen Hund hätte, sich aber nicht traut, seinen berufstätigen Nachbarn anbieten, tagsüber auf deren Hund aufzupassen (bzw sich von ihm Gesellschaft leisten zu lassen). Davon hätten alle was, der Rentner hat einen Teilzeit-Gefährten, die Nachbarn wissen ihren Hund während ihrer Abwesenheit gut versorgt und der Hund muss nicht 8 Stunden am Tag alleine sein.


Genau das ist für mich die Lösung! So machen wir es mit unserer Nachbarin auch. Sie hat jahrelang Hunde gehabt, nachdem der dritte aber gestorben war, sich keinen weiteren mehr angeschafft. Als wir 2001 Indy zu uns holten, dauerte es nicht lange und sie fragte nach, ob sie mit Indy laufen dürfe. Damals arbeitete ich noch halbtags und so ging sie eher unregelmäßig mit ihr. Nach und nach weitete sich meine Berufstätigkeit aber aus und heute wäre ich ohne meine Nachbarin aufgeschmissen. Nach Indys Tod habe ich sie gefragt, ob sie sich auch weiter um einen neuen Hund kümmern würde und sie hat freudestrahlend zugestimmt. Letztendlich hat sie es uns ermöglicht, Dana zu uns zu holen! Sie war allerdings auch der Grund, dass wir uns für einen erwachsenen Hund entschieden haben und nicht für einen Welpen.

Liebe Grüße von Susa
...mit Indy im Herzen
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Re: Neuer Hund im Alter ?

Beitragvon Dhani » Mi 4. Feb 2015, 20:47

Anja ich hatte vor dem AT selber eine Boxerhündin. Sie war top erzogen, 0 agressiv, genoß die gleiche Ausbildung wie Dhani. Durch sie kam ich auch zum Hundesport und wollte danach wieder einen, der lustig und zum Sport geeignet ist. Ein Boxer hat auch Dampf unter dem Deckel in den ersten Jahren und man sollte sie eben gut auslasten.

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Re: Neuer Hund im Alter ?

Beitragvon lutz » Mi 4. Feb 2015, 21:57

Hallo AT-Freunde,

diesem Problem von älteren alleinstehenden Menschen die sich Gedanken darüber machen ob sie es dem Tier gegenüber noch verantworten können sich noch einmal einen Hund anzuschaffen nachdem ihr oftmals noch einziger Sozialpartner gestorben. ist der einen wesentlichen Teil ihres Lebens im Alter ausmachte, bin ich schon öfter begegnet.
Sehr viele offene Fragen und Überlegungen dazu werden in dem Buch: "Endlich Zeit für einen Hund" recht gut und umfänglich für verschiedene Situationen und Lebensumstände nach Beendigung der Berufstätigkeit beantwortet.
Zur Zeit habe ich dieses Buch gerade an eine ehemalige pensionierte Kollegin meiner Frau verliehen die auch mit sich ringt soll sie oder soll sie sich doch lieber keinen weiteren Hund mehr anschaffen nachdem ihr alter Foxterrier über die Regenbogenbrücke gegangen ist.

Als positiv denkender Mensch der mit jetzt 72 Jahren fest davon überzeugt ist dass ein Hund wesentlich zur Erhaltung meiner körperlichen Gesundheit durch Bewegung an frischer Luft und meinem seelischen Gleichgewicht durch die angenehme und aufmunternde Gesellschaft meiner 2 1/2 jährigen vierbeinigen Freundin besonders im fortgeschrittenem Alter beiträgt, kann ich nur raten ruhig den Mut dazu zu haben und Altersdepressionen anderen zu überlassen.
Es ist schon ein Unterschied ob man sich einen Hund nur zum Spazierengehen ausleiht oder mit ihm im Team zusammenlebt und man für das Tier die Verantwortung trägt und der eine oftmals notwendige Struktur wieder in den Tagesablauf bringt.

Wichtig ist aber mit einem vorausschauendem Management dafür Sorge zu tragen dass man keinen Hund allein zurück lassen muss, das wäre nicht fair.

Mit freundlichen Grüßen lutz mit Greta
Zuletzt geändert von lutz am Mi 4. Feb 2015, 22:35, insgesamt 2-mal geändert.
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was die Natur vereint hat, soll keine Frau trennen.
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Re: Neuer Hund im Alter ?

