Auslandstierschutz (abgetrennt von SOS..)

allgemeine Themen rund um die Hundehaltung, Recht und Versicherungen

Re: Auslandstierschutz (abgetrennt von SOS..)

Beitragvon Gerlinde & Gundi » Do 26. Feb 2015, 14:01

Toller Bericht, der mich absolut in meiner persönlichen Sichtweise unterstützt :-)

Und ein großes Lob an die Türkei.
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Re: Auslandstierschutz (abgetrennt von SOS..)

Beitragvon Anja1402 » Fr 27. Feb 2015, 09:55

Lisa1607 hat geschrieben:Generell würde ich aber lieber zuerst ins Tierheim gucken ob man da nen passenden Wuff findet. Allerdings, wenn man weis wie die teilweise mit den Leuten umgehen und welch paradoxe Vermittlungsbedingungen die haben, wundert es einen auch nicht wenn sich viele lieber einen aus dem Ausland herfliegen lassen.


Ja, das stimmt leider, solche Geschichten habe ich insbesondere vom hiesigen Tierheim auch schon oft gehört. Viele Tierheime geben sich Mühe, ein gutes Zuhause für ihre Tiere zu finden, aber manche haben echt nen Knall - die vermitteln Hunde nur an Leute mit Haus und Grundstück (was hier in der Stadt schon mal schwierig ist...), am liebsten an Ehepaare ohne Kinder, die den ganzen Tag zuhause sind, aber bitte keine Rentner, weil die ja körperlich nicht mehr so fit sind und keine stundenlangen Spaziergänge machen können :dog_wacko Also quasi Millionäre ohne Anhang...

Susa hat geschrieben:Schaut Euch das mal an:

http://www1.wdr.de/fernsehen/ratgeber/t ... pa100.html

LG von Susa


Gerlinde & Gundi hat geschrieben:Toller Bericht, der mich absolut in meiner persönlichen Sichtweise unterstützt :-)



Mich auch :dog_wink

Den Straßenhunden geht es doch an sich größtenteils relativ gut (jedenfalls besser als in den örtlichen Tierheimen), solange sie von den Menschen in Ruhe gelassen und im Idealfall noch ab und zu versorgt werden. Und mit Kastrationen werden ihre Zahlen so weit eingedämmt, dass es keine Konkurrenzkämpfe um das Nahrungsangebot gibt und die Leute sie nicht als störend oder bedrohlich empfinden. Kritisch wird es für die Straßenhunde erst, wenn sie eingefangen und in diese furchtbaren Stationen gepfercht werden.
Nach manchen Gesprächen mit Menschen hat man den Wunsch, einen Hund zu streicheln, einem Affen zuzulächeln und vor einem Elefanten den Hut zu ziehen!
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Re: Auslandstierschutz (abgetrennt von SOS..)

Beitragvon Gerlinde & Gundi » Fr 27. Feb 2015, 16:08

ja Anja, aber erzähl das mal den Rettern, die sich damit eine Menge Geld verdienen - die sagen dir: Das Video ist Propaganda gegen den Tierschutz. Und jeder Hund der so frei leben muss, ist arm und gehört in menschliche Obhut. :dog_biggrin

Dabei fände ich es viel besser, wenn sich die selbsternannten Tierschützer vor Ort in Form von Aufklärung und Schutz gemeinsam mit Einheimischen vor dem Einfangen engagieren würden. Das wäre echter Tierschutz, der etwas bringen würde. Benötigt aber echtes Engagement und Mut.

Eine Vorgehensweise wie in der Türkei bringt eine Menge Arbeit mit sich (auch für Ehrenamtliche), aber leider kein Einkommen.
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Re: Auslandstierschutz (abgetrennt von SOS..)

Beitragvon Lisa1607 » Fr 27. Feb 2015, 17:01

Als meine Schwester in der Türkei war hat sie auch eine Menge Straßenhunde mit Ohrmarke gesehen, aber trotzdem ist es nicht das gelbe vom Ei dort.
Ein Mann hat ihr erzählt dass er gern einen Hund hätte, einen Welpen. Weil Welpen sind süß. Wenn der dann kein Welpe mehr ist, würde er weg kommen weil er dann nicht mehr süß ist, wenn der Welpe Mist baut gibts Dresche/er kommt weg, und wenn der Hund weg ist, würde dann wieder ein neuer Welpe kommen. Aber leider erlauben ihm seine Eltern, bei denen er zu leben scheint, keinen Hund.
Ein anderer Mann hat auf einen der Hunde eingetreten. Meine Schwester hat ihn angeschrien damit er aufhört, hat nix gebracht, hätte sie weiter gemacht wär der warscheinlich auf sie drauf.
Ansonsten klang das eigentlich für die Hunde ganz paradiesisch. Sie pennen am Strand, wissen wo es Futter gibt ( teilweise laufen sie den Menschen hinterher weil ja etwas runter fallen könnte und bleiben stehen wenn die sich umdrehen damit es nicht auffällt ^^ ), und haben genügend Artgenossen um sich herum. Die meisten haben laut Erzählung gepennt sofern sie nicht geguckt haben wie sie an Futter kommen.
Aber trotzdem gibts dort natürlich wie in anderen Ländern ebenfalls Tötungsstationen.

Anja1402 hat geschrieben:
Lisa1607 hat geschrieben:Generell würde ich aber lieber zuerst ins Tierheim gucken ob man da nen passenden Wuff findet. Allerdings, wenn man weis wie die teilweise mit den Leuten umgehen und welch paradoxe Vermittlungsbedingungen die haben, wundert es einen auch nicht wenn sich viele lieber einen aus dem Ausland herfliegen lassen.


Ja, das stimmt leider, solche Geschichten habe ich insbesondere vom hiesigen Tierheim auch schon oft gehört. Viele Tierheime geben sich Mühe, ein gutes Zuhause für ihre Tiere zu finden, aber manche haben echt nen Knall - die vermitteln Hunde nur an Leute mit Haus und Grundstück (was hier in der Stadt schon mal schwierig ist...), am liebsten an Ehepaare ohne Kinder, die den ganzen Tag zuhause sind, aber bitte keine Rentner, weil die ja körperlich nicht mehr so fit sind und keine stundenlangen Spaziergänge machen können :dog_wacko Also quasi Millionäre ohne Anhang...

In unserem Tierheim ist das ganze ziemlich paradox :

Die Hunde werden in eine Facebookgruppe gepostet in welcher offenbar schonmal gehandelt wird, wo der Hund mal hingeht und wer den Hund bekommt.
Als Otto-Normalhundehalter hat man dort eigentlich kaum Chancen nen Hund zu kriegen. Die meisten Hunde bekommt man nur, wenn man eine Lizenz als Hundetrainer hat, und die anderen Hunde kommen zu den teilweise unpassendsten Leuten. Da kommt bspw ein junger, hibbeliger, unerzogener Mali-Ridgebackmix zu einer älteren, unsportlichen Frau. Gassi geht es 1-2 Stunden täglich, und einmal die Woche Obi. Prahlen tut sie mit "Dieser Hund wurde mal dazu gezüchtet um Löwen zu jagen", dass die andere Seite des Hundes ein Malinois ist scheint iwo aussen vor gelassen. Angemerkt fingen die Probleme bereits ein paar Tage nach Ankunft des Hundes an.
Eine junge Dobermannhündin kommt zu einer arbeitslosen Frührentnerin in ein Hochhaus welche offenbar nicht viel Ahnung von Hunden hat.
Nichtmal Kaninchen bekommt man einfach so. Eigentlich ein Paradis für die Bunnys da viel mehr Platz gegeben als normalerweise - in einer alten Pferdebox ( den Leuten gehört ein Gestüt ). Nein, das Tierheim findet es schrecklich.
Eine andere geht hin und guckt sich nach Hunden um, Nein, wir vermitteln nicht in Landwirtschaftliche Betriebe. Is nicht so als ob der Hund frei auf'm Hof umher laufen kann und überall mit hin kommen kann. Muss ja schrecklich sein, für einen Hund, so ein Leben auf'm Reiterhof als Begleiter.

Und in anderen Tierheimen natürlich wie du sagtest :
Man muss viel Zeit für den Hund haben, darf aber nicht arbeiten ( ausser Zuhause ). Man muss genügend Geld haben, ein eigenes Grundstück besitzen, aber wie denn wenn man keine Arbeit hat ?
Utopischer gehts nicht :dog_rolleyes
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Re: Auslandstierschutz (abgetrennt von SOS..)