Beitragvon Lena » Mi 4. Feb 2015, 22:21

Das ist immer so eine Sache, Hund im Alter. Ich glaub, mit 75 oder 80 würd ich mit bestimmt keinen Hund mehr holen und schon ganz bestimmt keinen Welpen. :dog_nowink

Ich treffe hier öfters auch eine ältere Frau mit 2 jährigem Hund, sie selbst ist schon 81, aber topfit. Ich hab sie einmal gefragt, warum sie sich kein älteres Tier geholt hat, darauf meinte sie, das hätte sie vor diesem Hund gemacht und der Hund hat nur zwei Jahre gelebt.
Der jetzige Hund kommt aus dem Tierschutz und wenn ihr etwas passieren würde, kann der Hund dorthin zurück.

@ Anja, nicht alle Boxer sind durchgeknallt und aggressiv: siehe "Käthe und ihre Freunde". Ihre beste Freundin ist eine Boxerhündin, die beiden lieben sich wirklich sehr und verstehen sich prächtig.
Mit meinen Rüden hatte ich allerdings auch öfter Probleme mit Boxern, wobei die Angriffe von den Boxern ausgingen.
Unser Trainer meinte immer, die wären nur neidisch auf die lange Schnauze des Terriers, weil sie selbst so kurznäsig sind. :dog_laugh

LG Lena
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Re: Neuer Hund im Alter ?

Beitragvon Anja1402 » Mi 4. Feb 2015, 22:48

Na gut, dann scheine ich offenbar nur den doofen Exemplaren (alles Rüden) Zu begegnen, die netten Boxer ( Hündinnen) verstecken sich woanders :dog_tongue2
Ob man sich im hohen Alter noch einen Hund zulegt oder nicht, kommt halt immer auf die individuellen Umstände an. Vorsorge sollte man auf jeden Fall treffen bzw. einen Plan B bereithalten. Und ich bin Überzeugt, dass Leute, die ihr Leben lang Hunde hatten, auch mit Mitte 70 bis Anfang 80 oder darüber hinaus fitter sind als so manche 50 jährigen.
@ Lutz: natürlich ist es besser Und schöner, einen eigenen Hund zu haben. Aber wenn sich ein Senior das einfach nicht mehr zutraut, ist eine Zwischenlösung mit Leihhund immer noch besser als ganz auf nen Hund verzichten Zu müssen.

Ich glaube, im „Terrier" stand letztens auch ein kleiner Artikel über einen ehem. Zuchtwart (?), der jetzt 93 ist und einen 3 jährigen Airedale hat.
Nach manchen Gesprächen mit Menschen hat man den Wunsch, einen Hund zu streicheln, einem Affen zuzulächeln und vor einem Elefanten den Hut zu ziehen!
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Re: Neuer Hund im Alter ?

Beitragvon Nandi » Mi 4. Feb 2015, 23:15

lutz hat geschrieben:Wichtig ist aber mit einem vorausschauendem Management dafür Sorge zu tragen dass man keinen Hund allein zurück lassen muss, das wäre nicht fair.

Der Plan B ist entscheidend. Das Wohl des abhängigen Lebewesens (Hund oder Mensch) muss ein selbständiger Mensch über das eigene Wohl stellen.
Ich glaube, alle Kommentare gehen in diese Richtung.
Die Verfassung / Kondition von älteren Menschen ist so verschieden, dass eine generelle Aussage: Ab Alter xy darf man kein Tier mehr in seinem Haushalt aufnehmen, unmöglich ist.
Toll finde ich es, wenn der ältere Mensch abwägt.
Wünschen würde ich mir eine Nachbarin wie Susa (Daumen hoch).
Ich habe erlebt, dass Hunde auf ältere, kranke Menschen einen sehr beruhigenden Einfluß haben und wünsche mir mehr Lebensformen in denen Mensch und Tier auch in Alter und Krankheit gemeinsam leben können.
Ich bin 52 und ich wünsche mir, dass mein Leben immer von einem Hund begleitet werden kann. Tatsächlich überlege ich eines hoffentlich fernen Tages einen Welpen in unsere Familie aufzunehmen. Dies würde dann wahrscheinlich der letzte Jumghund sein.
Eine bekannte ältere Dame hat alte Hunde in der Pflege. Man muss dann den Abschied nehmen können ...

LG Andrea mit Lucy
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