Beitragvon Anja1402 » Fr 27. Feb 2015, 19:17

Ja, es gibt solche und solche. Aus dem hiesigen Tierheim kenne ich ua folgende Geschichten: Ein Ehepaar geht hin und will eine Katze adoptieren. Die Leute wohnen auf dem Dorf, die Katze soll Freigängerkatze werden. Die Mitarbeiterin im Tierheim geht mit den Leuten durch die Anlage und sagt bei fast jeder Katze: Die darf keinen Freigang haben, die nicht, der Kater da auch nicht, die auch nicht... War dem Ehepaar zu doof, sie gingen in ein anderes Tierheim im Nachbarort, dort war es genau andersherum: Fast alle Katzen kamen als Freigängerkatzen in Frage, nur einige wenige nicht (aus gesundheitlichen Gründen). Dort wurden sie dann auch fündig.
Eine Bekannte, die eine AmStaff-Hündin besitzt, wollte aus dem gleichen Tierheim einen AmStaff-Rüden zu sich nehmen. Die Hunde verstanden sich prima, die Frau hat jahrelange Hunderfahrung, macht Hundesport, kennt sich mit der Rasse aus, der Hund wäre praktisch ins Paradies gekommen. Das Tierheim lehnte sie dann aber doch ab, weil die Hunde 2-3 Stunden am Tag alleine zu Hause wären. Nun war es nicht so, dass der Rüde Probleme damit hatte, alleine zu bleiben, nein, es ging einfach so ums Prinzip, Hunde sollen möglichst dorthin vermittelt werden, wo sie nie alleine sind. Ist ja auch nicht so, als ob diese "Kampfhunde"rassen ohnehin schon schwer zu vermitteln sind und sich das TH eigentlich freuen sollte, eine Interessentin zu haben, die sich damit auskennt und bei der er sogar eine Gefährtin hätte, nein, die wollen offenbar auf diesen Hunden sitzenbleiben :dog_nowink ich glaube, der Rüde sitzt immer noch hinter Gittern (das Ganze war vor 2 oder 3 Jahren).
Nach manchen Gesprächen mit Menschen hat man den Wunsch, einen Hund zu streicheln, einem Affen zuzulächeln und vor einem Elefanten den Hut zu ziehen!
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Re: Auslandstierschutz (abgetrennt von SOS..)

Beitragvon Gerlinde & Gundi » Fr 27. Feb 2015, 22:02

Es gibt gute Tierheim und miese Tierheime. In den miesen Tierheimen arbeiten zumeist radikale Tierschützer, die dann posten "Mein Hund ist mit zehnmal lieber als jeder Mensch. Denn er liebt mich in jeder Situation". Dabei vergessen sie, dass der Hund ein Oportunist ist und hassen gleichzeitig Menschen, die eine andere Meinung vertreten als sie.

Die guten Tierheime haben Mitarbeiter mit Ahnung und achten darauf, dass ein Hund entsprechend seinen Eigenschaften einen passenden Platz erhält. Solch ein Tierheim ist z.B. in Elmshorn, wo wir unsere Malinois-Hündin Naddel holten, die mit 10 Wochen ins Tierheim kam. Welpen kommen in Elmshorn nicht ins Tierheim, sondern zu einer der Tierpfleger. In der Zeit, während ein passender Platz gesucht wurde, war die Maus bei einer Tierpflegerin zuhause, die sich 3 Wochen Urlaub nahm. In der vierten Woche musste Naddel mit ins Tierheim und tanzte dort auf dem Schreibtisch rum.

- sie wurde nur an Rettungshundler abgegeben und an keine anderen Hundesportler (Arbeit mit dem Hund war Abgabevoraussetzung)
- wir mussten über unseren Alltag erzählen - denn an ganztägig arbeitende Menschen wäre der Hund nicht abgegeben worden. Verstehe ich absolut.
- sie wollten Fotos von unserem Grundstück und von den anderen Tieren
- und eine Kollegin aus dem Rettungshundeverband, deren Staffel mit dem Tierheim kooperierte, bürgte für uns

Ich denke, für uns sprach auch, dass wir bereit waren, für die Maus vom Niederrhein bis oberhalb von Hamburg zu fahren. Als wir Naddel abholten, ging es zuerst zu einem langen Spaziergang gemeinsam mit Toby und anschließend ins Kuschelhaus. In Elmshorn gibt es ein Kuschelhaus für Hunde und eines für Menschen. Hier lernen sich Mensch und Tier näher kennen.

Ich persönlich fand diese Vorgehensweise richtig toll.
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